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Ein toller Jahrgang: Gleich zweimal „sehr gut“

Bad Eilsen / Feier Ein toller Jahrgang: Gleich zweimal „sehr gut“

Ohne stetige Weiterbildung sei der Beruf nicht zu meistern, zumal die Finanzverwaltung in den kommenden Jahren vor einem großen Umbruch stehe. Dieses erklärte der Leitende Regierungsdirektor Joachim Binczik, Chef der Steuerakademie Niedersachsen.

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Regierungsdirektorin Bernadette Zeidler und Oberfinanzpräsident Ernst-Günter Kapitza überreichten die Diplome. © möh

Bad Eilsen (möh). Oberfinanzpräsident Ernst-Günter Kapitza, Leiter der Oberfinanzdirektion Oldenburg, schlug in die gleiche Kerbe und erläuterte, welche neuen Aufgaben auf die jungen Mitarbeiter zukommen, denen jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Bad Eilsener Kursaal die entsprechenden Urkunden als Finanzwirte oder Diplom-Finanzwirte überreicht wurden.

Die Steuerakademie in Bad Eilsen und in Rinteln bildet den Nachwuchs aber auch hervorragend aus. Selten habe die Akademie, so Binczik, eine qualitativ so erfolgreiche Prüfung gehabt. Er sprach sogar von einem „rekordverdächtigen Ergebnis“. Marvin Gummels aus dem Finanzamt Norden und Sandra Butke (Osnabrück-Stadt) erhielten sogar die Gesamtnote „sehr gut“. Joachim Binczik lobend: „Die Note sehr gut wird bei den Prüfungen nach dem Steuerbeamtenausbildungsgesetz wirklich nur sehr selten erreicht“.

Das diesjährige Examen legten 104 Prüflinge des gehobenen Dienstes und 96 des mittleren Dienstes erfolgreich ab. Die Verantwortlichen erklärten, das Land Niedersachsen werde auf jeden Fall am dualen Ausbildungssystem (Ämter und Akademie) festhalten, da es sich als überaus erfolgreich erwiesen habe.

Der Leiter der Steuerakademie Niedersachsen betonte, die nächsten Jahre würden die Finanzämter stark verändern. So würde die Umstellung auf ein völlig neues Softwaresystem zum Jahreswechsel dafür sorgen, dass die Ämter über einen längeren Zeitraum nicht voll arbeitsfähig seien, wie die Erfahrungen aus anderen Bundesländern gezeigt hätten. Außerdem würden im Laufe des nächsten Jahrzehnts sehr viele erfahrene Mitarbeiter aus Altersgründen in den Ruhestand gehen. Diese Lücken müssten durch qualifizierten Nachwuchs gefüllt werden.

Oberfinanzpräsident Kapitza von der Oberfinanzdirektion Oldenburg, der die Ernennungsurkunden persönlich überreichte, sprach die Bitte aus, die jungen Männer und Frauen möchten die Herausforderungen der nächsten Jahre in gewohnter Weise meistern. Um immer genügend Personal zur Verfügung zu haben, seien für dieses Jahr 60 Steueranwärter eingestellt worden.

Das sei angesichts der demografischen Entwicklung aber eher zu wenig. Die Zahl der Finanzanwärter sei aber mit 242 hoch.

Der Oberfinanzpräsident erläuterte, dass mittlerweile das Aufgabenspektrum der Finanzverwaltung sichtbar erweitert worden sei. So erhebe sie nicht nur die Steuern, sondern betreibe auch schon lange den staatlichen Hochbau. Kapitza: „Jetzt verwalten Finanzbeamte zudem Liegenschaften des Landes, kaufen (wie das Georg-Wilhelm-Haus) und verkaufen Immobilien, bearbeiten die sogenannten „Fiskuserbschaften“ und berechnen und zahlen Bezüge und Beihilfen“.

Diese Umgestaltung sei bereits weitestgehend vollzogen, müsse aber noch ihr Abbild in der Steuerakademie finden. Einzelheiten stünden zwar nicht fest, sicher aber sei bereits jetzt, dass die neue „Finanzakademie“ für Angehörige aller Abteilungen entsprechende Weiterbildungsangebote bereit halten werde.

Die Behörde müsse sich, so Ernst-Günter Kapitza im voll besetzten Kursaal, darüber Gedanken machen, wie das Verhältnis Finanzbeamter zum Bürger aussehen solle und müsse. Finanzbeamte seien zwar das Gesicht des Staates, aber auch Beschäftigte einer Eingriffsverwaltung, die als verlängerter Arm der Obrigkeit dem Bürger in die Tasche greife. Schließlich sollte das Finanzamt dem Staat einen großen Teil seiner Einnahmen verschaffen, denn „ohne Steuern sei kein Staat zu machen“.

Er zitierte aus dem Leitbild der niedersächsischen Finanzämter, in dem es unter anderem heißt: „Wir wissen, dass die Erfüllung steuerlicher Pflichten für die Bürgerrinnen und Bürger belastend sein kann“ und „Wir nehmen die Belange der Bürgerinnen und Bürger ernst. Wir sind freundlich und hilfsbereit“.

Der Oberfinanzpräsident betonte, Ziel des Finanzbeamten müsse sein, auf rechtsstaatliche Weise sicher zu stellen, dass Steuern weder verkürzt, noch zu Unrecht erhoben würden. Ziel dürfe es auf keinen Fall sein, eine möglichst hohe Steuerschuld fest zu setzen, nur damit die Staatskasse klingele.

Übrigens gab es während der Diplomierungsfeier im voll besetzten Kurhaussaal eine Weltpremiere. Erstmals trat eine Studentenband der Steuerakademie mit Melanie Dick, Anne Träger, Christopher Oetcke, Tim Schulz, Karsten Schmidt und Fabian Köster öffentlich auf und unterhielt die vielen Gäste, wie Vertreter des öffentlichen Lebens, Verwandte und Freunde der Examinierten, mit fetziger Rockmusik. Die Band ist mittlerweile so gut, dass der Förderverein der Steuerakademie spontan reagierte und für die Gruppe eine komplette Musikanlage kaufte.

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