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Eingeschworene Gemeinschaft

25 Jahre Stammtischbrüder Eingeschworene Gemeinschaft

25 Jahre sind eine lange Zeit, nach der sich auch so manche Ehepaare nichts mehr zu sagen haben. Aber wer einmal im Monat auf die „Stammtischbrüder“ im Heeßer Krug trifft, sieht Männer, die sich ununterbrochen unterhalten, als wenn sie sich das erste Mal getroffen hätten. Mitnichten, diese Runde tagt bereits seit 25 Jahren – und ein Ende ist nicht abzusehen.

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Der Stammtisch, der mittlerweile 25 Jahre alt ist und sich einmal im Monat montags im Heeßer Krug trifft: Hans Willen (von links), Heinrich Rohde, Paul Mühe, Hans Seegers und Willi Dreves.

Quelle: möh

Eilsen. Themen gibt es schließlich genügend, die in zwei Stunden und mehr abgearbeitet werden wollen. Und: Das Geheimnis dieser Truppe sind wohl die unterschiedlichen Berufe und politischen Richtungen, sodass es niemals langweilig wird. Einer der Initiatoren des Stammtisches: „Wir befruchten uns gegenseitig und freuen uns daher schon im Vorfeld, wenn wieder eine ,Versammlung‘ vor der Tür steht.“

Dem Stammtisch gehören aktuell Hans Seegers, Heinrich Rohde, Paul Mühe, Willi Dreves, Hans Willen und Uwe Mordhorst an. Werner Schönbeck, eines der Gründungsmitglieder, hat sich mittlerweile aus persönlichen Gründen zurückgezogen.

Treffpunkt "Schinken-Kruse"

Einer der Initiatoren dieser Runde ist der Luhdener Heinrich Rohde, der zusammen mit seiner Frau bereits 1986 in die Gemeinde zog. Er stellte schnell fest, dass es in diesem Dorf alles gibt, aber keinen Stammtisch. Dann traf er auf Mühe und stellte ihm seine Idee vor. Nun galt es, zu überlegen, wer mitmachen solle und wo man sich treffen könne. Es ging aber noch eine geraume Zeit ins Land, bis sich schließlich am 4. Juli 1991 Rohde, Mühe, Mordhorst, Schönbeck und Seegers (alles Ur-Luhdener) bei „Schinken-Kruse“ zusammensetzten, zunächst einmal unverbindlich. Und das in einer Gaststätte, die es damals eigentlich ablehnte, Versammlungsort für Vereine zu sein. Mühe erinnert sich: „Der Inhaber erklärte uns aber, es sei ihm eine Ehre, uns begrüßen zu dürfen.“

Schnell einigten sich die Männer darauf, sich einmal im Monat zu treffen, um Gedanken und Ideen, sei es privat oder geschäftlich, auszutauschen. Beschlossen wurde, dass alles, das an diesen Abenden geredet und angedacht werde, nicht den Weg in die „Öffentlichkeit“ finden solle. Selbst die Ehefrauen sollten nichts erfahren. Zudem musste ein Symbol für den Stammtisch her. Man einigte sich auf einen großen Tier-Schulterknochen, den Mühe als Schlachtermeister zunächst einmal nach allen Regeln der Kunst auskochte und der dann von einem Maler entsprechend bearbeitet wurde, bis er seinen Platz auf dem Stammtisch fand: natürlich versehen mit den Namen der „Brüder“ und dem Gründungsdatum. Einen „richtigen Namen“ hat die Runde bis heute nicht. Sie nennt sich einfach „Die Stammtischbrüder“.

Mit dem Wohnmobil nach Moskau

In all den Jahren wurde aber nicht nur heftig diskutiert und zuweilen gestritten (Rohde: „Wir sind keine Runde von Ja-Sagern.“), sondern es sollten auch gemeinsame Ausflüge her. Erster Vorschlag war zunächst eine Fahrt mit dem Wohnmobil nach Moskau. Er wurde dann aber wegen der damaligen politischen Lage verworfen.

Die Idee, übers Wochenende mit einer Harley-Davidson zu fahren, war ebenfalls schnell vom Tisch, denn sie mussten feststellen, dass, bis auf Mühe, keiner einen Führerschein für ein Motorrad hatte. Gezwungenermaßen einigten sich die Männer auf einen Ausflug mit einem Trike. Über 15-mal waren sie schließlich jeweils einmal pro Jahr mit einem derartigen Gefährt auf Tour. Natürlich gab es viel zu erleben. Noch heute schwärmen sie vom Diesel, der anstatt Benzin getankt wurde. Mühe: „Oft waren wir gerade einmal zehn Kilometer unterwegs, und dann war irgendetwas an den ausgeliehenen Trikes nicht in Ordnung.“

Mittlerweile geht der Stammtisch einmal pro Jahr mit einem Bulli auf Tour, an der die Ehefrauen teilnehmen dürfen. Im vergangenen Jahr waren sie auf Sylt, das Ziel im Jubiläumsjahr steht noch nicht fest. Die Damen sind auch beim jährlichen Weihnachtsessen des Stammtisches mit von der Partie. Sie werden bei diesen Anlässen offiziell als „Stammtischbrüderinnen“ bezeichnet.

Von Wedel nach Heeßen

Die Männer sind noch immer eine eingeschworene Gemeinschaft. Bestes Beispiel ist Mordhorst. Er lebt in der Regel sechs Monate im Jahr in Italien und hat seinen deutschen Wohnsitz von Luhden nach Wedel bei Hamburg verlegt. Aber wenn er in Wedel ist und der Stammtisch sich in dieser Zeit trifft, nimmt er den Weg nach Heeßen in Kauf. Seegers wohnt mittlerweile in Fischbeck und fährt von dort zum Stammtischabend.

Übrigens: Der Stammtisch trifft sich seit dem Aus von „Schinken-Kruse“ einmal pro Monat montags im Heeßer Krug. Willi Dreves ist seit acht Jahren dabei, Hans Willen verstärkt die Runde seit zwei Jahren. möh

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