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Bad Eilsen „Entführung“ von cleveren Kindern vereitelt
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen „Entführung“ von cleveren Kindern vereitelt
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00:17 11.02.2016
Die Bösewichter Bernd Bösel (Fabian Söhlke, Mitte) und Detlef Diebig (Jan-Niklas Schmidt) haben den „Dönermann“ alias Lasse Winkelhake entführt. Quelle: hil
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Bad Eilsen (hil)

Am Wochenende war es wieder so weit. 80 Kinder und Jugendliche hatten sich für die neunte „Lange Nacht“ angemeldet. Am Freitagabend begann zunächst die Nacht der „Kleinen“. Nach dem Verstauen von Luftmatratze, Isomatte und Schlafsack, begrüßte Diakon Ingmar Everding mit 25 Betreuern des Teamer-Turm-Treffs die aufgeregten Jungen und Mädchen zwischen sieben und zwölf Jahren. Schnell hatten sich Gruppen gebildet, die erste Leserunde konnte beginnen.

 Eigentlich war nach dem Ende der ersten Geschichten ein frühzeitiges Abendbrot geplant. Doch die Teilnehmer staunten nicht schlecht, als sie beim Betreten des Gemeindehauses feststellen mussten, dass ihr Koch spurlos verschwunden war. Yussef, ein ausgezeichneter „Fünf-Sterne-Dönermann“ war von zwei Schurken entführt worden. Die Zeugen der Tat, drei Küchenhilfen, gespielt von Pia-Sophie Witte, Marie Schröder und Kai-Phillip Baron von Tiesenhausen, die gefesselt und geknebelt neben dem Dönergrill lagen, standen noch unter Schock und waren zu keiner Auskunft fähig. Der Koch musste jedoch wieder her, denn wie sollten sie sonst zu ihrem Abendessen kommen? Nach kurzer Ratlosigkeit beschlossen die Kinder, die legendären „Schaumburger Spürnasen“ um Hilfe zu bitten. Es dauerte nicht lange, und die einheimischen Ermittler erschienen vor Ort.

 Gruppen von Kindern zogen nun los, um in den Straßen von Bad Eilsen Spuren zu suchen. Letztdlich fanden sie heraus, dass Detlef Diebig und Bernd Bösel, gespielt von Jan-Niklas Schmidt und Fabian Söhlke, den „Dönermann“ gegen seinen Willen in ihr Restaurant „Carpe Diem“ verschleppt hatten. In dem verlassenen Haus fanden die Kinder den angeketteten „Dönermann“, dem Lasse Winkelhake Leben einhauchte.

 Nachdem die Bösewichte überwältigt und der Polizei übergeben worden waren, zogen alle zurück zum Gemeindehaus, in dem endlich zu Abend gegessen werden konnte.

 Nach einer zweiten Leserunde fielen manchen Kindern bereits die Augen zu. Gegen 22 Uhr halfen die Teamer den Kindern, im ausgeräumten Kirchenschiff ihre Schlafplätze einzurichten. Bis völlige Ruhe eintrat, dauert es noch lange, aber letztlich schnarchte auch die letzte Leseratte. Um 10 Uhr am Morgen war die Lesenacht für die Kleinen beendet.

 Die Sonnabendnacht gehörte den Jugendlichen und stand unter dem Motto „Biografie“. In 60 Sekunden-Spots mussten die Jugendlichen sich gegenseitig ihre Biografie erzählen. Die Nachtaktion trug den Titel „Die verschwundene Identität“. Everding hatte durch einen imaginären Unfall sein Gedächtnis verloren. Die Teams mussten anhand von Kontaktpersonen, Unterlagen im Gemeindebüro oder Auskunft des Kindergartens so viele Infos wie möglich zusammentragen, einen Lebenslauf erstellen und persönliche Gegenstände finden. Nur so war es möglich, die Erinnerung von Everding wiederherzustellen. Gott sei Dank erfüllten alle ihre Aufgaben.

 Auch in dieser Nacht gab es wenig Schlaf, der Sonntagmorgen kam viel zu früh. Dennoch waren sich alle Beteiligten einig: Im nächsten Jahr wird garantiert die zehnte „Nacht der Geschichten“ stattfinden.

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