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Erinnerung an eine „gute Zeit“

Englischer Nachmittag in Bad Eilsen Erinnerung an eine „gute Zeit“

Um an die Zeit der englischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1955) zu erinnern, hat die Gemeinde Bad Eilsen zu einem „Englischen Nachmittag“ eingeladen.

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Die beiden Dudelsackspieler des Vereins „The Royal British Legion Minden“, Scott Cochrane (rechts) und Frank Ulyatt, sorgen auf musikalische Weise für britisches Flair.

Quelle: wk

BAD EILSEN. Gefeiert wurde auf der Terrasse des Restaurants „Vier Jahreszeiten“, mit poppiger Livemusik des Duos Geoffrey Rich (Krainhagen) und Jim McGillivray sowie hochtönender, schottischer Dudelsack-Musik zweier „Piper“ des Wohltätigkeitsvereins „The Royal British Legion Minden“. Kredenzt wurden auch für das Vereinigte Königreich typische, kulinarische Spezialitäten wie „Fish & Chips“.

In Bad Eilsen denke man gerne an die Besatzungszeit zurück, erklärte Christel Bergmann, die Bürgermeisterin. „Denn es war eine gute Zeit – sowohl für die englischen Soldaten als auch für die deutsche Bevölkerung.“ Viele persönliche Beziehungen seien untereinander geknüpft worden, die mitunter auch in Eheschließungen gemündet hätten.

Gästen aus Kanada und Spanien

Das „Haus des Gastes“, in dem heute das Restaurant und die Gemeindeverwaltung zu finden sind, hatte den Engländern damals als Offiziersmesse gedient. Und im oberhalb des Gebäudes gelegenen „Englischen Garten“ hatten damals Baracken gestanden, in die britische Soldaten einquartiert worden waren. Zuvor, von 1941 bis 1945, hatten diese Häuschen unter anderem als Planungsbüros des Flugzeugherstellers Focke-Wulf und als Unterkünfte für dessen Mitarbeiter gedient.

Im Jahr 1999 wurde dann auf Initiative ehemaliger englischer Soldaten, die einst in dem Kurort stationiert gewesen waren, und der Gemeinde Bad Eilsen die erste Ausgabe des „Englischen Nachmittags“ ausgerichtet, so Bergmann. Nicht nur aus England, sondern beispielsweise auch aus Kanada und Spanien waren Teilnehmer zu jener Premiere gekommen, ebenso zu den danach organisierten alljährlichen Fortsetzungen. In den beiden vergangenen Jahren fehlten diese britischen Zeitzeugen jedoch – aus Altersgründen und weil einige inzwischen verstorben sind.

"Gute Zeit" blieb in Erinnerung

Gleichwohl möchte die Gemeinde Bad Eilsen die Tradition der „Englischen Nachmittage“ aufrechterhalten, sodass jetzt die mittlerweile 19. Ausgabe begangen wurde. Rund 30 Besucher nahmen an dieser Feier teil, darunter die deutsche Zeitzeugin Ingeborg Bövers.

„Für uns war das eine gute Zeit, das kann man wirklich nicht anders sagen“, kommentierte die 86-jährige Bad Eilserin die Jahre nach dem Krieg. Damals habe es in dem Kurort kaum Arbeit und deshalb viel Armut gegeben. Die englische Besatzung indes habe zu einem Aufschwung geführt, indem das britische Militär Arbeit zu vergeben hatte. Bövers selbst hatte 1949 dergestalt eine Anstellung gefunden, dass sie im Kartenverkauf des von den Engländern im heutigen Palais im Park betriebenen Kinos gearbeitet und diverse Bürojobs erledigt hatte. „Das englische Militär war so ein anständiger Arbeitgeber, von Diskriminierung uns gegenüber war da nicht die Spur“, betonte sie.  wk

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