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Es geht ums Gefühl

Bad Eilsen Es geht ums Gefühl

So feurig wie diesmal ist wohl noch keine Kunstausstellung in der Wandelhalle des „Fürstenhofes“ in Bad Eilsen eröffnet worden. Einer der beiden Aussteller griff zur Bouzouki und sorgte selbst für die musikalische Umrahmung der Vernissage.

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Mal etwas ganz anderes: Der rote See von Anastasios Pambollas.

Quelle: sig

Bad Eilsen. Und schließlich legte er, unterstützt unter anderem von Familienangehörigen, vor den Gästen einen heißen Sirtaki hin. Wer wollte, konnte mitmachen.

 Dieser Auftritt war auch für Kerstin Henke eine neue Erfahrung. Die Freizeittherapeutin des Rehazentrums eröffnete diesmal eine wirklich internationale Veranstaltung. Außer dem musikalischen Griechen Anastasios Pambollas beteiligt sich der Marokkaner Abdelazis Belghiti Alaoui. Was diese beiden Männer in der Wandelhalle zeigen, das ist alles andere als alltäglich.

 Der heute 62-jährige Pambollas bewies schon während seiner Schulzeit in der Heimat, dass er ein beachtliches Maltalent besitzt. Aber seinen Lebensunterhalt verdiente er doch lieber als Koch. Im Anschluss an die Ausbildung lockte die Ferne. Er heuerte als Schiffskoch an und lernte viele Häfen der Welt kennen. Freie Stunden an Bord nutzte er, um die stabilen Blechböden in den Schränken zu bemalen. Einige Motive, die naive oder expressionistische Elemente enthalten, malte er in jener Zeit unter anderem auch auf Wände, wodurch sie aber nur eine beschränkte Haltbarkeitsdauer haben.

 Ein Faible zum Pointillismus

 Deutschland wurde 1977 zu seiner neuen Heimat, nachdem der Grieche bei der Hochzeit seines Bruders seine spätere Frau kennengelernt hatte. In seiner neuen Heimat leitete er diverse Restaurants, derzeit führt er eines in Porta Westfalica. Wenn ihm dabei noch Zeit bleibt, greift er zum Malpinsel – und trotzdem ist er so produktiv, dass er nach Bad Eilsen doppelt so viele Bilder mitbrachte, als dafür Platz zur Verfügung stand.

 Pambollas zeigt in der Wandelhalle auch einige Beispiele einer besonderen Technik. Dabei trägt er die Ölfarbe punktweise auf. Wer ein scharfes Auge hat und sich gut konzentrieren kann, der entdeckt dann in bestimmten Winkeln des Bildes zum Beispiel ein Antlitz oder auch tierische Wesen – vom Krokodil bis zum Erdmännchen. Fachleute nennen diese Art zu malen Pointillismus.

 Ausstellungspartner Abdelazis Belghiti Alaoui (62) wurde in Fès geboren. Er studierte in Marokko Physik und Chemie und arbeitete fast zwei Jahrzehnte lang in seiner Heimat als Lehrer. In Deutschland lebt er seit 1992 und machte dort sein künstlerisches Hobby zum Beruf. 1995 begab er sich nach Bordeaux, um dort eine alte Maltechnik zu erlernen. 1996 eröffnete er in Minden „Les Ateliers Galerie Aziz“ und wechselte damit später nach Barkhausen.

 Der marokkanische Künstler verwendet für seine Arbeiten in erster Linie Ölfarbe sowie Pigmente. In seinen Werken drückt sich die Liebe zur Natur aus – besonders zum Wald, wie die Titel „Baum am Wasser“, „Das Auge des Waldes“ und „Waldabend“ deutlich machen. Ein Bild heißt aber auch „Der Traum“, eine Bezeichnung, die sich im Titel der Ausstellung wiederfindet. Sie steht nämlich unter dem Motto „Der fliegende Traum“.

 Welt möglichst schöner darstellen, als sie ist

 Der Künstler sieht es als seinen Traum an, die Welt in seinen Bildern möglichst schöner darzustellen, als sie ist. Beispiel: So sauber, wie er ihn malt, sieht kaum ein Strand aus. „Unsere Natur ist ein Wunder, aber sie braucht Unterstützung.“ Währenddessen will er weiter von einer erhaltenswerten Welt träumen, in der die Menschen aus ihren Fehlern lernen und in der sich alles zum Guten wendet.

 Der Gast aus Barkhausen betätigt sich auch in anderen Bereichen künstlerisch. Dazu gehören das Texten, die Musik und auch Inszenierungen. Zum Schluss der doch etwas ungewöhnlichen Vernissage forderte Henke die Gäste auf, noch etwas zu feiern: „Denn da kann man von unseren südländischen Freunden ja noch etwas lernen.“sig

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