Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
„Es ist eine Diskriminierung“

Bad Eilsen „Es ist eine Diskriminierung“

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem ein eher trauriges Bild des Kurorts Bad Eilsen gezeichnet wird, hat zu Irritationen in der Gemeinde geführt.

Voriger Artikel
Verkehrsunfall verursacht
Nächster Artikel
Papiertonne brennt

Obwohl für rund sechs Millionen Euro saniert und seit der Eröffnung ein Aushängeschild, hat das Palais im Park keine Erwähnung in dem Zeitungsbericht gefunden.

Quelle: wk

BAD EILSEN. So berichten die Urheber des Berichtes unter der Überschrift „Das deutsche Bad geht baden“ etwa, dass in vielen hiesigen Gebäuden „zwar noch Pracht“ stecke, dies aber „die Pracht einer vergessenen Oldtimer-Sammlung, die allen Wettern ausgesetzt war“, sei. Dabei verweisen sie auf das bekanntermaßen sanierungsbedürftige, leer stehende „Badehotel“ sowie auf den „Fürstenhof“, den sie als ein „für diesen Ort mit seinen 6700 Einwohnern fast schon absurd großes Gebäude“ bezeichnen. Den Kurpark beschreiben sie als einen Park, in dem, obwohl durchaus „idyllisch“, unter der Woche kaum ein Mensch zu sehen sei. Anders formuliert: „Würden nicht die vielen Springbrunnen vor sich hinplätschern – es wäre totenstill.“

Darüber hinaus zitieren die Autoren eine 72 Jahre alte Leiterin eines Bad Eilser Pflegedienstes mit folgenden Worten: „Der Ort trocknet aus. Das ganze Innenleben, alles, was es früher gab, ist tot.“ Konkretisiert wird dies mit Hinweis auf ein heute nicht mehr existentes Bekleidungsgeschäft sowie auf eine Drogerie und einen Elektroladen – alle inzwischen ebenfalls Geschichte. Die Folge: „Heute musst du für eine Glühbirne oder kleine Reparaturen sonst wohin fahren.“

Weiter schreiben die Autoren, dass Bad Eilsen zwar kaum Schulden habe, für Touristen aber „zu wenig“ geboten werde und von Aufbruch „nur wenig zu spüren“ sei. Erwähnt wird in diesem Kontext jedoch der von der Gemeinde erarbeitete „Masterplan“, in dem eine Vielzahl an Maßnahmen aufgeführt ist, die dazu beitragen sollen, dass der derzeit nur als „Staatlich anerkannter Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb“ eingestufte Kurort seinen einstigen Heilbad-Status wiedererlangt.

„Der Ort trocknet aus? Im Gegenteil: Es geht voran“

Was Bürgermeisterin Christel Bergmann bei alledem stört, ist, dass „die positiven Entwicklungen, die Bad Eilsen in den vergangenen Jahren verzeichnet hat und von denen es ja einige gibt“, in dem Zeitungsbericht nicht erwähnt worden seien. So etwa der Bau des neuen Reha-Zentrums (Julianenhof) der Deutschen Rentenversicherung, die Sanierung des Palais im Park und des Georg-Wilhelm-Hauses sowie die – schon vor längerer Zeit angekündigte und im August angelaufene – Sanierung des Fürstenhofes. Alles Projekte, in die jeweils viele Millionen Euro investiert wurden respektive werden. Nicht zu vergessen die Erweiterung des Gebäudes der Steuerakademie Niedersachsen und der Neubau des E-Centers.

„Der Ort trocknet aus? Im Gegenteil: Es geht voran“, betont Bergmann. Dies sehe man auch daran, dass die Übernachtungszahlen in Bad Eilsen ebenfalls eine „Aufwärtsentwicklung“ zeigen. Zur Erinnerung: Laut Information des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) sind im vergangenen Jahr exakt 240730 Übernachtungen von Kurgästen, Wochenendpendlern und etwa Touristen in Bad Eilsen getätigt worden – acht Prozent mehr als 2015 (wir berichteten).

Und dann noch die Sache mit den Springbrunnen: „Das ist doch der Hammer“, findet Bergmann. Immer wieder gebe es gut besuchte Veranstaltungen im Kurpark. „Da ist immer was los.“ Exemplarisch nennt sie die Mallorca-Partys, Boule-Turniere und das Event „Bad Eilsen leuchtet“. Auch seien die Tennisplätze gut frequentiert.

Artikel kann Probleme verursachen

„Es ist eine Diskriminierung“, schimpft Bergmann über den Artikel. „Ich verstehe nicht, wie man das so in eine Richtung ziehen kann.“ Immerhin habe einer der beiden Verfasser des Textes doch lange mit ihr und der Gemeindedirektorin Svenja Edler über die Entwicklungen gesprochen, wobei man ihm die vielen positiven Aspekte dargestellt habe. Ergänzend merkt sie an, dass der Kurort nicht – wie in dem Bericht angegeben – 6700 Einwohner hat, sondern nur rund 2450 Einwohner.

Mit ihrer Verärgerung ist Bergmann nicht allein: „Viele Leute haben sich aufgeregt“, sagt sie. So sei über den Artikel selbstverständlich auch in der lokalen Politik diskutiert worden, wobei der Zeitungsbericht unisono als „unmöglich“ bewertet worden sei.

Problematisch sei der Text im Übrigen auch insofern, als sich viele Menschen vorab im Internet über die von ihnen ins Auge gefassten Reiseziele informieren. Und wenn diese dann auf den besagten Artikel stoßen, könne es durchaus sein, dass sie Bad Eilsen deswegen nicht in die engere Wahl nehmen.

Der in der Süddeutschen Zeitung publizierte Bericht sei „völlig daneben“, bekräftigt Bernd Schönemann, Bürgermeister der Samtgemeinde Eilsen. Wie Bergmann verweist er auf die millionenschweren Investitionen, die in jüngerer Zeit von diversen Institutionen in dem Kurort getätigt worden sind – und die in Form der entsprechenden Immobilien bei einem Gang durch den Ort doch auch nicht zu übersehen seien. Ebenso wie die etlichen, von privaten Investoren neu gebauten Mehrfamilienhäuser. Warum all dies in dem Artikel nicht zum Tragen kommt, könne er sich jedenfalls nicht erklären.  wk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg