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Esoteriktage: Wenn Engel gegen Entgelt heilen

Eilsen / Zweitägige Messe Esoteriktage: Wenn Engel gegen Entgelt heilen

Einfach nur Blödsinn, Blasphemie, Teufelszeug, reine Geldschneiderei – oder steckt mehr dahinter? Zwei Tage lang haben die im Kursaal gastierenden „Bad Eilser Esoterik- und Wellnesstage“ Besuchern am Wochenende ermöglicht, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

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Der Bückeburger Andreas Schmidt zeigt eine Aurafotografie, die er von seinem Sohn gemacht hat. Rechts neben dem Notebook sind die „Sensor-Box“ (vorne) und die Webcam zu sehen.

Quelle: wk

Eilsen (wk). 38 Aussteller offerierten bei der von der Gemeinde Bad Eilsen ausgerichteten Messe durchaus bekanntere esoterische Dinge wie Mineralien, Edelsteine, Klangschalen-Massagen und Yoga-Angebote, warben aber auch mitunter für bemerkenswerte Heilverfahren und Dienstleistungen.

Fest davon überzeugt, die nach seinen Ausführungen jeden Menschen umhüllende, farbige Aura mit seinen bloßen Augen sehen zu können, „wenn er sich darauf einlässt“, war Andreas Schmidt. Anhand der Farben könne er sehen, welche Fähigkeiten und Stärken die jeweilige Person hat oder welche sie noch entwickeln kann, erklärte der Bückeburger. Damit seine Kunden deren Aura aber ebenfalls sehen können, bedient er sich der „Aurafotografie“: Fotografiert werde mit einer einfachen Webcam, die mit einer speziellen „Sensor-Box“ verbunden ist, deren Bilder dann am Computer sichtbar gemacht werden.

„Das ist wirklich hochtechnisch, aber wie das genau funktioniert, da fragen Sie den Falschen“, räumte er auf konkretere Nachfrage ein. Einen „wissenschaftlichen Beweis“ könnte man allerdings erbringen, wenn er eine mit seinen bloßen Augen sehende Aura zeichnen würde und man die mit einem mittels der Aurafotografie erstellten Bild vergleichen würde. Nur so nebenbei: Geistheilung – auch Fernheilung – gehört ebenfalls zu seinem Angebot.

Vom Namen her kompliziert klingend, aber laut Rosmarie Krist aus Stadthagen ganz simpel anzuwenden, ist die von ihr praktizierte „Quantenheilung“, die sie wie folgt erläuterte: „Ich heile nicht, ich stelle nur die Verbindung her zu dem, was ist, was um uns ist und was in uns ist.“ Was das „was“ genau ist, umschreibt sie mit den Begriffen „Lebensenergie“, „Lebenskraft“ und „der Schöpfer“, wobei sie sich bei Letzterem nicht auf eine konkrete Konfession beschränkte. Aber: „Bei dem, was ich mache, muss man an gar nichts glauben, sondern nur den tiefen, inneren Wunsch haben, dass einem geholfen wird.“

In der Praxis läuft dies nach Auskunft von Krist („Erlernen kann das jeder“) dann so ab, dass sie einen Klienten an zwei Körperstellen mit den Händen berührt und dadurch dessen vegetatives Nervensystem quasi in Schwingungen versetzt. In ihrem Werbeflyer heißt es hierzu: „Das Nervensystem schaltet unmittelbar auf Heilung um und kann all das ,reorganisieren‘, was nicht optimal funktioniert.“

Andere Aussteller beschäftigten sich mit esoterischen Praktiken wie etwa Kartenlegen, „Channeln“, Schamanismus, „Engelsgeführtem Malen“ oder empfahlen sich als „Engelmedium“ – entgeltlich, versteht sich. Zusätzlich warteten an beiden Tagen diverse Vorträge zu derartigen Themen auf die Besucher.

Ein handfestes Angebot war da der Stand von Claudia Regenberg und Thomas Hake von der Firma „Deister-Tee“, die mit Geschäften in Bad Nenndorf und Lauenau vertreten ist. Bei ihnen gebe es keine esoterischen Versprechungen, sondern Teesorten, von denen einige neumodisch als Wellness-Tees bezeichnet werden, erläuterte die Teefachfrau. Die Wirkprinzipien der Tees seien schon lange bekannt. Im „Schlaf gut“-Tee sei Baldrian drin, während dem „Atem-Tee“ ätherische Öle beinhaltende Blätter von Eukalyptus, Basilikum und Thymian beigemischt seien.
Ein auf zwischenmenschliche Glücksmomente abzielendes Produkt hatten die beiden Tee-Experten ebenfalls im Sortiment – den „Calenberger Liebestraum“. Wofür die Teesorte gedacht ist, wird klar, wenn man die Zutaten kennt: Ginseng ist drin und „Potenzholz“! Auf den Namen „Calenberger Liebestraum“ seien sie gekommen, als sie zufällig einen Blick auf eine Landkarte des Deisters geworfen haben, an dessen Rand Bad Nenndorf und Lauenau liegen, so Hake schmunzelnd. Von oben betrachtet ähnele der Deister von seinen Konturen her einem bestimmten männlichen Körperteil nebst Anhang, und auf jeder Karte des Mittelgebirgszuges habe dann noch der Schriftzug „Calenberg“ geprangt. Alles klar?

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