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Fast eine kleine Firma

Vereinsjubiläum Fast eine kleine Firma

Am kommenden Sonnabend wird groß gefeiert: Der TSV Bad Eilsen begeht seinen 50. Geburtstag. Der klassische Breitensportverein bindet noch immer Mitglieder aller Altersgruppen.

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Christel Bergmann

Bad Eilsen. Mit mehr als 700 Mitgliedern ist der Sportverein aus dem sportlichen und geselligen Leben sowie aus der Jugendarbeit der Samtgemeinde nicht wegzudenken. Doch was gehört eigentlich dazu, den Sportbetrieb am Laufen zu halten, über 30 Übungsleiter und ehrenamtliche Mitarbeiter zu motivieren und zu koordinieren? Ein Blick hinter die Kulissen des TSV.

„Ohne Teamwork wird das nichts“, sagt Christel Bergmann . Im Sportheim in Heeßen verrät die stellvertretende Vorsitzende des Vereins eines der Erfolgsrezepte des Klubs. Doch in ihrem Büro deutet eigentlich wenig auf Sport. Computer und Telefon auf dem Schreibtisch, prall gefüllte Aktenschränke, Besprechungstisch. Von hier aus könnte ebenso gut ein kleines Unternehmen geführt werden.

Und so ganz unpassend ist der Vergleich auch gar nicht: Von hier aus werden Kunden – wenn man die Mitglieder des Vereins einmal so nennen darf – betreut und Mitarbeiter eingesetzt, Belegungspläne erstellt, Finanzen gemanagt und Behörden-, Versicherungs- und Verbandskontakte gepflegt. Viel Verwaltungsarbeit ist erforderlich, bevor Turngeräte aufgebaut oder Bälle geschmettert werden können.

Das ist für Ehrenamtliche kaum noch zu leisten. Deshalb beschäftigt der Verein an zwei Tagen in der Woche eine Bürokraft, die zum Beispiel für die Organisation und die aufwendige Abrechnung des Reha-Sports zuständig ist. Gesundheitssport spielt im TSV nämlich eine große Rolle – das ist schon der Verbundenheit mit dem Heilbad Eilsen geschuldet.

Kooperation mit Reha-Zentrum und Krankenkassen

Seit Jahren gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Reha-Zentrum, aber auch mit den Krankenkassen. Die bezuschussen oder übernehmen nach Absprache des Teilnehmers mit seinem Arzt die Kosten zum Beispiel für Funktionstraining oder Wassergymnastik. Die Kassen stellen aber auch hohe Ansprüche: Die Übungsleiter müssen besonders qualifiziert und zertifiziert sein, die Teilnahme muss dokumentiert werden – hohe Anforderungen an den Verein also. Doch der Aufwand lohnt sich: Die Kurse werden gerne wahrgenommen, für einige Angebote gibt es sogar Wartelisten. Und der eine oder andere Teilnehmer findet Spaß an Bewegung in der Gruppe und wechselt zum „normalen“ Sportangebot des Vereins.

Wie schon erwähnt, wird im TSV Teamarbeit sehr großgeschrieben. Regelmäßig trifft sich der erweiterte Vorstand, um Probleme zu lösen oder Aufgaben zu verteilen. So ruht zum Beispiel die Sprechstunde, die regelmäßig im Sportheim angeboten wird, auf mehreren Schultern. Doch ohne moderne Technik läuft auch heute im Sportverein nichts mehr: Computerprogramme helfen bei der Mitgliederverwaltung oder bei der Finanzkontrolle.

Ein paar Meter vom Vereinsbüro sieht es aber wirklich nach Sportverein aus. Im Klubheim wurde ein moderner Mehrzweckraum eingerichtet, in dem Gymnastikangebote gemacht werden. Nicht viel weiter entfernt ist die Heeßer Sporthalle, die auch von der Grundschule genutzt wird. Mit der Schule gibt es eine enge Zusammenarbeit, nicht zuletzt deshalb, weil viele Kinder im TSV Sport treiben. 300 junge Leute werden in unterschiedlichen Gruppen betreut. Dabei gilt es für den Verein, Trends nachzuspüren: Die Kleinsten kommen mit Eltern zum Erlebnisturnen, Teenies sind ganz verrückt nach „DAS“ (Dance after School).

Badminton- und Taekwondo-Sparte erregten Aufsehen

„Wir verstehen uns als ein klassischer Breitensportverein“, sagt Bergmann. Das heißt, es gibt Angebote für jede Altersgruppe, Erwachsene „subventionieren“ durch ihre Beiträge Sport für Jugendliche. Und der Mix aus Spitzensport und Bewegung für jedermann muss stimmen: Im TSV sorgen zum Beispiel die Badminton- und die Taekwondo-Sparte für überregionales Aufsehen und lenken das Interesse auf den Verein.

Für viele Eilser ist der TSV ein Stück Heimat. Doch die Zeiten, in denen man als Kind in einen Sportverein eintrat und diesem bis ins hohe Alter die Treue hielt, sind vorüber. Die Fluktuation ist groß, die Ansprüche in Zeiten der Konkurrenz zu professionellen Fitnessstudios steigen. Doch noch immer kann der TSV mehr bieten als die Studios: ein Wir-Gefühl und Angebote über den Sportbetrieb hinaus. Und noch immer ist es für viele selbstverständlich, sich ehrenamtlich einzubringen.

Ein Stück Heimat in der neuen Heimat ist der Verein inzwischen auch für viele Flüchtlinge, die in den Sparten mittrainieren und so integriert werden. Ähnlich wie mit der Jugendarbeit wird hier – ganz selbstverständlich – wichtige Arbeit für die Gesellschaft geleistet, ohne dass das an die große Glocke gehängt wird. kk

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