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Für 122 000 Euro: Abbruch-Klinik versteigert

Bad Eilsen / Immobilien Für 122 000 Euro: Abbruch-Klinik versteigert

Ein guter Tag für Bad Eilsen: Die frühere „Weserbergland“- und jetzige Abbruch-Klinik an der Wilhelm-Busch-Straße hat einen Käufer gefunden: Ersteigert hat sie Gerhard Müller, Chef der gleichnamigen Firma für Grundstückshandel mit Sitz in Porta Westfalica.

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„Die Weserberglandklinik liegt im Dornröschenschlaf. Wir werden diesen Schlaf im Spätsommer mit dem Abriss beenden“, sagt Gerhard Müller. Seine Firma für Grundstückshandel hat die Abbruch-Immobilie an der Wilhelm-Busch-Straße ersteigert. © tw

Bad Eilsen (tw). Müller setzte sich in Saal 3033 des Zwangsversteigerungsgerichts an der Bückeburger Herminenstraße mit einem Gebot von 122.000 Euro gegen die Logemann Gewerbeimmobilien GmbH & Co KG durch, die zuletzt 117.000 Euro geboten hatte.

„Wir sind durch Berichte in Ihrer Tageszeitung auf die Klinik aufmerksam geworden“, berichtet Müller im Nachgang des Gerichtstermins gegenüber der Presse. Der Standort Bad Eilsen habe viel Entwicklungspotenzial, das zeige schon ein Rundgang. Als Gemeinde und Samtgemeinde dann in Gesprächen auch noch großes Entgegenkommen signalisiert hätten, sei ihm vollends klar gewesen: „Wir steigen ein.“ Der Käufer und künftige Investor ist seit über 60 Jahren mit einer Mutterfirma im Bereich Sand- und Kiesgruben sowie Abbruch und Tiefbau mit Schwerpunkt in Porta-Westfalica, Minden und Bad Qeynhausen tätig.

Was auf dem 8316 Quadratmeter großen Bad Eilser Filetstück künftig entstehen wird, kann Müller derzeit noch nicht sagen. Nur soviel: „Wir haben uns das Gelände durch den Zuschlag erst mal gesichert.“ Darüber hinaus will der Portaner bereits in Kürze die Abbruchanträge stellen und die Klinikruine im Spätsommer/Herbst dem Erdboden gleich machen. Der Grundstückshändler übernimmt zwar die Erschließung des Areals, nicht aber einen späteren Hochbau.

Zu diesem Zweck werde die Weserberglandklinik weiter veräußert. „Vorstellbar“, so der Erwerber, „ist, dass dort später Seniorenwohnungen, Behinderteneinrichtungen, normale Eigentumswohnungen und/oder ein Hotel entsteht“.

Was die im Gutachten auf 206.000 Euro taxierten Abbruchkosten betrifft, hält sie Müller tatsächlich sogar noch für höher. „Angesichts der Vandalismus-Schäden im Gebäude, müssen wir gut und gern noch mal einen fünfstelligen Betrag drauflegen.“ Angst macht ihm die Größe des Objekts und die Menge des zu bewegenden Bauschutts nicht – das Unternehmen betreibt selbst Recycling-Höfe.

Rückblende: Müller ist vor dem Zwangsversteigerungsgericht der Erste, der gleich zu Beginn der von Rechtspflegerin Mandy Noll ausgerufenen 30-minütigen Bietzeit um 8.39 Uhr ein Gebot über 80.000 Euro abgibt. Um 9.03 Uhr legt Logemann nach; das Gebot der Bückeburger Gewerbeimmobilien GmbH: 90.000 Euro. Müller kontert umgehend, wirft „100.000 Euro“ in die Waagschale. Um 9.10 Uhr versuchen es die Mitbewerber nochmals, zeigen 105.000 Euro an.

Ein Betrag, den der Portaner umgehend auf 115.000 Euro nach oben korrigiert. Ein letzter Versuch der Bückeburger führt 117.000 Euro ins Treffen. Als Müller auf diesen Betrag noch mal 5000 Euro drauflegt, verzichtet Logemann und steigt aus.
Zur Erinnerung: Der Verkehrswert der Ruine war vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte am 22. Juli 2009 auf nur noch 300.000 Euro nach unten korrigiert worden; bis dahin hatte er bei 1,53 Millionen gelegen.

Das Grundstück hätte eigentlich einen Bodenwert von 498.000 Euro, die Außenanlagen einen Wert von 7500 Euro. Dem stehen aber Abbruchkosten von 206.000 Euro gegenüber, denn 18.750 Kubikmeter Bauschutt müssen entsorgt werden. Macht unterm Strich den Verkehrswert von nur 300.000 Euro.
Die Sparkasse Schaumburg hat eine Grundschuld von 255.645 Euro eintragen lassen; hinzu kommen 15 Prozent Jahreszinsen, die seit 1984 fällig sind. Die Samtgemeinde wiederum ist mit 39.849 Euro im Boot.

Bereits bei einem Zwangsversteigerungstermin Mitte Februar hatte es ein erstes Gebot von 15.000 Euro für die seit Ende 1996 leer stehende Klinik gegeben. Weil das Mindestgebot von fünf Zehnteln des Verkehrswerts aber bei Weitem nicht erreicht wurde, musste Noll den Zuschlag damals versagen.

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