Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Fürstin Juliane, die Weitsichtige

Bad Eilsen Fürstin Juliane, die Weitsichtige

Es hat viele Männer gegeben, denen durch die Nachwelt Kränze geflochten worden sind. Da sind die Frauen deutlich in der Minderheit. Aber das liegt nicht an deren mangelnden Fähigkeiten. Schaumburg-Lippes einstige Fürstin Juliane nämlich bewies, zu welch weitsichtigem Handeln Frauen fähig sind.

Voriger Artikel
Mit Grüßenvom Landrat
Nächster Artikel
40 Jahre Badminton-Spielgemeinschaft gefeiert

Wilma Kolbe

Bad Eilsen. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass sich noch heutige Generationen mit ihrem Wirken als Landesherrin und als Gründerin des Heilbades Eilsen befassen. Wie groß noch immer das Interesse an dieser sehr jung gestorbenen Regentin eines kleinen Landes ist, bewies jetzt ein Vortrag, den die Gästeführerin Wilma Kolbe im Lesesaal des Kurortes hielt. Bei dieser Veranstaltung, die zum Angebot des „Landsommers im Weserbergland“ gehört, reichten die Plätze nicht. Und deshalb mussten einige Gäste noch von der benachbarten Tourist-Information aus zuhören.

Doch was macht eigentlich die unverminderte Anziehungskraft Julianes aus, die ausgangs des 18. Jahrhunderts lebte? Da wäre zunächst einmal ihr ungewöhnlicher und viel zu kurzer Lebensweg. Sie wurde in Holland geboren, wo ihr Vater, der Landgraf von Hessen-Philippsthal, als General diente. Mit 19 Jahren heiratete sie den 57-jährigen Grafen Philipp zu Schaumburg-Lippe.

Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie mit dem Grafen Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn, dem Vormund ihres minderjährigen Sohnes Georg Wilhelm, die Regierung. Juliane sorgte mit etlichen sozialen Reformen für die Bürger. Schwerpunkte waren Gesundheitswesen und Schulen. Durch sparsames Wirtschaften senkte sie dazu die Steuerlast. Das Gerichtswesen wurde vereinfacht und beschleunigt. Erfolgreich zur Wehr setzte sie sich auch gegen die Annexionsbestrebungen der benachbarten Hessen.

Juliane holte den Arzt Dr. Faust nach Bückeburg, der dort die Pockenimpfung einführte. Dazu kam der Baumeister von Vagedes, der unter anderem gegenüber der Klus einen Park anlegte, von dem heute nicht viel erhalten geblieben ist. Außerdem wirkte in der Residenz damals Johann Christoph Friedrich Bach als Hofkapellmeister. Die musisch begabte Fürstin sorgte mit Konzerten, Theateraufführungen und Maskenbällen für ein reges kulturelles Leben am Hofe. Dabei lernte sie wohl auch Leutnant von Kaas kennen, den späteren Oberforstmeister und Geliebten der jung verwitweten Landesherrin. Es ist zweifelhaft, ob es den Kurort Bad Eilsen heute geben würde, wenn Juliane nicht dafür gesorgt hätte, dass die Heilquellen dort genutzt wurden und Badeanlagen entstanden. sig

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg