Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bad Eilsen Gastronomen klagen über Rücksichtslosigkeit
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Gastronomen klagen über Rücksichtslosigkeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 15.07.2018
Durch den – teilweise sogar mit einer weißen Plane verhängten – Gitterzaun haben sich die auf der Terrasse seines Lokales (rechts im Bild) sitzenden Gäste wie in einem Gefängnis gefühlt, klagt Karl Stramer. Quelle: wk
Anzeige
Bad Eilsen

Nicht wenige dürften das zweitägige Fest noch lange gut in Erinnerung behalten. Karl Stramer (Stramer’s Cafébar & Bistro) und Erwin Sengebusch (Bistro am Tennisplatz) hingegen empfinden die Veranstaltung als geschäftsschädigend.

„Es wird keine Rücksicht auf uns genommen“, klagt Stramer. So sei sein Lokal beziehungsweise dessen Terrasse am Sonnabend durch einen in nur ein bis zwei Metern Abstand aufgestellten Gitterzaun eingeengt worden. Seine Gäste hätten sich deshalb wie in einem „Gefängnis“ gefühlt. Zudem sei der Zugang zu seinem Gastronomiebetrieb nicht mehr eindeutig zu erkennen gewesen.

„Wir haben ja alleunsere Stammgäste“

„Ich habe reihenweise Beschwerden von Gästen gehabt“, so Stramer. Überdies merkt er an, dass es doch „nur fair“ sei, so etwas wie den Aufbau eines Zaunes zuvor abzusprechen. Eine kleine Einschränkung müsse er wegen solch einer Großveranstaltung zwar in kauf nehmen, aber den Zaun dermaßen dicht neben seine Außenterrasse zu stellen, sei „rücksichtslos“.

Sengebusch moniert dagegen, dass der aus Richtung Fürstenhof zu seinem Bistro führende Parkweg, die Lindenallee, am Sonnabend bereits ab dem Nachmittag wegen des Festes abgesperrt worden war. Obwohl es seines Erachtens gereicht hätte, den Fußweg erst eine halbe Stunde vor dem gegen 23 Uhr im Kurpark gezündeten Feuerwerk abzusperren. Letzteres wäre „völlig okay gewesen“, betont der Gastronom, denn dann hätten nachmittags auch Leute zu ihm kommen können.

Damit nicht genug, ärgern sich die beiden auch über die von der Agentur „Affen Events“ an der Konzertmuschel im Bad Eilser Kurpark aufgezogenen Public Viewings. Seit fast 20 Jahren betreibe er nun schon sein Lokal, und während dieser Zeit habe er auf der Terrasse immer die Fußball-Weltmeisterschaften gezeigt, erklärt Stramer. In diesem Jahr aber sei es ihm „kaum möglich“ gewesen, seine Gäste zu halten. Zum einen, da die Lautstärke des von „Affen Events“ ausgerichteten Public Viewings sehr hoch gewesen sei, zum anderen, weil der Ton zeitversetzt zu dem auf seiner Außenterrasse zu hörenden Fernsehton herübergeschallt sei. „Mir sind die Gäste reihenweise weggelaufen durch diesen Krach“, berichtet Stramer.

Getränkeverkauf untersagt

„Es ging jahrzehntelang anders: Jeder hat sein Public Viewing gemacht –und es hat immer für alle gereicht“, macht auch Sengebusch seinem Ärger Luft. Diesmal aber habe bei ihm niemand zum Fußballschauen gesessen, da alle bei dem Public Viewing der Agentur „Affen Events“ gewesen seien.

Mareike Wolfes und Kevin Mrosowski, die beiden Geschäftsführer der Agentur, können die Aufregung nicht verstehen. Eine kostspielige Großveranstaltung wie „Bad Eilsen leuchtet“ finanziere sich vor allem über den Getränkeverkauf und nur zu einem geringeren Teil über die von den Besuchern erhobenen Eintrittsgelder, sagt Wolfes. „Dabei trägt man als Ausrichter solch einer Veranstaltung ein erhebliches unternehmerisches Risiko, da die Kalkulation ja auch mal nicht aufgehen kann.“

Dies habe man Stramer bereits 2017 erläutert, als es darum gegangen sei, warum man den Getränkeverkauf ausschließlich in Eigenregie manage. Anlass dafür sei gewesen, dass Stramer damals (bei der Premiere von „Bad Eilsen leuchtet“) seinerseits Getränke bei dem Fest habe verkaufen wollen, was man ihm aber aus eben diesem Grund untersagt habe.

Mrosowski ist sicher, dass auch Stramer profitiert hat

Alternativ hätte sich der Gastronom jedoch gern an den Kosten beteiligen und dafür einen Verkaufsstand für Flammkuchen oder andere Speisen bei der Veranstaltung betreiben können, so Wolfes. Was Sengebusch betrifft, sei dessen Bistro trotz der lediglich am Sonnabend erfolgten Absperrung des Festgeländes über den rückseitigen (östlichen) Teil des Kurparkes weiterhin frei zugänglich gewesen.

„Wir haben die Fläche ja gemietet“, ergänzt Mrosowski. Im Übrigen sei ihm von einem der Security-Mitarbeiter berichtet worden, dass von diesen mehrere Gäste durch die Absperrung zu Sengebuschs Lokal durchgelassen worden seien.

Hinsichtlich der Public Viewings ist sich Mrosowski zudem sicher, dass Stramer davon „auf jeden Fall“ profitiert habe, weil etliche Besucher während der Übertragung der Fußballspiele und im Anschluss bei „Stramer’s Cafébar & Bistro“ eingekehrt seien, um dort etwas zu essen und zu trinken. wk

Anzeige