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Gottesdienst: Hinter den Kulissen

Teamarbeit Gottesdienst: Hinter den Kulissen

Die Glocken läuten, die Gläubigen verlassen wieder einmal zufrieden die Kirche im Kurort: Der Pastor hat gut gepredigt, die Organistin hat den Gottesdienst einfühlsam musikalisch begleitet, ehrenamtliche Helfer haben sich für die Gestaltung etwas einfallen lassen, die Kirchenältesten und die Küsterin haben zum Abschied wie immer ein paar freundliche persönliche Worte gefunden.

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Kathrin Dütsch, Hendrik Blank und Marion Kirstein am Altar der Christuskirche: Sie sorgen in einem großen Team mit dafür, dass jeder Gottesdienst zum Erlebnis wird.

Quelle: kk

Bad Eilsen. Für einen solch harmonischen Ablauf müssen viele Räder ineinandergreifen – die Arbeit eines gut eingespielten Teams. Ein Blick hinter die Kulissen. Im Gespräch mit Pastor Hendrik Blank, Küsterin Marion Kirstein, Pfarramtssekretärin Kathrin Dütsch und Emilia Blank, die gelegentlich die Kirchenmusikerin Annette Pflug-Herdrich vertritt, wird schnell klar, dass so ein Gottesdienst Teamarbeit ist – und nicht von jetzt auf gleich organisiert werden kann.

Dienstplanbesprechung

Schon Monate vorher besprechen Blank und Diakon Ingmar Everding den Dienstplan für die kommende Zeit. Eng eingebunden in diese Planungen ist auch Prädikantin Ruth Everding. Dabei gilt es, einerseits die Vorgaben des Kirchenjahres, andererseits besondere Traditionen der heimischen Kirchengemeinden zu berücksichtigen.

Guter Brauch ist es zum Beispiel in Bad Eilsen, dass in die Gottesdienstgestaltung häufig Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Gemeindekreisen mit eingebunden werden, sei es bei der inhaltlichen oder der musikalischen Ausgestaltung. Und dass Gottesdienst nicht nur in der Christuskirche stattfinden muss, zeigen immer wieder Ausflüge in den Kurpark oder gemeinsam mit der Kirchengemeinde Steinbergen zum Beispiel an den Badestrand nach Engern.

„Das ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis für die Gläubigen, aber auch für die Mitwirkenden“, sagt Blank. Gerade wenn sich viele Helfer einbrächten, würde klar, dass ein Gottesdienst keine „One-Man-Show“ sei.

Praktische Vorbereitung

Doch zurück zum „normalen“ sonntäglichen Gottesdienst in der Christuskirche. In der Woche davor beginnt die rein praktische Vorbereitung. Im Kirchenbüro bereiten Dütsch und Anja Hillmann die Abkündigungen vor, die im Gottesdienst verlesen werden. So erfahren die Gemeindeglieder beispielsweise, wer gestorben ist oder getauft wurde und wie hoch die letzte Kollekte ausgefallen ist.

Der Pastor geht daran, den Gottesdienst im Detail zu planen: Welcher rote Faden soll sich durch den Ablauf ziehen? Nun ist es auch Zeit, letzte Absprachen mit den Lektoren über die Lesung aus Episteln und Evangelium und den Kirchenmusikerinnen über die Abfolge der Lieder zu treffen. So haben die Organistinnen genügend Zeit, noch einmal zu üben und sich auf Besonderheiten vorzubereiten. Im Kirchenbüro werden die Liedtexte und der Gottesdienstablauf zusammengestellt, jeder Besucher erhält am Sonntag sein persönliches Programm.

Aktuelle Themen einfließen lassen

Derweil macht sich Theologe Blank an die Ausarbeitung seiner Predigt. Worüber wird er sprechen? Da gibt es klare Vorgaben: In der evangelischen Kirche ist in sogenannten Perikopenreihen für das Kirchenjahr vom ersten Advent bis zum Ewigkeitssonntag geregelt, welche Bibelstellen „dran“ sind. Natürlich kann der Geistliche davon auch mal abweichen, wenn er gerne aktuelle Themen einfließen lassen möchte.

Blank nennt ein Beispiel: Ein Thema wie „Glaube und Fußball“ drängt sich natürlich zu EM-Zeiten geradezu auf. Blank schmunzelt: „Man darf über alles predigen, nur nicht über eine Viertelstunde.“ Will sagen: Was man in zwölf oder 13 Minuten nicht „rüberbringt“, das ist auch in einer halben Stunde kaum zu vermitteln – und langweilt vielleicht nur. Und verständlich und interessant müsse eine Predigt sein: „Schließlich haben wir die beste Botschaft der Welt zu verkünden.“ Da darf zum Beispiel zu Ferienbeginn auch mal ein Liegestuhl in der Kirche für Aufmerksamkeit sorgen, in dem es sich der Pastor zum Predigen gemütlich gemacht hat.

Pech nur, wenn die Technik nicht gleich mitspielt und Meeresrauschen und Möwengeschrei von der CD verspätet einsetzen. Aber: „Live is live“. Doch thematisch gebe es auch Grenzen: Zu Ostern müsse schon über die Auferstehung gesprochen werden.

Die "stille Heldin"

Am Sonntagmorgen ist meist Küsterin Kirstein die erste in der Kirche. Die „stille Heldin“ der Gemeinde, wie der Pastor sie anerkennend nennt, trifft letzte Vorbereitungen. Das Abendmahlgeschirr wird gerichtet, Oblaten und Wein müssen bereit stehen. Ein letzer Blick auf den Blumenschmuck und die Altardecken – dann werden die Kerzen angezündet. Es ist fast Zeit, die ersten Gläubigen zu begrüßen.

Glockengeläut lädt jetzt zum Besuch des Gottesdienstes ein. Geläutet wird natürlich schon lange nicht mehr von Hand, selbst der richtige Zeitpunkt ist einprogrammiert. Ein Knopf für die Glocken muss allerdings noch gedrückt werden, wenn gemeinsam das Vaterunser gebetet wird.

Lampenfieber gehört dazu

Zu diesem Zeitpunkt nähert sich der Gottesdienst dem Ende – alles hat wieder einmal geklappt. Und trotzdem: Auch in der nächsten Woche werden nicht nur Organistin und Pastor wieder etwas Lampenfieber vor ihrem „Auftritt“ haben. Das gehöre einfach dazu, verraten beide. Blank: „Und das ist auch gut so.“ So ein Gottesdienst dürfe nie zur Routineangelegenheit werden – selbst wenn solch ein eingespieltes Team beteiligt sei. kk

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