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Große Welle der Hilfsbereitschaft

Bad Eilsen / Typisierungsaktion Große Welle der Hilfsbereitschaft

Eine große Welle der Hilfsbereitschaft, verbunden mit einer riesigen Solidarität, hat das Schicksal der 14-jährigen Michelle Hohbein ausgelöst.

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Michelle und ihre Mutter Susanne Hohbein.

Quelle: möh

Bad Eilsen. Ihre Mutter arbeitet in der Hauptverwaltung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Hannover-Braunschweig in Laatzen. Michelle erkrankte an akuter lymphatischer Leukämie der aggressivsten Form. Daher entschloss man sich recht spontan, eine Spenden- und Typisierungsaktion unter dem Motto „Wir für Michelle“ ins Leben zu rufen, da viele Kolleginnen und Kollegen das junge Mädchen durch zahlreiche Besuche im Büro recht gut kennen.

Allein in Bad Eilsen spendierten die Mitarbeiter des Rehazentrums 30 selbst gebackene Torten und Kuchen, die zusammen mit dem Kaffee, den natürlich die Klinik sponserte, im Rahmen eines Kaffeetrinkens im Patientenrestaurant verkauft wurden. Dabei kamen stolze 923,51 Euro zusammen, die für eine Mitarbeiter-Typisierung im Rehazentrum vorgesehen sind. Mit dieser „wahnsinnigen“ Summe, so Kerstin Henke, eine der Organisatorinnen der Aktion in Bad Eilsen, habe niemand gerechnet.

Zudem warfen viele Patienten noch das Wechselgeld oder sogar ein Extra-Scheinchen in ein Spendenglas des Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellenregister (NKR), das die Typisierung der DRV-Mitarbeiter zwar kostenlos durchführt, aber auf Spenden angewiesen ist. Bei dem Kaffeetrinken wurden auch „virtuelle Kuchenstücke“ für den guten Zweck verkauft, wie Kerstin Henke mitteilte. Patienten bezahlten die Torte, die sie sich allerdings nicht auf ihren Teller legen ließen. An der Aktion beteiligen sich mittlerweile alle Verwaltungen, Kliniken und Außenstellen der DRV Hannover Braunschweig. Der Startschuss fiel allerdings im heimischen Rehazentrum.

Bei Michelle wurde am 8. Mai 2014 die Diagnose Blutkrebs gestellt. Als ihre Mutter Susanne Hohbein während der Arbeit in der Hauptverwaltung der DRV in Laatzen telefonisch informiert wurde, bekamen die Kolleginnen und Kollegen die schlechte Nachricht recht schnell mit. Zudem war bereits bekannt, dass das junge Mädchen eine Odyssee über Monate von Arzt zu Arzt hinter sich hatte, denn sie litt unter Schwindel- und Migräneanfällen, hatte Knochenschmerzen und eine auffallende Blässe.

Die Symptome wurden zunächst immer wieder auf das schnelle Wachstum von Michelle geschoben und auch darauf, dass so etwas „bei Mädchen in diesem Alter schon mal vorkommt“. Ein Blutbild war aber nie gemacht worden. Schon eine Woche nach der Diagnosestellung begann die Chemotherapie.

Schnell überlegten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Susanne Hohbein, was zu tun sei, um Michelle und ihre Familie nicht nur moralisch, sondern wirksamer zu unterstützen. Spontan kam der Gedanke an eine Typisierungs- und Spendenaktion zugunsten eines Knochenmarkregisters ins Spiel und so wurde das NKR als Kooperationspartner gewonnen. Zum großen Glück für das junge Mädchen erhielt die DRV Braunschweig-Hannover vor kurzem die erfreuliche Nachricht, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt keine Stammzellspende benötigt.

Jetzt im Oktober findet dennoch die große Typisierungsaktion in allen Häusern der DRV Braunschweig-Hannover statt, denn immer wieder erkranken Menschen an Blutkrebs und es werden zu allen Zeiten Stammzellen- oder Knochenmarkspender benötigt. Die Typisierung der Mitarbeiter im Rehazentrum und deren Angehörigen ist im Rahmen des Gesundheitstages am Mittwoch, 8. Oktober, in der Zeit von 8 bis 16 Uhr vorgesehen. Als Spender für Stammzellen können sich alle gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren registrieren lassen.

Als „gesund“ definiert das NKR „keine dauerhafte Medikamenteneinnahme, keine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit und keine chronischen Erkrankungen. Wer sich in der Vergangenheit bereits bei einer anderen Organisation hat registrieren lassen, muss nicht noch einmal typisiert werden.   möh

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