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„Hauptsache, alle anderen hatten Spaß“

Bad Eilsen „Hauptsache, alle anderen hatten Spaß“

Vollmundiger hätte man die im „Palais im Park“ in Bad Eilsen über die Bühne gegangene „Zauber der Travestie“-Show kaum ankündigen können: „Hier kommt die schrillste Nacht des Jahres“, hieß es in den ausgegebenen Programmflyern.

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Hemd, Pulli und Hose noch nicht wieder zurechtgerückt, nahm der von der „Bösen Muschi“ (rechts) auf der Bühne „gequälte“ Sachsenhäger den begeisterten Applaus des Publikums entgegen.

Quelle: wk

Bad Eilsen. Und eine zu Beginn der Veranstaltung aus dem Off erklingende Stimme sprach gar davon, dass dem Publikum nicht weniger als das „neunte Weltwunder“ präsentiert werde. Letzteres war zwar ein bisschen sehr hoch gegriffen, aber dass es im Bereich der Travestie derzeit nichts Schrilleres gibt, das mochte man am Ende der mehr als zweistündigen Gala durchaus glauben. Jedenfalls hatten die mit viel Make-up und schrägen bis glamourösen Kostümierungen auf „Frau“ machenden Künstler den rund 300 Zuschauern ein überaus unterhaltsames, wenn auch – vom zotigen Humor her – bisweilen recht derbes Programm geboten, mit dem sie den ganzen Saal immer wieder zum Toben brachten. Jubelrufe inklusive.

Dass es mitunter ein sehr spezielles Erlebnis sein kann, bei solch einer Show in der ersten Reihe zu sitzen, diese Erfahrung durfte insbesondere ein junger Mann aus Sachsenhagen machen. Denn ihn hatte sich eine mit düsterem Lack-Leder-Outfit bekleidete und als „Böse Muschi“ vorgestellte Domina ausgesucht, um mit ihm grausames Spiel zu treiben. Dabei zerrte sie den armen Kerl zur großen Freude der Zuschauer an einer um seinen Hals gelegten Kette auf die Bühne und band ihn dort mit dem Rücken zum Publikum an eine Leiter. Nach einem kurzen Vorspiel mit der Gerte ging die „Böse Muschi“ richtig zur Sache: Sie zog ihrem Opfer den Gürtel aus dessen Hose, öffnete deren Knopf und Reißverschluss und legte dessen Hintern dann unter dem lautstarken Johlen der Zuschauer zur Hälfte blank. Schließlich ließ sie ihre Gerte auf dem Gesäß des 31-Jährigen tanzen, bevor sie ihn nach einem ergaunerten Kuss als Nachspiel wieder auf seinen Sitzplatz in der ersten Reihe entließ.

„Als sie den Knopf meiner Hose aufgemacht hat, habe ich gedacht, jetzt ist’s irgendwie blöd, aber weglaufen ging ja nicht“, berichtete der Sachsenhäger später im Gespräch mit unserer Zeitung, und resümierte: „Aber Hauptsache, alle anderen hatten Spaß!“ Wobei sein Lachen darauf hindeutete, dass er die Aktion auch lustig gefunden hatte. wk

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