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Im Ortskern entsteht ein neues Baugebiet

Bad Eilsen / „Leben im Alter“ Im Ortskern entsteht ein neues Baugebiet

Im Ortskern tut sich etwas. Konkret: Der Gemeinde Bad Eilsen liegt ein Bauantrag für den an der Bahnhofstraße dem Kurtheater gegenüberliegenden Bereich „Langer Kamp“ vor. Dort befindet sich heute – versteckt hinter großen, alten Bäumen – ein alter Bauernhof, der von einem Wohnhaus im Westen und von einem Imbiss im Osten flankiert wird.

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Am Gebäude oben links sollen die Arbeiten im geplanten Baugebiet beginnen.

Quelle: thm

Bad Eilsen. Hinter diesen drei Gebäuden befinden sich bislang nicht bebaute Flächen. Der Eigentümer des gesamten Bereichs möchte auf diesen Flächen eine den heutigen Wohnbedürfnissen entsprechende Bebauung schaffen. Insgesamt sollen bis zu elf Gebäude entstehen.

 Ziel: Zentrumsnahes Wohnen ermöglichen

 Das Konzept sieht eine zentral gelegene Wohnanlage vor, die insbesondere die Wohnbedürfnisse der älteren Bevölkerung berücksichtigen soll. Dazu möchte der Investor die im Bereich hinter dem heutigen Bauernhof gelegenen Flächen kleinteilig aufteilen, mit jeweils eigenen Gartenflächen und in diesen liegenden kleineren Wohnbauten – möglicherweise in Form von Apartments.

 Dort, wo heute der Bauernhof und die beiden Nebengebäude stehen, soll eine aus wiederum drei Gebäuden bestehende Struktur geschaffen werden, die durch ihre Gliederung, Anordnung und Fassadengestaltung an die bisherige Bebauung erinnert und zugleich den historischen Gebäuden auf der anderen Seite der Bahnhofstraße gerecht wird.

 Stadtplaner Matthias Reinold sieht als Ziel des Vorhabens, dort zentrumsnahes Wohnen zu ermöglichen. „Die Gemeinde stellt sich damit neu auf, man kann schon von einer Runderneuerung sprechen.“ Das Thema „Leben im Alter – Demografie“ erlange zunehmend Bedeutung, und gerade dieses Areal sei dafür besonders geeignet. Reinold: „Die Nähe zu Versorgungsanlagen und zu medizinischen Einrichtungen ist hier absolut gegeben – man muss schon fast sagen: Wenn nicht hier, wo dann?“

 Der bestehende Bebauungsplan soll Reinold zufolge im Wesenskern seiner einzelnen Bestimmungen nicht angetastet, in seinem Wirkungsbereich jedoch geringfügig erweitert werden. Außerdem sei aufgrund des zwischen Architekt, Investor und Planer abgestimmten Gestaltungskonzeptes eine geringfügige Verschiebung der Baugrenzen im Norden zur Bahnhofstraße und im Osten des Plangebietes in Richtung Aue unvermeidlich. Dort seien bislang Flächen zum Anpflanzen von Bäumen und Sträucher vorgesehen. Diese sollen um fünf Meter nach Osten versetzt werden, sodass diese außerhalb des rechtsverbindlichen B-Planes anschließen und hier eine kleinräumige Erweiterung des Plangebietes bewirken.

 Die Planung führt laut Reinold weder zu naturschutzfachlichen Eingriffen, noch zu weitergehenden Investitionen der Gemeinde. Letzterer Hinweis bezieht sich auf die in dem Plangebiet jetzt erscheinenden Verkehrs- und Wegeflächen. „Das sind alles Privatflächen, die vom Investor auf seine Kosten so gestaltet werden müssen, dass beispielsweise ein Müllfahrzeug dort keine Probleme bekommt.“

 Eine andere Weiterung betrifft Reinold zufolge die bisher nicht zulässigen „sonstigen nicht störenden Gewerbebetriebe“, die künftig im Ausnahmefall erlaubt sein sollen, denn: „Der Zeitgeist hat sich inzwischen geändert.“ Damit könnten sich in dem Gebiet künftig auch kleinere Dienstleisterbetriebe ansiedeln, die einen Beitrag zur wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung leisten. Dies könnten zum Beispiel Einrichtungen und Nutzungen der Gesundheitsvorsorge, der Pflege oder andere, das Wohnen sinnvoll ergänzende Nutzungen sein. Wohlgemerkt: Die Gewerbeansiedlung soll die Ausnahme bleiben, und sie soll nur dann erlaubt sein, wenn sie nicht störend ist.

 „Das spart die halbe Verfahrenszeit“

 An den wesentlichen Elementen des ursprünglich im Jahr 1988 entstandenen Bebauungsplanes für dieses Gebiet will Reinold „nicht dran rumändern“. Und das aus gutem Grund: Die dortigen Festsetzungen seien bereits sehr differenziert, enthielten etliche Gestaltungsvorschriften, zum Beispiel zu Drempelhöhen, zu Firsthöhen diverser Form und Güte, zu Dachneigungen, zu Werbeanlagen bis hin zum Vermeiden untypischer Baumaterialien. „Man hat damals schon auf dem richtigen Weg gedacht“, so der Planer, „deshalb möchte ich all das auch gar nicht verändern.“

 Zum weiteren Verfahren führte Gemeindedirektorin Svenja Edler: „Wir haben jetzt schon ein verkürztes Planverfahren nach Paragraf 13a des Baugesetzbuches. Aber wir gehen noch einen Schritt weiter und schlagen vor, auch den Auslegungsbeschluss zu fassen. Dann könnte das angestrebte Projekt zeitnah umgesetzt werden.“ Reinold ergänzte: „Das spart die halbe Verfahrenszeit.“ Er rechnet mit einem Abschluss des Verfahrens innerhalb von acht bis zehn Wochen.thm

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