Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Bad Eilsen Immer ein waches Auge
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Immer ein waches Auge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:20 24.04.2018
Vom Bauhof mit Holzstangen abgestützt, ist dieser betagten, urig gewachsenen Eiche vielleicht noch ein langes Leben beschert. Quelle: wk
BAD EILSEN

Denn ohne die imposanten Laub- und Nadelbäume wäre die weitläufige Anlage nicht annähernd so schön wie heute – und für Besucher sicherlich nicht mal mehr halb so interessant. Der Bauhof der Gemeinde hat daher ein waches Auge auf die Baumveteranen, um bei etwaigen Vitalitätsproblemen frühzeitig geeignete Pflegemaßnahmen einzuleiten.

„Wir kennen unsere Bäume, da wir ja ständig vor Ort sind“, sagt Bertram Meyer, der Bauhofleiter. Außerdem lasse man die Bäume aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht regelmäßig von einer Baumsachverständigen begutachten. Die Expertin kontrolliere die Bäume auf eventuelle Beschädigungen oder auf einen möglichen Schädlingsbefall hin, da beides im schlimmsten Fall die Standfestigkeit des betroffenen Baumes gefährden könne.

Das Fällen eines solchen Baumes ist laut Meyer jedoch die letzte aller infrage kommenden Lösungen, da immer der Erhalt des jeweiligen Parkbaumes im Vordergrund steht. Wie dies in der Praxis aussieht, erläutert der Bauhofleiter am Beispiel einiger Baumveteranen.

Auseinanderbrechen verhindern

So sind bei einer auf der Rückseite der Tuffsteinquelle stehenden alten, knorrigen Eiche zwei ausladende Äste mit Holzstangen abgestützt worden, damit dieser Baum nicht umstürzt oder unter dem Gewicht dieser Äste auseinanderbricht.

Bei einem anderen Laubbaum, deren Stamminneres aufgrund Fäulnis zum Teil hohl ist, werden die starken Kronenäste dagegen von dazwischen gespannten Seilen und einem Gurt zusammengehalten – ebenfalls, um ein Auseinanderbrechen zu verhindern.

Sind nur einzelne Kronenäste von holzzerstörenden Pilzen befallen oder sogar abgestorben, werden diese bis ins gesunde Holz gekappt, in der Hoffnung, dass der Baum an dieser Schnittstelle neu austreibt. Was in der Regel dann auch funktioniert, wie man an diversen Exemplaren im Kurpark sehen kann.

Ein krasses Beispiel für die Bemühungen des Bauhofes, auch stark geschädigte Parkbäume am Leben zu erhalten, stellt – unübersehbar – eine nahe der Tuffsteinquelle zu findende Hängebuche dar. Viel mehr als ein weiß getünchter, von allen alten Kronenästen befreiter Stamm ist von dem einstigen Prachtbaum nach der durchgeführten Pflegemaßnahme nicht übrig geblieben.

Baum kommt wieder in Gang

Vor rund vier Jahren habe man zwei vor dieser Hängebuche gestandene große Linden fällen müssen, da diese unrettbar von einem „Brandkrustenpilz“ befallen waren, berichtet Meyer. Da die Hängebuche somit nicht mehr beschattet werde, habe man den Baum mit einem speziellen Anstrich versehen, der als Sonnenbrandschutz fungiert. Nach und nach löse sich dieser Anstrich auf, sodass die Hängebuche Zeit habe, sich allmählich an die auf ihren Stamm einwirkende Sonneneinstrahlung zu gewöhnen.

Leider sei bei der Hängebuche aber ebenfalls ein in den Kronenästen wachsender, holzzerstörender Pilz festgestellt worden, führt der Bauhofleiter weiter aus. Da der Stamm selbst jedoch noch vital ist, habe man lediglich die Baumkrone entfernt, um dem mehr als 100 Jahre alten Laubbaum noch eine Chance zu geben.

„Das sieht zwar nicht schön aus, aber wenn der wieder austreibt, wird er wieder schön“, sagt Meyer, und ergänzt: „Jetzt kommt der Baum wieder richtig in Gang.“ Und in der Tat sind im Bereich der Kappstellen bereits zahlreiche kleine, dünne Äste nachgewachsen, die einen typischen Hängebuchen-Wuchs erkennen lassen. wk