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Insolvenz wegen Fahrtenbuch

Bad Eilsen Insolvenz wegen Fahrtenbuch

Sie dachten nichts Böses, als sich die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover zu einer Betriebsprüfung ansagte: die beiden Geschäftsführer Ingrid Harmel und Karsten-Jörg (Charly) Scheffler der Scheffler GmbH.

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Charly Scheffler ist sehr verärgert, dass die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover Fahrtenbücher moniert, die das Finanzamt seit vielen Jahren akzeptiert.

Quelle: möh

Bad Eilsen. Ihre Geschäftspapiere waren in Ordnung und auch die Fahrtenbücher für ihre beiden Autos sollten kein Problem sein, denn das Finanzamt prüfte schließlich auch die Kilometerabrechnung und hatte in der Vergangenheit keine Beanstandungen, wie Scheffler erklärte.

Doch dann setzte sich am 26. März 2015, dem Tag der Betriebsprüfung durch die Sozialversicherung, zunächst sehr langsam ein Rädchen in Bewegung, das dann aber immer schneller wurde – und am Ende steht die Insolvenz der Scheffler GmbH, die seit fast 30 Jahren existierte.

Der Grund für diese „Talfahrt“: Die Deutsche Rentenversicherung erkennt die Fahrtenbücher in der vorliegenden Form nicht an und verlangt daher von der Firma für die Jahre 2011 bis 2013 eine Nachzahlung in Höhe von 20 800 Euro.

Harmel und Scheffler verstehen die Welt nicht mehr. Vor allem sind sie über den Prüfer der Rentenversicherung erbost, da sie dessen Vorgehensweise nicht akzeptieren können. Denn: Nach der offiziellen Betriebsprüfung bemängelte die Sozialversicherung zwar die Fahrtenbücher der beiden Fahrzeuge, mit denen die beiden Handelsvertreter unterwegs sind. Als keine weiteren Mitteilungen folgten hätten sie gedacht: „Das Problem Kilometerabrechnung hat sich erledigt, sonst hätten wir von der Deutschen Rentenversicherung sicherlich gehört.“

Dann ging es Schlag auf Schlag. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2015 erhielten die beiden Geschäftsführer einen Anhörungsbogen, nach dem sie wegen der Mängel bei der Betriebsprüfung für die Jahre 2011 bis 2013 zunächst 16400 Euro inklusive etwa 4000 Euro Säumniszuschläge zahlen sollten. Am 29. Dezember 2015 sollte die Firma dann plötzlich 20800 Euro (inklusive 4800 Säumniszuschlag) zahlen. Kontaktversuche scheiterten: Der zuständige Prüfer lehne jedwedes persönliche Gespräch rigoros ab. Die Rentenversicherung bemängelte, dass Fahrstrecken nicht einwandfrei ermittelt und Kilometerangaben nicht nachvollzogen werden könnten. Da die Fahrtenbücher für 2014 und 2015 bereits ausgefüllt sind und nun als Dokumente nicht mehr verändert werden dürfen, drohten der GmbH weitere Kosten, denen Scheffler und Harmel nun mit der Insolvenz aus dem Wege gehen. Dennoch trauert Scheffler seiner „alten“ Firma hinterher, die, so erklärt er, nach 30 Jahren „einfach so zerschlagen“ werden musste. Die Insolvenz ist im Juli vom Amtsgericht Bückeburg offiziell eröffnet worden. möh

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