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Bad Eilsen Jetzt erst recht
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00:25 06.10.2014
Ein echter „Typ“ unter Bad Eilsens Wahrzeichen: „V“ wie „The Voice of Germany“? Oder „V“ wie „Victory“? Unter den Säulen des Tuffsteinbrunnens freut sich René Noçon auf die Herausforderungen, die vor ihm stehen. Quelle: (thm)
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Bad Eilsen (thm)

Noçon ist heute 39, hat also nicht unbedingt das Alter, in dem Karrieren im Pop- oder Rockgeschäft üblicherweise beginnen. Das höhere Alter jedoch bringt bisweilen Vorteile mit sich, denn der bisherige Lebensweg hat schon Spuren hinterlassen. Solche Ecken und Kanten sind es, die dem Künstler sein Profil geben.

Das Leben Noçons beginnt in jeder Hinsicht unauffällig. Im Auetaler Krankenhaus wird er in eine alteingesessene Eilser Familie hineingeboren. Er geht auf die Grundschule in Heeßen, wechselt nach Bückeburg zur Orientierungsstufe und danach zur Herderschule. Als Achtjähriger beginnt er mit dem Klavierspielen. Als 14-Jähriger wird er zweiter Keyboarder der Schülerband „Binom“. Holger Brauns ist dort die Nummer eins an den Tasten. Die beiden werden Freunde – bis heute.

„Als ich 18 wurde, dachte ich mir: Oops, ich kann doch selbst bestimmen, ob ich hierbleibe oder nicht“, erinnert sich Noçon an den Grund, im Jahr 1993 das Gymnasium Adolfinum zu verlassen. Längst ist Musik für ihn das Wichtigste. Inzwischen ist er Sänger der Band „Simon Faints“. Die veröffentlicht 1995 bei Frank Suchlands Contrapunkt-Verlag das Album „Wonderland“ – produziert von Mirco Vogelsang, der kürzlich in Bückeburg bei dem Musical „Die Schwarzen Brüder“ Regie geführt hat. „Das ging recht lange, wir hatten auch Pläne“, blickt Noçon zurück. Die Band ist auseinandergefallen, als sein Kumpel Holger nach Hamburg gezogen ist.

„Dann habe ich irgendwann Olli Schröder kennengelernt“, blickt der Sänger zurück auf „diese wundervolle Zusammenkunft“ von vier Musikern, zu der neben dem Sänger und dem Edel-Saitendehner des Schaumburger Landes außerdem Schlagzeuger Matthias Tempel und Bassist Martin „Wunz“ Hohmeier gehören. Als „Bushfire“ hat das Quartett in so manchem Club wahre Steppenbrände entfacht – und nebenbei noch zwei Alben produziert. „Für mich war das, wenn du so willst, mein Abgangshighlight im Schaumburger Land. Danach habe ich hier nie wieder etwas gemacht.“ Was nicht ganz korrekt ist. Bei Stippvisiten war Noçons gefühlvoller Gesang bisweilen auch hierzulande zu hören – sei es in der „Schraub-Bar“, im „Bunker“ in Minden, mal mit Julius Becker und Kersten Nix, mal solo.

2006 dann ein großer Bruch, der Sänger geht nach Berlin. „Privat lief es nicht mehr rund, Stress mit den Mädels. Ich war damals ziemlich mit den Nerven runter, musste behandelt werden.“ Die Flucht in die Hauptstadt dauert vier Jahre, sie bleibt ein Intermezzo. Zwar lernt er Leute kennen, macht Musik, sackt aber auch noch weiter durch. Wohl dem, der verständige Eltern hat. „Ich kann nicht mehr, Papa. Hol mich hier ab“, lautet in der Erinnerung der Hilferuf. Der wird erhört. Es folgt ein Jahr „auf Tauchstation“ im Haus der Eltern. „Ich wollte nicht mal mehr singen“ – findet Noçon nur langsam wieder zu sich. Gerade rechtzeitig erhält er die Möglichkeit, in Hamburg als Kiez-Sänger anzufangen. Mit der Band „The Tunes“ singt er seither regelmäßig in drei Clubs der Hansestadt.

Jetzt weiß er, sein Talent einzuordnen, meldet sich im Frühjahr 2014 bei „The Voice of Germany“ an. Er darf zu den Vorcastings nach Hamburg, singt dort drei Songs vor. „Nach drei oder vier Wochen kam dann diese E-Mail – die Einladung zu den ‚Blind Auditions‘“, erinnert sich Noçon. „Ich bin in der größten Fernsehmusikshow für Talente zu sehen. Hammer! Mein Ziel ist es, ganz weit zu kommen. Eines finde ich so richtig geil: Auch mit 40 bekommst du noch mal die Chance zum Durchstarten. Als gefallener Engel in fortgeschrittenem Alter noch einmal loslegen – das wär’s doch, oder?“

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