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„Kann denn Liebe Sünde sein?“

Musikprojekt in Bad Eilsen „Kann denn Liebe Sünde sein?“

Es ist ein sehr ungewöhnliches Projekt, zu dem sich einige Musiker mit sozialem Engagement in Hannover zusammengefunden haben. „Klang und Leben“ nennt sich diese Aktionsgemeinschaft. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Demenzkranken eine besondere Art der Begegnung mit der Musik zu ermöglichen.

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Oliver Perau bringt seine Zuhörerinnen zum Mitsingen beliebter Evergreens. sig

Bad Eilsen . Und dieses Ziel verfolgten sie jetzt auch bei einem Auftritt in der „Kurpark-Residenz“ in Bad Eilsen.

 Mit hoher Intensität versuchte das Team, Menschen zumindest emotional zu erreichen, die in kleinen unsichtbaren Schritten den Bezug zur Gegenwart und damit zum Alltag verlieren oder längst verloren haben. Mit Hilfe der Musik sollten einige der fast ausgelöschten Erinnerungen hervorgeholt werden – zum Beispiel an ein Lied, das vielleicht die Mutter gerne sang, oder an eine Melodie, mit der sich ein besonderes Erlebnis verknüpft.

 Darauf war auch die musikalische Auswahl abgestimmt. Immer wieder fragte der Sänger Oliver Perau die Zuhörer: „Kennen Sie noch diese Melodie?“ Falls die richtige Antwort etwas auf sich warten ließ, half er mit einem kurzen Ansingen nach. Und siehe da – es folgten immer mehr positive Reaktionen. Einige Frauen konnten sogar mit einstimmen. Bei ihnen war ein Stück verschüttete Vergangenheit wieder zum Leben erwacht. Ab und zu stoppte Perau kurz seinen Gesang, um den Zuhörern die Chance zu geben, an dieser Stelle einzusetzen.

 Zur Unterstützung wurden auch Handzettel mit den Songtexten herumgereicht. So wurde das Mitsingen noch leichter gemacht. Und wer stimmlich nicht mehr so auf der Höhe war, der zeigte durch rhythmische Bewegungen seiner Hände oder Füße, dass er in das Geschehen einbezogen war und Spaß an dieser Rückreise in die Vergangenheit hatte.

 Zu Gehör gebracht wurden solche Evergreens wie „Kann denn Liebe Sünde sein?“, „Kalkutta liegt am Ganges“ oder „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ – ein Song, den einst Marlene Dietrich mit ihrer rauchigen Stimme als Lola im Film „Der blaue Engel“ zum Welthit machte. Als Zugaben folgten noch zwei Ohrwürmer: „Ich brauche keine Millionen“, einst mitreißend getanzt und gesungen von Marika Rökk, und und „Ich brech`die Herzen der stolzesten Frau`n“, was nicht nur Heinz Rühmann von sich behauptete, sondern später auch Udo Lindenberg.

 Zwischendurch versuchte der Sänger immer wieder, mit gezielten einfachen Fragen die Zuhörer direkt anzusprechen und zu Antworten zu ermuntern. Das gelang ihm so häufig, dass schon der Eindruck entstehen konnte, dies sei ein ganz normaler musikalischer Nachmittag.

 Es gab fröhliche und entspannte Gesichter zu sehen und Augen, die nicht ins Leere blickten. Das Team von „Klang und Leben“ besitzt eine hohe musikalische Qualität, aber eben auch soziale Kompetenz im Umgang mit dieser speziellen Alterserkrankung. Mit von der Partie waren Oliver Perau (Gesang), Graziano Zampolin (Gitarre), Andreas Meyer (Klavier) und Jens Eckhoff (Cayon, Gitarre). sig

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