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Kein Nachfolger weit und breit

"Klein Eilsen" Kein Nachfolger weit und breit

„Warum ist eigentlich kein Fachmann bereit, ein gut gehendes Restaurant mit kleinem Hotelbetrieb zu übernehmen?“ Diese Frage stellt sich Dieter Kleen, Inhaber des Landgasthofes und Hotels „Klein Eilsen“, bereits seit mehr als zwei Jahren.

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Eilsen. Obwohl Kleen, der auch das integrierte Steakhaus „Freesisch Ochs“ zusammen mit seiner Frau Ljubica führt, bundesweit Makler beauftragt hat, einen Nachfolger für ihn zu suchen, haben alle Bemühungen bisher nicht gefruchtet.

Dabei läuft das Steakhaus im Landgasthof bestens, und auch die Betten im Hotel sind sehr gut ausgelastet. Dieter Kleen ist aber seit exakt 50 Jahren im Gaststättengewerbe und möchte sich daher langsam zur Ruhe setzen. „Schritt für Schritt“, wie der mittlerweile 66-Jährige erläutert. Denn er ist natürlich bereit, seinen Nachfolger, wenn denn nun endlich einer gefunden wird, einzuarbeiten.

Im Verlauf der 50 Jahre ist Dieter Kleen als gelernter Koch bundesweit viel herumgekommen. So titelte eine Zeitung, als er das „Brauhaus“ in Bückeburg als Pächter übernahm: „Über München und Sylt nach Bückeburg“. Seine vielen Stationen in seinem beruflichen Leben hat er in einer Art Akte mit vielen Zeitungsartikeln immer zur Hand – und es fallen ihm daher schnell einige Geschichtchen ein. So habe er den ersten Kontakt zur ehemaligen Residenzstadt in Cuxhaven gehabt. Und zwar spielten die „Bückeburger Jäger“, die für die Sommersaison gebucht waren, jeden Mittag vor dem Restaurant „Strandperle“, in dessen Küche Kleen Speisen zubereitete. Kleen erinnert sich: „Irgendwann konnte ich die Musik dann nicht mehr hören.“

Dieter Kleen, der übrigens mit seiner Frau Ljubica seit 28 Jahren verheiratet ist, ist seit 36 Jahren selbstständig. In Stade hatte er sogar vier Betriebe auf einmal mit insgesamt 40 Angestellten, wie er stolz erklärt. Seine erste Station im Schaumburger Land war Münchehagen, bevor er dann das „Brauhaus“ in Bückeburg übernahm. In Münchehagen hinterließ er einen überaus bleibenden Eindruck, denn, so Kleen: „Es kommen immer noch Gäste aus dieser Gemeinde nach Klein Eilsen, um bei uns zu essen.“

In seiner Zeit im „Brauhaus“ hatte Kleen Straußen-Steaks im Angebot. Er erinnert sich, dass der damalige Erbprinz Alexander zu Schaumburg-Lippe ein Fan dieser Steaks gewesen sei. „Aber was vorbei ist, ist vorbei“, erklärt Kleen, der, bevor er vor acht Jahren das Landgasthaus „Klein Eilsen“ übernahm, das „Hotel am Kurpark“ in Bad Eilsen führte. Damals habe er wirklich überlegt, dieses Hotel zu kaufen. Dann habe er doch Abstand davon genommen und sich zum Landgasthaus mit Steakhaus „Freesisch Ochs“ orientiert. „Und nun, nach 50 Jahren im Gastronomiegewerbe, wird es Zeit für mich, den Kochlöffel an den berühmten Nagel zu hängen“, so Kleen.

Aber er hat nicht damit gerechnet, dass es so schwierig ist, einen Nachfolger zu finden, obwohl der Landgasthof bestens laufe, wie Kleen versichert. Er hat bestimmte Vorstellungen, welche Voraussetzungen der Mann oder die Frau als neue Pächter mitbringen müssten. Auf jeden Fall sollten eine fundierte Ausbildung im Hotel- oder Gaststättengewerbe und betriebswirtschaftliche Kenntnisse vorhanden sein. Kleen verspricht, seinen Nachfolger bestens einzuarbeiten, damit der Ruf, den er sich hart erarbeitet habe, weiterhin erhalten bleibe. „Ich bin es den Gästen einfach schuldig, dass Top-Qualität auch dann noch angeboten wird, wenn ich mich im Ruhestand befinde.“

Apropos Gäste: Im Verlauf seiner Karriere hat Kleen für viele VIPs gekocht. Darauf ist er auch stolz, aber mittlerweile sagt er: „Alle meine Gäste, ohne Ausnahme, sind prominent. Nur wenn ich sie bestens bediene, kommen sie wieder in mein Restaurant.“ Dieses, so Kleen, sollten sich manche jüngere Gastronomen „hinter die Ohren schreiben“. möh

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