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„Keinerlei Sympathie“

Badeanstalt an der Arensburg „Keinerlei Sympathie“

„Für dieses Projekt können wir keinerlei Sympathie aufbringen“, hat sich die Fürstliche Hofkammer wenig begeistert gezeigt. „Wir halten die Lage für ungünstig, weil das Landschaftsbild leidet und auf die Tausende Besucher der Arensburg störend wirkt.“ Die ablehnende Skepsis der Hofkammer galt einem nicht alltäglichen, vom Bückeburger Landratsamt 1926 vorgestellten Plan.

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Postkarte mit Blick zum Messingsberg um 1926: So idyllisch erlebten die Arensburg-Besucher damals die Aussicht von der Schloss-Terrasse auf den Messingsberg.

Quelle: PR.

BUCHHOLZ. Danach sollten am Fuße der Arensburg an der Buchholzer Aue eine „Freiluftbadeanstalt“ und ein Sportplatz entstehen. Die Gegend am Steinberger Pass galt als eine der schönsten und reizvollsten Landschaften weit und breit. Eine Autobahn und/oder Steinbruch-Abrisse am Messingsberg gab es noch nicht. Hauptattraktion war das herrschaftliche Schloss Arensburg mit seiner einladenden Restaurant-Terrasse und den romantisch gestalteten Park- und Teichanlagen.

Tausende von Besuchern

Die Idylle zog jedes Jahr tausende von Besuchern an und gehörte zum festen Ausflugsprogramm vieler Vereine und Schulen. Dazu kamen die Sommerfrischler aus Steinbergen und die Kurgäste aus Bad Eilsen. Wichtigster Zubringer war die Rinteln-Stadthagener Eisenbahn. Autos bekam man nur hin und wieder zu Gesicht. Buchholz und Steinbergen waren noch selbstständige, verwaltungsmäßig zum schaumburg-lippischen Kreis Bückeburg gehörende Gemeinden. Der größte Teil der Ländereien einschließlich der Arensburg gehörten dem Haus zu Schaumburg-Lippe.

Nicht nur die Hofkammer stand den Überlegungen von Landrat Erwin Loitsch anfangs ablehnend gegenüber. Dennoch wurden diese relativ zügig in die Tat umgesetzt. Am 21. Mai 1927, also vor ziemlich genau 90 Jahren, wurde die Badeanstalt eingeweiht. Und zwei Jahre später, im Sommer 1929, ging mit dem Sportplatz der letzte Teil des neuen Freizeitkomplexes in Betrieb. „Wir alle können nur dankbar sein und dürfen uns freuen, dass es gelungen ist, dieses schöne Fleckchen Erde der Jugend zur Verfügung zu stellen, um sich dem gesunden Sport hingeben zu können“, meinte Landrat Loitsch bei der Neueröffnung. Dazu sei ansonsten „gerade auf dem Lande wenig Gelegenheit geboten“.

Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot

Die Idee zum Bau der Arensburg-Anlage war im Rahmen eines Förderprogramms für Erwerbslose entstanden. Knapp zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war die Stimmungslage in weiten Teilen des Reichs schlecht. Wie ein Albtraum lasteten Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot auf der jungen Weimarer Republik. Die Regierung versuchte, trotz leerer Kassen mit sogenannten „Notstandsarbeiten“ gegenzusteuern. Ganz oben auf der Liste stand die Errichtung von Sportstätten, Erholungsanlagen und Bildungseinrichtungen. Parallel zum Arensburg-Projekt wurden ein Sportplatz in Gelldorf und ein Schwimmbad in Sülbeck gebaut. Ein weiteres Freibad war in Petzen geplant. Heeßen und Steinbergen bekamen neue Schulen.

Bei der Herstellung der Buchholzer Anlage waren zeitweise bis zu 40 Erwerbslose im Einsatz. Die bisherigen Pächter und Besitzer des rund 3,3 Hektar großen Areals wurden durch Landtausch abgefunden.

Als besonders kompliziert erwies sich die Wasserversorgung der Badeanstalt. Zunächst sollte das Becken über den Mühlengraben der Schlingmühle versorgt werden. Dann jedoch wurde bekannt, dass „sich darin häufig tote Tiere, darunter Schweine, Kälber, Hunde und Katzen, anfinden, so dass das Wasser nicht als einwandfrei bezeichnet werden kann“. Nach einigem Hin und Her kam man überein, „die Speisung des Bassins durch „Abwässer“ aus den („Hexen“-)Teichen bei der Arensburg zu bewerkstelligen“.

Nutznießer der neuen Anlage waren vor allem die jungen Leute aus den Ortschaften Buchholz, Steinbergen, Rolfshagen, Luhden und Heeßen. Auf dem Sportplatz tummelten sich bis zum Verbot des „roten“ ATSB im Jahr 1933 die beiden Arbeiter- Turn- und Sportvereine Buchholz und Steinbergen. gp

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