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Lkw-Brand auf der A 2 – Geduldsprobe auf der Umleitung

Eilsen/Bückeburg / Unfall Lkw-Brand auf der A 2 – Geduldsprobe auf der Umleitung

„Auch die Umleitungsstrecken sind überlastet“. Diese Feststellung in einer Pressemitteilung der Polizei Bielefeld von gestern Nachmittag klingt ziemlich lapidar. Die Auswirkungen haben aber Tausende von Autofahrern zwischen Lauenau und Bad Oeynhausen hautnah zu spüren bekommen – sie wurden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Was war geschehen? Auf der Autobahn 2 war gestern gegen 7 Uhr die Zugmaschine eines Sattelzuges in Brand geraten. Verletzt wurde niemand, also eigentlich ein Routineeinsatz für die Feuerwehren. Da es jedoch durch Fahrbahnschäden erhebliche Zeitverzögerungen gab und sich zu allem Überfluss auf der Umleitungsstrecke im Auetal noch ein schwerer Verkehrsunfall ereignete, lief zeitweise parallel zur Autobahn gar nichts mehr.

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Lkw an Lkw, aufgereiht wie auf einer Perlenkette: Auf der B 83 vor Bückeburg geht es nur noch im Schritttempo voran. Der Verkehr staut sich über die Abzweigung zum Golfplatz hinaus zurück.

Quelle: kk

Eilsen/Bückeburg (kk/mt). Ein 39-jähriger Lkw-Fahrer war mit seinem Sattelzug auf dem mittleren Fahrstreifen der A 2 Richtung Dortmund unterwegs. Kurz hinter der Auffahrt Bad Eilsen blockierten plötzlich alle Funktionen, das Fahrzeug zog nach links und kam kurz vor der Mittelleitplanke zum Stehen. Die Zugmaschine fing sofort Feuer, der Fahrer konnte sich noch rechtzeitig retten.

Alarmiert wurden die Feuerwehren aus Luhden, Bad Eilsen und Buchholz. Wie Luhdens Gemeindebrandmeister Thomas Hahne auf Anfrage mitteile, wurden die Löscharbeiten durch auslaufendes Öl und Diesel erschwert. Sie flossen auf alle drei Fahrspuren und mussten abgelöscht werden. Die Zugmaschine war nicht mehr zu retten, sie brannte komplet aus. Der leere Auflieger, der normalerweise zum Transport von Klärschlamm genutzt wird, wurde im vorderen Teil beschädigt. Auf einem Abschleppwagen geriet der Sattelzug erneut in Brand und musste erneut von der Feuerwehr gelöscht werden.

Vor Ort machten sich auch Mitarbeiter der unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg ein Bild von der Lage. Sie konnten jedoch zumindest in Sachen Umweltgefahren Entwarnung geben: Die Feuerwehr hatte sofort einen Abflussschacht abgedichtet, sodass erst gar keine Betriebsstoffe in das „zwischengeschaltete“ Rückhaltebecken gelangten. Die Fahrbahn wurde gereinigt, der Grünstreifen nach Angeben des Kreises vorsorglich ausgekoffert.

Die Straßenmeisterei stellte jedoch fest, dass durch die enorme Hitzeeinwirkung die linke Fahrspur erheblich beschädigt worden war. Zwar konnten gegen 13 Uhr der mittlere und der rechte Fahrstreifen wieder für den Verkehr freigeben werden, im Laufe des Nachmittags musste jedoch für die Instandsetzungsarbeiten auch der mittlere Fahrstreifen wieder gesperrt werden. Behinderungen kann es nach Angaben der Autobahnpolizei auch heute Vormittag noch geben. Der Verkehr soll jedoch zweispurig über Standspur und rechte Fahrbahn an der Baustelle vorbeigeführt werden, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Der Gesamtschaden wird von der Polizei auf ungefähr 100 000 Euro geschätzt, als Brandursache wird ein technischer Defekt angenommen.

Viel Geduld mussten unterdessen die Autofahrer auf den Umleitungsstrecken aufbringen, da die Richtungsfahrbahn Dortmund während der Lösch- und Bergungsarbeiten sechs Stunden lang komplett gesperrt war. Zunächst war im Verkehrsfunk empfohlen worden, die Autobahn über die Anschlussstelle Rehren zu verlassen. Da der Rückstau aber erheblich war, wurde die Empfehlung auf Lauenau ausgedehnt. Bis zu 20 Kilometer staute sich der Fernverkehr. Doch auch dieser Tipp wurde im Laufe des Vormittags zurückgezogen, da sich auf der Ausweichstrecke im Auetal ein schwerer Unfall ereignet hatte. Dies brachte den Verkehr hier erst recht zum Stocken.

Der nächste Engpass befand sich dann auf der Bundesstraße 83 kurz vor Bückeburg. Richtung Minden geht es hier nur noch einspurig weiter, der gesamte Umleitungsverkehr musste sich auf die linke Fahrspur einfädeln. Zeitweise reichte der Rückstau bis hinter die Abzweigung zum Golfplatz zurück. Wie an einer Perlenkette aufgereiht krochen Lkw und Pkw hier im Schritttempo vorwärts.

Auch die Bundesstraßen rund um die Porta Westfalica waren zeitweise völlig zu. „Dichten Verkehr bis Stillstand“ meldete die Mindener Polizei auf Nachfrage, aber sonst keine besonderen Vorkommnisse. Die B 482 war wegen des hohen Verkehrsaufkommens relativ rasch voll und es ging nur im Stop-and-go-Verfahren langsam wieder auf die Autobahnauffahrt zu.

Viele Ortskundige oder mit Navigationsgeräten ausgerüstete Fahrer versuchten über die etwa acht Kilometer längere Strecke der B 61 zwischen Barkhausen und Dehme rascher vorwärts zu kommen. Was dazu führte, dass auch dort bald von schleichendem Verkehr und zeitweiligem Stillstand gesprochen werden musste. Ein Grund: die Baustellenampel für die Nordumgehung in Dehme. Viele Auto- und Lkw-Fahrer machten entnervt die Wende. Doch das war eher Verzweiflung als nutzbringend.. Bis zum Nachmittag staute sich der Verkehr über mehr als sechs Kilometer bis zum Weserauentunnel zurück. Der Verkehr auf den Umleitungsstrecken rund um Eilsen, Bückeburg und die Porta normalisierte sich erst in den späten Nachmittagsstunden wieder.

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