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Markus Maria Profitlich im „Palais im Park“

Nahezu ausverkauft Markus Maria Profitlich im „Palais im Park“

Gibt es ein Leben nach dem fünfzigsten Geburtstag? So restlos geklärt werden konnte diese soziologisch und sozialwissenschaftlich so ungemein brisante Frage am Sonnabend zwar nicht, die rund 400 Besucher im nahezu ausverkauften „Palais im Park“ hatten beim Auftritt von Markus Maria Profitlich dennoch einen ungemein amüsanten Abend.

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So restlos klären konnte Markus Maria Profitlich nicht, ob es ein Leben nach dem 50. Geburtstag gibt.jp

Bad Eilsen. Denn das Comedy-Schwergewicht („150 Kilogramm Dynamit mit einer sehr kurzen Zündschnur“) setzte bei seiner etwa zweieinhalbstündigen Abhandlung rund um die Krise nach der Krise und die Frage, was ein Mann in den besten Jahren überhaupt noch vom Leben erwarten kann, die Zwerchfelle des Publikums einer harten Belastungsprobe aus. Das tat er an dieser Stelle übrigens nicht zum ersten Mal: Schon vor rund zwölf Jahren gastierte Profitlich einmal im damaligen Kurtheater.

 Dass er selbst über fünfzig ist, räumte der ehemalige „Wochenshow“-Comedian unumwunden ein („In D-Mark also sogar schon über 100!“). Keine Schande, wie er findet, Brad Pitt oder George Clooney seien das ja inzwischen auch. Mit einem entscheidenden Unterschied: „Denen sieht man das auch an.“ Bescheidenheit ist seine Sache ohnehin nicht, wie er gleich zu Beginn in einigen Einspielfilmchen unterstreicht, in denen sich unter anderem der Midlife-Crisis-geschüttelte Hollywood-Star George Clooney bei Profitlich bedankt, ihm inzwischen nicht mehr alle Rollen wegzuschnappen, und Angelina Jolie offenherzig bekennt, sie habe mit dem deutschen Comedian ihren besten Orgasmen gehabt.

 Ob Bluthochdruck, verletzte Eitelkeiten, Webcams in gemischten Saunen oder ein Besuch bei Sadomaso-Urologin Dr. Ludmilla Knorpelknack: Als über 50-Jähriger hat man’s wirklich nicht leicht, erst recht nicht als Promi: „Geben Sie mal bei Google Arsch mit Falten ein.“ Man erhält ein Foto von Costa Cordalis.

 Aber auch jüngere Generationen bekommen bei Markus Maria Profitlich ihr Fett weg: Die heutige Jugend, insbesondere die „IT-Girls“ (Intelligenz-tabu-Girls), erlebe whatsappend und facebookend nur noch digitale Höhepunkte. Doch auch die würden irgendwann einmal alt werden: „Dann werden sie froh sein, wenn an ihrer Gehhilfe noch ein Smartphone hängt und sie mit Google Maps ins Pflegeheim zurückfinden.“

 Aufklärung war immer schon hochproblematisch, wie Profitlich an Hand entsprechender Vater-Sohn-Gespräche aus unterschiedlichen Epochen nachweist: Während der steinzeitliche Stammhalter seinem Filius auf die Frage, wo denn die kleinen Kinder alle herkommen, schlicht erklärt: „Keine Ahnung!“, empfiehlt ein heutiger Familienvater („Luca-Fynn, kommst du mal bitte?“) seinem Nachwuchs, immer schön vorsichtig ein Gummi darüberzuziehen. Worüber? Natürlich über das empfindliche Display des allgegenwärtigen Smartphones.

 Aber wo findet der Sohnemann denn nun wirklich etwas Erhellendes zum Thema Erotik? „Schau mal auf Papis Rechner unter Autoreparaturen nach.“ Früher, da war ja alles besser, da genoss man Urlaubs-Fotos ja auch noch nicht als Powerpoint-Präsentation, sondern in Form von Dias: „Das war so eine ziemlich große Speicherkarte, passte aber nur ein Foto drauf.“

 So manche von Profitlichs Pointen mögen altbekannt sein, doch er punktet ein ums andere Mal mit seiner einmaligen Mimik und seiner ungemein wandlungsfähigen Gestik, ob als gorillahafter Steinzeitpapa, als 68er Kommunarde („Wer immer mit der gleichen poppt, kriegt den Faschismus nicht gestoppt“) oder als irischer Stepptänzer Marke „Riverdance“. Und was war doch noch mal gleich „Riverdance“? „50 durchgeknallte Iren in einer Reihe, die alle gleichzeitig aufs Klo müssen.“

 Dem Publikum gefiel es. Langer Applaus.  jp

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