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Mehr Potenzial für die Zukunft

Eilsen/Hamburg Mehr Potenzial für die Zukunft

In der Leichtathletik würde man wohl von einer Millimeterentscheidung sprechen. In der Musikshow „The voice of Germany“ hat René Noçon (39) auch die zweite Hürde genommen, aber ganz knapp.

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Die Jury von „The voice of Germany“ sieht in René Noçons Stimme Potenzial für künftige Entwicklung.

Quelle: thm

Eilsen/Hamburg. Nach dem „Battle der harten Kerle“, die er sich mit dem Duisburger Michael Bormann (48) geliefert hatte, wusste eigentlich niemand so recht zu sagen, wer der beiden vom Gesangsstil her so unterschiedlichen Kandidaten in dem Song „Say Something“ nun der bessere Interpret gewesen sein sollte. Tatsächlich spielte das Können am Ende für Coach Samu Haber keine Rolle: „Ich glaube … einer von Euch …wird er ein bisschen mehr lernen…in ,The voice of Germany‘…und darum…ich nehme mit…René!“

 „Testosteron und Pathos!“ Darum sollte es Haber zufolge gehen in diesem Gesangsduell zweier ungleicher und sich dennoch auf hervorragende Weise vorzüglich ergänzender Künstler. Zu tun bekamen es beide mit einer Ballade von „A great big world“ und Christina Aguilera. Deren Version des zu singenden Stücks kommt geigengeschwaderschwanger daher – eine mit viel Gefühl aufgeladene zuckersüßliche Anmutung. Für den Auftritt hatten die Produzenten den Song neu arrangiert. Diese Say-Something-Version begann leise wie das Original, steigerte sich dann jedoch zu einer kraftvollen Rockballade voller Power. Genau das Richtige, um die Stimmen zweier unterschiedlicher Charaktere wie Diamanten funkeln zu lassen. Was sie dann auch taten. Jeder auf seine Weise: Die helle Stimme von Rockröhre Michael Bormann und das rauchig-dunkle Timbre René Noçons standen nicht nur sich abwechselnd nebeneinander, auch im Miteinander entfalteten beide viel Kraft, ohne dabei die andere von der Bühne zu fegen und an die gegenüber liegende Wand zu singen.

 So klingt das, wenn zwei ungehobene Rohdiamanten um die Wette funkeln. Samu Haber, den es während des Auftritts kaum in seinem Sessel zu halten vermochte, kommentierte zwei Minuten und 30 Sekunden später: „Stolzer Coach… yeah…beide!“ Toll gesungen, von beiden. Haber schob den Schwarzen Peter der Bewertung, um Zeit fürs eigene Urteil zu gewinnen, zunächst seinen Coach-Kollegen zu.

 Rea Garvey fand als erster Worte für die Überraschung. Er sprach von zwei harten Kerlen, die da gerade einen „extrem emotionalen“ Auftritt hingelegt hatten. „Extrem ehrlich“, lobte er. Er glaube, genau das sei, was jeder erleben wolle, wenn er Musik zuhört. Garvey: „Es ist nicht das Lied, es ist die Umsetzung… und deswegen sind wir hier alle so baff.“ Das sei „tierisch“ gewesen. Und: „You both rock!“

 Sichtlich geplättet und überrascht war auch Smudo. Er hatte kaum mehr zu sagen als: „Das war ganz toll. Vielen Dank!“

 Stefanie Kloß sprach beide Sänger noch einmal auf die Blind Auditions an: „René, da hast du mich ganz, ganz stark berührt.“ Um sich sofort Michael Bormann zuzuwenden, dessen erster Songvortrag im Wettbewerb nicht so ihr Ding gewesen war. Kloß: „Wenn man Dich so anguckt, wie Du bist, und wie Du das hier machst, in der Konsequenz …total richtig – was Du da rausröhrst, und dass Du den Song so angenommen hast, da muss ich wirklich sagen: Großen Respekt – das hätte ich nicht von Dir erwartet.“

 Es half nichts, jetzt musste Samu Haber Farbe bekennen. Mit gesenktem Kopf saß er da, guckte und guckte, überlegte und überlegte, während ein Kugelschreiber zwischen seinen Fingern seiner rechten Hand Pirouetten drehte. „Du singst ein bisschen besser“, sprach er mit charmantem finnischen Akzent zunächst Bormann an: „Du bist ein bisschen mehr sicher, Du bist ein bisschen mehr weit.“ Er sei überrascht, wie gut „Du kannst diese Christina-Aguilera-Ding auch machen.“ Zwischenruf Michi Beck: „Selbe Frisur!“ René Noçons Leistung kommentierte er so: „Es war sehr, sehr toll und gefühlvoll.“

 Zeit für die Entscheidung. Habers Kopf wies nach unten, nervös nestelten seine Finger an der Unterlippe. Weil Bormann ein fertiger Sänger sei und, verglichen mit ihm, Noçon „ein bisschen mehr lernen“ könne, entschied er sich für Letzteren. Wie knapp das war, das wusste auch Noçon: „Das war fifty-fifty!“

Von Thomas Meinecke

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