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Nachwuchsbedarf: Stühlerücken in den Finanzämtern

Bad Eilsen Nachwuchsbedarf: Stühlerücken in den Finanzämtern

Bei den deutschen Finanzämtern steht ein größerer Personalwechsel bevor. Zahlreiche Finanzbeamte, die um das Jahr 1970 herum ihre Ausbildung beendet hatten, treten in absehbarer Zeit in den Ruhestand.

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Führungskräfte aus Bildungsstätten der Steuerverwaltungen aller Bundesländer und des Bundes haben in Bad Eilsen getagt.

Quelle: sig

Bad Eilsen. Die entstehenden Lücken zu schließen, ist ein vordringliches Vorhaben der Steuerbehörden. Durch Neueinstellungen soll zudem die Zahl der Betriebsprüfer angehoben werden.

 Die aktuellen Einstellungszahlen und die Qualität der Bewerber sowie Bewerberinnen waren in Bad Eilsen ein Thema der mehrtägigen Zusammenkunft von Führungskräften für die Ausbildung dieses Berufsnachwuchses. Sie leiten in den Bundesländern die Bildungsstätten der Steuerverwaltungen und die Steuerfachbereiche an Verwaltungsfachschulen.

 Solche Tagungen werden in der Regel nur alle zwei Jahre abgehalten, und zwar an wechselnden Standorten. Die in Bad Eilsen angesiedelte niedersächsische Steuerakademie war zum ersten Male in den vergangenen 15 Jahren zum Sitzungsort bestimmt worden.

 Ihr Chef, Regierungsdirektor Joachim Binczik, gehörte zusammen mit dem Referenten Rainer Himmelhan und dem Sachbearbeiter Marian-Helge Kaczenski vom Bundesfinanzministerium zum Leitungsteam.

 Weil die Altersgrenze derzeit noch bei 65 Jahren oder leicht darüber liegt, muss jetzt gehandelt werden, um personelle Engpässe zu verhindern. Deshalb ist die Werbung für diesen Berufszweig deutlich verstärkt worden. Die duale Ausbildung für den mittleren Dienst dauert zwei Jahre und für den gehobenen drei. Davon verbringen die mittleren Finanzanwärter acht und die anderen 21 Monate in der schulischen Ausbildung.

 Der Gesetzgeber hat eine Studienreform für den gehobenen Dienst ab 2012 in Kraft gesetzt. Sie verfolgt unter anderem das Ziel, die Eigeninitiative der Absolventen zu stärken. So werden künftig von den Dozenten einzelne Themenbereiche vorgegeben, die sich die Studierenden selbstständig erarbeiten und über die sie Vorträge halten sowie Präsentationen zusammenstellen sollen. Das lockert den Unterrichtsbetrieb auf.

 Die im Rahmen dieser Reform gesammelten ersten Erfahrungen wurden jetzt während der Tagung ausgetauscht. Eine wichtige Rolle bei dieser Neuerung spielt, so Joachim Binczik, eine gründliche Vorbereitung der Dozenten auf diese zusätzliche Aufgabe.

 Im Rahmen der neuen Studienreform sollen darüber hinaus ab 2014 als Schwerpunktthemen in die Lehrpläne aufgenommen werden: das Europarecht und nationales Steuerrecht, Insolvenz und Steuern, die internationale Rechnungslegung, Ökonomie und Organschaft. Mit dem zuletzt genannten Begriff ist die gesellschaftliche Gliederung von Unternehmen gemeint, die auch bei der Besteuerung eine Rolle spielt.

 Die Zunahme von auszubildenden Finanzanwärtern bringt für die Bad Eilser Steuerakademie zumindest räumlich keine Probleme, denn bis zum Dezember wird die Sanierung des Georg-Wilhelm-Hauses abgeschlossen sein. Dann stehen dort vier zusätzliche Lehrsäle und Einzelräume für 59 Absolventen zur Verfügung. Dieses Angebot wird auch für die Teilnehmer der zahlreichen Fortbildungsmaßnahmen genutzt.  sig

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