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Palais im Park braucht langen Atem

Eilsen Palais im Park braucht langen Atem

Was kostet es, ein Veranstaltungszentrum zu betreiben? Wann immer die Verantwortlichen in den zurückliegenden Monaten zu dem Tablettenröhrchen mit der Aufschrift Palais im Park (PiP) gegriffen haben, kullerten ihnen bittere Pillen in die Hand.

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Eines der Probleme im PiP: Gastspiele mit vielköpfigen Ensembles sind nur schwer zu kalkulieren und belasten den Etat.

Quelle: Archivfoto

Eilsen. Erfahrungen, die man nicht hat, sammelt man, indem man sie macht. Die Zwischenbilanz sechs Monate nach der Eröffnung lässt sich wohl so auf den Punkt bringen: Es läuft nicht von allein, bloß weil da jetzt ein frisch saniertes Schmuckkästchen steht. Es braucht einen langen Atem – auch finanziell, und gerade in der Startphase.

Bei den Beratungen zum Haushalt 2016 ist das deutlich geworden. Nur mit Ach und Krach wird die Samtgemeinde den Etat ausgleichen können. Die Folge: steigende Umlagen für die Mitgliedsgemeinden, Verschieben von Investitionen bei Schule und Feuerwehren, Kürzungen von vielen kleinen Positionen.

Vor allem das zu nivellierende Defizit im Palais im Park hat die Lage erschwert. Etwas mehr als 150.000 Euro soll das Defizit laut Wirtschaftsplan im Jahr 2016 betragen: 189.400 Euro an Einnahmen aus Veranstaltungen stehen Ausgaben in Höhe von 339.872 Euro gegenüber. Die bei den Ausgaben höchsten Positionen: Pacht (82.000 Euro), Gehälter (77.000 Euro), Veranstaltungskosten (56.000 Euro) Nebenkosten (51.000 Euro) sowie Reinigung/Hausmeister (36.000 Euro). Der eingangs erwähnte Differenzbetrag soll als Investition unter der Position „Stärkung Kapitalrücklage“ in den Finanzhaushalt der Samtgemeinde fließen.

Dieses Vorgehen rief deutlich vernehmbares Murren hervor. Mit den Worten „Ich habe recht schlecht geschlafen“ eröffnete der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Winkelhake (SPD) die Diskussion. Thomas Beckmann (CDU, Bürgermeister Luhden) lehnte das Zahlenwerk ab. Sein Argument: „Wir mussten in vielen Bereichen nur deshalb sparen, weil wir das Defizit im Palais im Park auffangen müssen. Die Mitgliedsgemeinden kommen dadurch an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten.“ Winkelhake setzte ganz auf Zweckoptimismus, als er seine Hoffnung formulierte, die Lage „nur dem Anfangsstadium“ zuschreiben zu können. Christel Bergmann (SPD, Bürgermeisterin Bad Eilsen) erläuterte, aufgrund der Entwicklung werde der Kurort seinen Etat 2016 nicht ausgleichen können. Gleichwohl werde sie den Entwurf mittragen. Für sie sei es unumgänglich gewesen, das alte Kurtheater zu sanieren, um einen Schandfleck am Rande des Kurparks zu verhindern. Auch Jürgen Schmökel (SPD) griff das Argument auf: „Wir wussten im Vorhinein, was auf uns zukommt. Jetzt müssen wir etwas tiefer in die Tasche greifen. Hoffen wir, dass sich die Dinge in den nächsten Jahren positiver entwickeln.“ Hartmut Krause (WiB, Bürgermeister Buchholz), ein Gegner des ersten Etatentwurfs, stimmte dem Vorschlag letztlich unter dem Vorbehalt zu, dass die meisten Mitgliedsgemeinden ihre Etats ausgleichen können. tm

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