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Paten für schnelle Integration gesucht

Eilser Flüchtlings-Unterstützergruppe ständig aktiv Paten für schnelle Integration gesucht

Jetzt können sie endlich daran arbeiten, was ihnen eigentlich schon immer vorschwebte. Die Rede ist von der Eilser Flüchtlings-Unterstützergruppe, die ihren Schützlingen nun die „Feinheiten des Lebens“ in Deutschland beibringen und mit ihnen Ausflüge und Wanderungen rund um den Kurort unternehmen möchte.

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Diese junge Familie aus dem Irak spricht noch kein perfektes Deutsch, ist aber immer bei den Veranstaltungen mit dabei: Shaneran Abdullah, Sozgar Goran und das acht Monate alte Baby Elina Abdullah.

Quelle: möh

EILSEN. Da aktuell keine neuen Flüchtlinge in die Samtgemeinde gekommen sind, sei genügend Zeit, die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Migranten und der heimischen Bevölkerung zu verbessern. Die Gruppe, die unter dem Dach der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde angesiedelt ist, freut sich, dass momentan für die etwa 90 Flüchtlinge eine „sehr gute“ Sozialarbeiterin zuständig ist. Diese kümmere sich um all den „lästigen Behördenkram“, den früher die Unterstützer in vielen Bereichen übernommen hatten.

Bis zu 20 Aktive in der Unterstützergruppe

Kürzlich wollten Unterstützer und Flüchtlinge eine Waldwanderung unternehmen. Ziel war der große Spielplatz an der Berghütte in Krainhagen, auf dem dann auch ein Picknick stattfinden sollte. Aber das Wetter spielte einfach nicht mit, sodass der gemeinsame Vormittag einfach in den Saal des Gemeindehauses verlegt wurde. Dort gab es belegte Brötchen, Kuchen, Obst, Kaffee, Tee und kalte Getränke. Als ein besonderes Bonbon wurde hauptsächlich für die Kinder ein Trickfilm aus der Reihe „Ice Age“ gezeigt, der von allen Teilnehmern auch verstanden wurde, obwohl einige von ihnen die neue Sprache noch nicht perfekt können.

Hannelore Stühm, eine der Organisatorinnen der ausgefallenen Veranstaltung, erklärte, dass die Wanderung nur verschoben und nicht gestrichen worden sei. Sie, die auch sehr aktiv in der Unicef-Gruppe Schaumburg mitarbeitet, freute sich besonders über eine „kleine Anfrage“ von zwei jungen Frauen aus Afghanistan, die sich zukünftig in die Unicef-Gruppe einbringen wollen, da die Hilfsorganisation auch Programme für Mütter und Kinder in ihrem Heimatland anbietet. Stühm: „Sie sind natürlich herzlich willkommen.“

Die Unterstützergruppe macht sich ständig Gedanken, wie die Flüchtlinge schnellstens in das deutsche Leben integriert werden können. Dabei habe sie, so Gerti Kern (ebenfalls Aktivistin in der Gruppe), schon bestimmte Vorstellungen, wie dies zügig erreicht werden könnte. Die derzeitige Gruppe mit ihren 15 bis 20 Aktiven stoße manchmal einfach an ihre Grenzen. „Wir würden uns wünschen, dass eine deutsche Familie eine Art Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie übernimmt.“

(Für uns) alltägliches erklären

Die Neubürger wüssten manchmal bei alltäglichen Problemen, die es in dieser Art in ihrem Heimatland nicht gegeben habe, nicht weiter. Kern und Stühm weisen nur auf die Trennung des Mülls hin, auf die richtige Einstellung der Heizung oder darauf, dass in Deutschland das Wasser beim Spülen des Geschirrs nicht ständig laufe, sondern lediglich das Becken der Spüle gefüllt werde. Aber auch die deutsche Pünktlichkeit bei festen Terminen sei den Migranten manchmal unbekannt und müsse daher erklärt werden, ergänzt Kern.

Aber es ist nicht alles „Gold, was glänzt“, denn die Unterstützer kümmern sich, soweit es ihnen möglich ist, auch um besondere Probleme der Flüchtlinge. So ist derzeit eine Familie aus Afghanistan unsicher, ob sie in Deutschland bleiben kann, oder aber wieder zurück in die Heimat muss. Die Familie fürchtet nun um ihr Leben, denn der Mann hat in seinem Land für die Bundeswehr gearbeitet – ein Job, der in Afghanistan von Teilen der Bevölkerung als „Arbeit für den Feind“ angesehen wird. Daher sei ihr Leben bedroht, ist sich die Familie sicher.Café Internationalam 9. NovemberEinmal im Monat stellen sich die Mitglieder der Unterstützergruppe in der Regel auch für Fahrdienste zur Verfügung. Das Ziel ist Rinteln. Dort gibt es ein türkisches Kaufhaus, das viele Spezialitäten aus den Heimatländern der Flüchtlinge anbietet. Überrascht haben die Unterstützer bereits festgestellt, dass Edeka-Bolinger mittlerweile arabisches Brot im Angebot habe.

Übrigens: Kern und Stühm machen bereits jetzt auf das Café International aufmerksam, das am Mittwoch, 9. November, in der Zeit von 15.30 bis 17 Uhr wieder im Saal des evangelischen Gemeindehauses stattfindet. Dort sind nicht nur die Migranten, sondern auch deutsche Familien mit ihren Kindern jederzeit willkommen. Während die Erwachsenen bei Kaffee und Tee sowie Kuchen einen gemütlichen Nachmittag verbringen und sich gegenseitig kennenlernen, findet für die Kleinen im Keller des Gemeindehauses ein eigenes Programm statt. möh

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