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Pessimisten befürchten das Aus

Wochenmarkt in Bad Eilsen Pessimisten befürchten das Aus

Der Wochenmarkt auf dem großen Parkplatz vor dem Gebäude der Verwaltung der Samtgemeinde Eilsen, der jeweils mittwochs seine Dienste anbietet, ist in ein Dilemma geraten. Konkret: Immer weniger Kunden bedeuten gleichzeitig immer weniger Marktbeschicker.

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Nicht sonderlich attraktiv: In der Regel sind nur noch die Hausschlachterei Straßberger sowie der Obst- und Gemüsehändler Kahraman auf dem Markt vertreten. Der Blumenhändler ist an diesem Tag zunächst einmal „probeweise“ gekommen.

Quelle: möh

BAD EILSEN. Denn die Händler kommen schließlich nicht, um dort nur ihre Visitenkarten abzugeben, sie müssen vielmehr Gewinn erzielen. Mittlerweile sind nur noch die Hausschlachterei Straßberger aus Buchholz und der Obst- und Gemüsehändler Kahraman aus Stadthagen ständig vertreten. Eine Bäckerei, sonst immer mit von der Partie, und ein Geflügelwagen besuchen seit Kurzem den Wochenmarkt nicht mehr, da es sich für die Betriebe finanziell nicht mehr rechnet. Bemühungen, weitere Angebote für den Markt zu verpflichten, waren bisher noch nicht von Erfolg gekrönt. Stammkunden befürchten nun, dass der Markt über kurz oder lang ganz aufgegeben wird.

Seit über vier Jahren gehört Taner Kahraman mit seinem Obst- und Gemüsestand zu den Marktbeschickern, die keinen Mittwoch ausgelassen haben. Im ersten Jahr, so erinnert sich der Mann aus Stadthagen, sei der Wochenmarkt immer sehr gut angenommen worden. Viele Betriebe hätten ihr Angebote unterbreitet und seiner Meinung nach auch gut verdient. „Schleichend“ seien immer weniger Anbieter und auch immer weniger Kunden gezählt worden.

Minus machen ist zu teuer

Kahraman berichtet vom Obernkirchener Wochenmarkt. Dort müsse er bereits um 6 Uhr in der Frühe sein und zügig aufbauen. Spätestens um 7 Uhr stünden die ersten Kunden vor seinem Stand und wollten bedient werden. Im Gegensatz dazu komme er zum Markt in Bad Eilsen erst gegen 8 Uhr und sortiere sein Angebot in aller Ruhe, bis er dann den ersten Salat verkaufe. Kahraman klagt nicht nur über die fehlenden Kunden, sondern auch über das seiner Meinung nach hohe Standgeld, das er an den offiziellen Marktbetreiber zahlen müsse.

Er werde, sagt er, im Frühjahr und im Sommer dort weiterhin sein Obst- und Gemüse verkaufen. Sollte sich die Situation dann dahin nicht verbessert haben, werde er spätestens im Winter nicht mehr in die Samtgemeinde kommen. „Auch ich habe eine Familie, die ich ernähren muss. Ich kann es mir nicht leisten, Minus zu machen“, so Kahraman.

Ganz anders stellt sich die derzeitige Situation für die Hausschlachterei Straßberger dar. Wenn sie mittwochs auf dem Wochenmarkt steht, laufen die Geschäfte prächtig. Mittlerweile verfügt die Schlachterei über eine Menge Stammkunden, die in jeder Woche begrüßt werden. Daher, sagt eine Mitarbeiterin, könne es sich die Schlachterei mit ihrem klimatisierten Verkaufswagen sogar leisten, ganz allein auf dem Parkplatz zu stehen.

Der Umsatz muss stimmen

Allerdings sei es für die Marktbesucher besser, wenn sie außer Fleisch und Wurst, Obst und Gemüse weitere Angebote wie Brot und Brötchen oder Blumen vorfinden würden. Viele Beschicker würden zudem das Ambiente eines Marktes wesentlich erhöhen. Aber natürlich müsse der Umsatz stimmen.

Auch Bürgermeisterin Christel Bergmann hat sich über den Wochenmarkt bereits ihre Gedanken gemacht. Generell verstehe sie nicht, warum der Markt auf einmal nicht mehr so gut angenommen werde. Schließlich sei der Markt auf Wunsch der Bevölkerung auf dem Parkplatz der Samtgemeinde ins Leben gerufen worden. Sie berichtet zudem von einem Fischwagen, der für den heimischen Wochenmarkt als Anbieter gewonnen werden sollte. Sie wisse jedoch nicht, wie sich dieser Betrieb entschieden habe.

Einige Kunden, die dem Wochenmarkt über all die Jahre hinweg die Treue gehalten haben, würden es sehr bedauern, wenn der Markt aus der Gemeinde verschwinden würde. So berichtet ein älterer Herr, dass er, seit er Rentner sei, häufig für den Bedarf der Familie einkaufe. Und mittwochs stehe immer der Wochenmarkt in Bad Eilsen auf seiner Liste. Dort kaufe er Obst und Gemüse ein. Früher habe er auch den Stand der Landbäckerei besucht. Aber leider habe dieser Betrieb den Markt aufgegeben. Der Rentner hofft, dass im Frühjahr und im Sommer nicht nur mehr Kunden, sondern auch wieder mehr Anbieter auf den Markt kommen. „Es wäre zu schade, wenn der Wochenmarkt mangels Masse seinen Betrieb einstellen müsste.“ möh

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