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Plädoyer für die Hecke

Vortrag in Bad Eilsen Plädoyer für die Hecke

Mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse. Selbst Naturschützer, die in der Samtgemeinde eine Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) gründen wollen, machen das so.

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Dr. Nick Büscher (rechts) vom Nabu-Rinteln begrüßt den Referenten Rüdiger Wohlers.

Quelle: thm

Bad Eilsen. Wobei der Speck in diesem Fall ein Vortrag über den südwestenglischen Landstrich Cornwall war und als Mäuse die Zuhörer dienten: Deutlich mehr als 30 von ihnen tappten freiwillig und gut gelaunt in die „Falle“, etwa dreimal so viele wie beim ersten Vortrag vor zwei Monaten.

 Wie schon Anfang September war Rüdiger Wohlers an diesem Abend der Referent im Haus des Gastes. Just aus Cornwall zurückgekehrt, zeigte der Bezirksgeschäftsführer des Nabu Oldenburg Parallelen zwischen Landschaften in Niedersachsen und Cornwall auf.

 Hier wie dort gibt es Küstenlandschaften, hüben wie drüben prägend ist die Landwirtschaft und auf beiden Seiten gibt es bedeutende Heidelandschaften, wobei Cornwall etwa 80 Prozent der wichtigsten Heidestandorte Europas beherbergt.

 Ein typisches Bild in Cornwall seien Hecken. Wohlers: „Großbritannien hat heute etwa 500.000 Kilometer Heckenstruktur, davon zehn Prozent im kleinen Cornwall.“ Für Cornwall charakteristisch seien die Wallhecken – oft tausende Jahre alte künstliche Steinwälle, auf denen Gehölze und andere Pflanzen wachsen. In Norddeutschland nennt man solch einen Wall „Knick“ oder „Öwer“.

 Hecken sind als Lebensräume von hohem ökologischen Wert. Jäger wie Beute können sich dort verstecken, im Schutz der Hecke von einem Biotop ins andere wechseln oder sogar ganze Landstriche gefahrlos durchqueren. Hecken stecken voller Leben. „Auf einem laufenden Kilometer Hecke hat man in Cornwall schon 1400 Pflanzen- und Tierarten feststellen können“, erläuterte der Nabu-Fachmann.

 „So wie in Cornwall hat’s bei uns auch einmal ausgesehen“, so Wohlers weiter. Viele Hecken hätten Platz machen müssen für größere Felder, für Gewerbegebiete oder Wohnbauflächen.

 Britische Farmer stünden fraglos in engerer Beziehung zu den Naturschutzverbänden als bei uns. Nicht allein zu den Verbänden, vor allem zur Natur. Eine Mentalitätsfrage? „Die denken eher: Ich riskiere doch heute nicht, was seit 2000 Jahren funktioniert.“

 „Wir wollen hier auf jeden Fall eine Nabu-Gruppe entstehen lassen“, kündigte Wohlers den nächsten Schritt für Anfang 2016 an. Die Gründungsversammlung soll abermals mit einem Vortrag „gewürzt“ werden, dann über den Stieglitz, für den Nabu der „Vogel des Jahres 2016“. Der genaue Termin steht noch nicht fest; er soll rechtzeitig über die Presse bekannt gegeben werden. thm

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