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Quecksilber raus – LED rein!

Bad Eilsen Quecksilber raus – LED rein!

In der Samtgemeinde sind die Tage vieler alter Straßenlaternen gezählt: Der Einsatz von Hochdruck-Quecksilberdampflampen ist ab April 2015 verboten.

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Die allermeisten Lampen im Kurort sollen daher auf LED-Technik umgerüstet werden, empfiehlt der Bauausschuss des Gemeinderates.

 Die Gemeinde hat beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit einen Förderantrag auf Bezuschussung des Vorhabens gestellt. Zeitlich sei die Gemeinde auch so gestrickt, sagte Gemeindedirektorin Svenja Edler, dass sie zudem einen KfW-Kredit – eine Förderung in Gestalt eines besonders günstigen Zinssatzes von gegenwärtig 0,45 Prozent, zu tilgen innerhalb von zehn Jahren – bekommen könne. „Noch habe ich keinen positiven Bescheid, der müsste aber eigentlich bald kommen“, so Edler.

 Gemeinde kann

 63 Prozent sparen

 Frank Rottmann, bei der E.ON Westfalen Weser AG in Minden zuständig für Straßenbeleuchtung in den Landkreisen Schaumburg und Minden-Lübbecke, stellte Politik und Verwaltung die Details vor. Im Bereich der Gemeinde Bad Eilsen gibt es 276 Straßenlaternen („Lichtpunkte“) mit einer Anschlussleistung von insgesamt 27,9 Kilowatt. Diese Laternen haben im vergangenen Jahr 113566 Kilowattstunden Strom verbraucht. Nach erfolgter Optimierung der Laternen – zum Beispiel durch Umrüsten auf LED-Leuchten – ließe sich die Anschlussleistung auf 10,3 Kilowatt absenken, was einer mittleren Einsparung von 63,1 Prozent entspräche. Der jährliche Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung würde demzufolge auf 41893 Kilowattstunden sinken. Die mittlere Leistung je Laterne beträgt heute 101 Watt (bundesweit: 119 Watt), dieser Wert würde nach erfolgter Optimierung nur noch 37 Watt je Leuchte betragen. Ein letzter statistischer Wert: Jeder der 2387 Bad Eilser (Stand: 31. Dezember 2011) hat im vergangenen Jahr für die Straßenbeleuchtung 47 Kilowattstunden an Strom verbraucht, nach dem Austausch der Leuchten wären es nur noch 18 Kilowattstunden.

 Wo für die Gemeinde Handlungsbedarf besteht, erklärt sich mit einem Blick auf die Übersicht der Leuchtmittel, die in Bad Eilsen verwendet werden. Das Gros machen mit 166 Laternen die Quecksilberdampf-Hochdrucklampen aus, ihr Anteil an der Gesamtzahl der Leuchten beträgt 60 Prozent. Außerdem gibt es 68 Leuchtstofflampen (25 Prozent), 28 Kompaktleuchtstofflampen (10 Prozent) und 14 Natriumdampf-Hochdrucklampen (5 Prozent).

 Nicht alle können

 getauscht werden

 Bei der geplanten energetischen Sanierung sollen 239 Leuchtkörper ausgetauscht werden. Danach gäbe es keine Quecksilberdampf-Hochdrucklampen und auch keine Leuchtstofflampen mehr. Stattdessen ergäbe sich hinterher folgendes Bild: 221 LED-Lampen (79 Prozent), 28 Kompaktleuchtstofflampen (10 Prozent), 18 Halogen-Metalldampflampen (6 Prozent) und 14 Natriumdampf-Hochdrucklampen (5 Prozent). An dieser Stelle wird auch deutlich, weshalb die Gemeinde zum Handeln gezwungen ist: Die bisher überwiegend eingesetzten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen werden ab April 2015 nicht mehr lieferbar sein.

 In Bad Eilsen können 17 Langfeldleuchten, 91 Pilzleuchten und 113 Kofferleuchten gegen LED-Laternen ausgetauscht werden. Es verbleiben 18 dekorative Leuchten, die mit Halogen-Metalldampflampen ausgestattet werden sollen. Für diese gibt es zwar keinen Zuschuss, aber auch sie verbrauchen deutlich weniger Strom als die bisherigen Leuchten.

 Womit Rottmann bei der Übersicht „Kosten und Einsparungen“ angelangt war. Die Anschaffung von 221 LED-Leuchten schlägt demnach mit 128023 Euro zu Buche, das Umrüsten der 18 dekorativen Leuchten kostet 2826 Euro. Die Wartung dieser Laternen würde in den nächsten 20 Jahren insgesamt 5355 Euro kosten. Außerdem müssten nach zehn Jahren sämtliche LED-Module ausgetauscht werden, was Kosten in Höhe von 51.283 Euro verursache. Insgesamt also kommen auf die Gemeinde während der nächsten 20 Jahre Kosten in Höhe von 187487 Euro zu, die Stromkosten nicht mitgerechnet. Diesem Betrag gegenüber stehen die Einsparungen. Rottmann bezifferte diese mit 334847 Euro. In diesem Betrag enthalten ist der Zuschuss des Bundesumweltministeriums (25604 Euro), die eingesparten Energiekosten (286260 Euro) und die – höheren – Wartungskosten der bisherigen Straßenlaternen (46023 Euro).

 Nach Rottmanns Rechnung würde Bad Eilsen netto also einen Betrag in Höhe von 147360 Euro einsparen. Die Energieeinsparung beträgt 71673 Kilowattstunden pro Jahr. Das entlastet auch die CO2-Bilanz: Wegen der Eilser Straßenbeleuchtung würden 36 Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre gepustet.

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