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Rehazentrum spendiert Patienten eine Sauna

Bad Eilsen / Julianenhof Rehazentrum spendiert Patienten eine Sauna

Klagen von Rehapatienten, die da lauten, im Kurort Bad Eilsen könne man in der Freizeit – fast – nichts unternehmen, werden immer wieder laut. Ab Ende Mai werden diese Stimmen wohl etwas leiser werden, denn: Der Julianenhof erhält eine Sauna. Die gibt es nicht in allen Rehakliniken der Deutschen Rentenversicherung (DRV) – dem Vernehmen nach ist am Standort Bad Eilsen lange für einen solchen Schwitzraum gekämpft worden.

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Besichtigen die Sauna-Baustelle: Dietmar Rösener, Technischer Leiter des Rehazentrums (von links), Dr. Inge Ehlebracht-König, Ärztliche Direktorin, und Verwaltungsleiterin Elke Unland. © tw

Bad Eilsen (tw). Annonciert hat das Rehazentrum das Projekt bereits auf seiner Homepage. Dort heißt es unter der Überschrift „Umbauarbeiten im Bereich der Kältekammer“: „Wegen des Neubaues einer Sauna im Therapiebereich, in dem sich auch die Kältekammer befindet, und der sich daraus ergebenden Umbauarbeiten wird die Kältekammer in der Zeit vom 29. April bis 21. Mai nicht zur Verfügung stehen.“

Die Redaktion hat nachgefragt: „Bislang schicken wir unsere Patienten noch in die Bückeberg-Klinik, die eine Sauna besitzt“, erinnert Elke Unland. Die Verwaltungsleiterin des Rehazentrums: „Das wird ab Ende des nächsten Monats anders werden – dann können wir unseren Patienten selbst eine Sauna anbieten.“ Dass man sich an der Brunnenpromenade zu diesem Schritt entschlossen hat, ist Ausfluss einer Patientenbefragung. Eine große Anzahl hatte sich eine solche Einrichtung gewünscht; der Weg in die Nachbarklinik sei zu weit.

Bereits seit November laufen daher im Umfeld der Kältekammer die Bauarbeiten, in deren Zuge auch der Bereich der Umkleidekabinen „angefasst“, neu gefliest und attraktiver gestaltet wird. Die Umkleiden des Schwimmbades, deren Zahl relativ großzügig bemessen ist, sollen mitgenutzt werden können, sodass künftig ein einziger zentraler Kabinenbereich entsteht.

„Summa summarum lassen wir uns die Baumaßnahme etwa 300 000 Euro kosten“, berichtet Wolf-Dieter Burde, Pressesprecher der DRV Braunschweig-Hannover.
„Das Nutzen der Sauna wird Patienten in der Freizeit und damit außerhalb der Therapiezeiten möglich sein“, sagt Dr. Inge Ehlebracht-König. Die Ärztliche Direktorin weiter: „Kosten entstehen ihnen für die Saunagänge keine.“

Wie Dietmar Rösener, Technischer Leiter des Rehazentrums, berichtet, wird der Saunaraum zeitgleich etwa sechs Personen Platz bieten. Geplant ist, Finnische Sauna und Biosauna im zeitlichen Wechsel anzubieten. Ebenfalls im Wechsel soll es Tage geben, an denen gemischt und Tage, an denen nach Geschlechtern getrennt geschwitzt werden kann.

Wie es sich für eine ordentliche Sauna gehört, wird dem Schwitz- ein Ruhe- sowie ein Duschraum vorgelagert sein. Letzterer soll alle gängigen Arten von Kaltwassergüssen bereithalten. Die Anlage eines externen Eintauchbeckens ist nicht vorgesehen. Entspannen können die Patienten alternativ zum Ruheraum aber auch in einer Art Atrium auf der grünen Wiese.

Das Saunieren soll der Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten dienen und kann bei einigen Erkrankungen als therapeutische Anwendung genutzt werden, etwa bei Störungen des vegetativen Nervensystems.

Die Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu 39 Grad Celsius während der Schwitzphase (künstliches Fieber) bewirkt innerhalb des Körpers dasselbe, was auch ein Fieber bewirkt, nämlich eine Zerstörung von Krankheitserregern durch erhöhte Temperatur. Der Wechsel von Hitze und Kaltbad entspannt die Muskulatur und hat neben Effekten wie der Senkung des Blutdrucks sowie der Anregung des Kreislaufs, des Stoffwechsels, des Immunsystems und der Atmung eine wohltuende Wirkung auf das Wohlbefinden.

Was Unland und Ehlebracht-König am Ende noch einmal ausdrücklich betonen: „Die Sauna wird nur den Patienten des Rehazentrums offen stehen. Sie wird keine öffentliche Einrichtung sein.“ Bürger aus Eilsen und Umgebung haben also keinen Zutritt.

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