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Reisemobilisten sollen Geld in den Ort bringen

Bad Eilsen / Tourismus Reisemobilisten sollen Geld in den Ort bringen

Der Reisemobil-Tourismus boomt. Attraktive Stellplätze, wie zum Beispiel an der Weser in Rinteln oder am Schloss in Bückeburg, sind gut besucht. Und es gibt Untersuchungen, nach denen Wohnmobilisten viel Geld in den Kommunen lassen: Sie kaufen ein, nutzen gastronomische Angebote.

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Auf der Wiese südlich der Remise könnte der Reisemobil-Stellplatz entstehen. © kk

Bad Eilsen (kk). Von diesem Trend möchte auch die Gemeinde Bad Eilsen profitieren. Auf dem Remisengelände an der Bahnhofstraße soll ein entsprechender Stellplatz angelegt werden. Der Bauausschuss empfahl jetzt die Aufstellung eines Bebauungsplanes.

Eine attraktive Gestaltung des Platzes mit viel Grün soll mehr Gäste nach Bad Eilsen locken, im Rahmen des Masterplans und des Ortsentwicklungskonzeptes aber auch die Ortsmitte aufwerten. Planer Matthias Reinold stellte aktualisierte Pläne vor. Die eigentlichen Stellplätze sollen südlich der Remise, in der derzeit der Bauhof untergebracht ist, angelegt werden. Zu Fuß sind Ortskern und Kurpark für die Gäste über den Spazierweg an der Aue bequem zu erreichen. Reinold regte an, langfristig eine Verlagerung des Bauhofes in Betracht zu ziehen, um Interessenkonflikte zwischen Erholung und Arbeit zu vermeiden.

Erschlossen werden soll der Stellplatz auch über die Wiesenstraße, die „gekappt“ und Richtung Remise verschwenkt wird. Der Durchgangsverkehr würde also von der Bückeberg-Klinik weggeleitet. Diese würde durch den verbleibenden Straßenstumpf mit Wendemöglichkeit von der Bahnhofstraße erschlossen.

Mit der Aufstellung des B-Plans soll auch signalisiert werden: „Hier tut sich was.“ Das ist besonders für das Einwerben von Zuschüssen wichtig. Gleichzeitig soll aber, so der Planer, schon an der Ausführungsplanung gearbeitet werden. Dafür müsste ein Grundkonzept her: Sollen beispielsweise Übernachtungsgebühren erhoben werden? Wie wird der Stellplatz technisch ausgestattet?

Reisemobil-Stellplätze werden normalerweise nur für einen Aufenthalt von wenigen Nächten ausgelegt. Von klassischen Campingplätzen unterscheiden sie sich dadurch, dass die An- oder Abreise jederzeit – auch nachts – erfolgen kann, soweit Platz vorhanden ist. Sanitäre Anlagen stehen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung, da die Wohnmobile ja über ein geschlossenes Sanitärsystem verfügen.

Es gelten niedrigere Übernachtungspreise, teilweise ist die Nutzung sogar kostenlos. Bei kostenpflichtigen Plätzen wird die Gebühr meist an einem Parkscheinautomaten bezahlt, Kassierer sind selten unterwegs.

Auf kostenlosen Stellplätzen sind „Extras“ wie zum Beispiel die Frischwasserversorgung oder ein Stromanschluss in der Regel kostenpflichtig. Oft wird um eine freiwillige Spende gebeten.

Wie soll nun der Eilser Platz im Detail aussehen? Dazu sind die Überlegungen noch nicht abgeschlossen, es zeichnet sich aber ein Trend zu einer eher einfachen und technisch sehr soliden Ausstattung ab. Ein Manko hat der Standort nämlich: Er liegt im Überschwemmungsbereich der Aue. Nach Starkregen war die Fläche erst vor wenigen Wochen wieder einmal überschwemmt. Der Gemeinde wäre nicht damit gedient, wenn zum Beispiel Kassenautomaten oder Stromanschlüsse durch Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen würden. Und die Gäste müssten natürlich deutlich auf mögliche Gefahren hingewiesen werden.

„Das Hochwasserproblem lässt sich nicht wegdiskutieren“, ist auch dem Planer klar. Grundsätzliche Bedenken hat er deswegen aber nicht. Allerdings müsste die Zahl der Stellplätze darauf abgestimmt werden, eventuell ließen sich auch durch eine entsprechende Modellierung des Geländes Risiken mindern.

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