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Rollschuhe für den Rückweg

Goldene Konfirmation Rollschuhe für den Rückweg

Was mag das für ein Gefühl sein, nach 50 oder auch mehr Jahren wieder vor dem Altar zu stehen und sich an die eigene Konfirmation zu erinnern? 13 Männer und fünf Frauen erlebten diesen ganz besonderen Augenblick in der Bad Eilser Christuskirche. Die meisten kamen aus der heimischen Region.

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Die Jubilare posieren für das Erinnerungsfoto vor dem Altar.

Quelle: sig

Bad Eilsen. Die weiteste Anreise hatte ein Teilnehmer aus Eltville am Rhein. Die meisten goldenen Konfirmanden konnten sich daran erinnern, genau in diesem Gotteshaus eingesegnet worden zu sein. Aber schon die diamantenen Konfirmanden standen in irgendeiner Kirche vor dem Altar, denn die Bad Eilser Einwohner, die evangelisch getauft worden sind, besaßen zu diesem Zeitpunkt im Ort noch keine Kirche. Dennoch gab es bei dem jüngsten Konfirmationsjubiläum sogar Teilnehmer, die vor 75 Jahren eingesegnet worden waren.

Diesmal waren das Karl-Heinz Buschmeier aus Bad Eilsen und Vera Raddatz aus Luhden. Buschmeier feiert im kommenden Februar seinen 90. Geburtstag und war 1942 in der Obernkirchener Stiftskirche eingesegnet worden. Buschmeier erinnert sich: „Wir sind mit der Dampfeisenbahn nach Obernkirchen gefahren. Im Rucksack hatten wir Rollschuhe, denn auf dem Rückweg nach Hause ging es ja überwiegend abwärts.“

Begegnung mit dem Feind

Der gebürtige Rintelner, der danach aber seinen Lebensmittelpunkt in Heeßen hatte, ist noch vor Kriegsende zu einer selbstfahrenden Flakeinheit eingezogen worden. Beim Rückzug kam er bis ins heimatliche Wesertal und setzte sich ab, als die Amerikaner bereits auf dem südlichen Weserufer standen. Er erinnerte sich: „Ich lief die Eisenbahnstrecke zwischen Steinbergen und Buchholz entlang, dort entdeckte mich ein gut Deutsch sprechender amerikanischer Soldat und nahm mich mit seinem Jeep mit. Bevor er mich freiließ, bekam ich noch Lebensmittel mit auf den Weg. Beim Verabschieden wünschte er mir gute Gesundheit.“

Natürlich hatten auch die anderen älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit.

Wer so einen langen Lebensweg überstanden hat, wird sicherlich Dankbarkeit dafür empfinden. Aber dazwischen gab es so manches Geschehen, das den Glauben auf den Prüfstand stellte. Auch das sprach Pastor Hendrik Blank in seiner Predigt an. Die Feier in der Christuskirche wurde mit Orgelmusik und geistlichen Liedern des Gemischten Eilser Chores umrahmt.

Nach dem Heiligen Abendmahl und Erinnerungsaufnahmen begaben sich die Teilnehmer mit ihren Angehörigen zum Mittagsbüfett in „Omas Kaffeestube“.

Und das sind die Namen der Jubelkonfirmanden (die Zahlen geben an, wie viele Jahre die Konfirmationen zurückliegen):

Vera Raddatz, 75 Jahre, Luhden; Karl-Heinz Buschmeier, 75 Jahre, Heeßen; Gustav Ehrlers, 70 Jahre; Rudolf Waltemathe, 70 Jahre, Bad Eilsen; Klaus Lindemeier, 70 Jahre, Bad Eilsen; Karl-Heinz Buhmeier, 65 Jahre, Springe-Völksen; Walter Bunte, 65 Jahre; Ingrid Schneider, 65 Jahre, Bad Eilsen; Heinz Jürgens, 65 Jahre, Eltville; Margarete Flick, 65 Jahre, Heeßen; Friedhelm Waltemathe, 60 Jahre, Meißendorf; Jochen Tänzer, 60 Jahre, Hildesheim; Wilhelm Drewes, 60 Jahre, Bad Eilsen; Uwe Meier, 50 Jahre, Heeßen; Hans-Werner Holste, 50 Jahre, Heeßen; Reinhold Kittel, 50 Jahre, Heeßen; Karin Winkelhake, 65 Jahre, Bad Eilsen; Hannelore Blaudszun, 60 Jahre, Heeßen. sig

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