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Bad Eilsen Rund 2,8 Millionen Euro Gewinn
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Rund 2,8 Millionen Euro Gewinn
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20:10 09.02.2018
Bei der Generalversammlung der Raiffeisen-Landbund eG vermeldet Vorstandsmitglied Marco Gottschalk (Mitte) einen Jahresüberschuss in Höhe von rund 2,793 Millionen Euro. Quelle: wk
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BAD EILSEN

Das hat Marco Gottschalk, einer der beiden hauptamtlichen Vorstände, bei deren Generalversammlung im Bad Eilser Palais im Park deutlich gemacht.

„Im Geschäftsjahr 2016/2017 wurden insgesamt 677383 Tonnen mit einem Umsatz von rund 257 Millionen Euro gehandelt“, berichtete er. Den genannten Umsatzrückgang führte er auf „zwei wesentliche Faktoren“ zurück. So spiegele sich in diesen Zahlen zum einen „letztmalig“ die Umstrukturierung der Futtermittelaktivitäten der RLB wider, indem in den Umsätzen des Jahres 2015 Großhandelsgeschäfte enthalten seien, die durch die inzwischen erfolgte Umgliederung auf die RLBS Mischfutter GmbH & Co. KG (Büren; 50-prozentige Tochtergesellschaft der RLB) entfallen. Zum anderen sei die Viehabteilung („die größte Abteilung unseres Hauses“) zum 1. Januar 2017 in eine neue „Vermarktungsgesellschaft für Qualitätstiere“, die VGQ GmbH & Co. KG (65-prozentige Tochtergesellschaft der RLB), integriert worden. „Ein Vergleich mit den Vorjahren ist daher nur bedingt möglich“, betonte er.

„Fast alle Sparten“ der „breit aufgestellten“ RLB haben zum Erfolg der Genossenschaft beigetragen, führte Gottschalk weiter aus. Demnach haben sich dieRoherträge im Bereich „Ware, Vieh und Dienstleistungen einschließlich der sonstigen Erträge“ im Geschäftsjahr 2016/2017 gegenüber dem Vorjahr um 500.000 Euro erhöht. Ursächlich dafür sei hauptsächlich der Bereich „Landwirtschaftliche Artikel“ gewesen, in dem man in vielen Sparten den Rohertrag des Vorjahres habe steigern können – insbesondere bei den Feldfrüchten Getreide und Raps, bei denen es nach der Ernte 2015 einen massiven Preisrückgang gegeben habe.

Wie Gottschalk weiter informierte, haben sich die betrieblichen Aufwendungen der RLB durch die Übertragung des Viehhandels auf die „Vermarktungsgesellschaft für Qualitätstiere“ zum 1. Januar 2017 um gut eine Million Euro gegenüber 2016 verringert. Das Betriebsergebnis habe man im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Millionen Euro gesteigert. Insbesondere wegen einer im Vorjahr vorgenommenen außerordentlichen Ausschüttung (eine Million Euro) der Raiffeisen Warenhandel GmbH & Co. KG, an der die RLB zu 50 Prozent beteiligt sei, habe sich indes das Finanzergebnis gegenüber dem Vorjahr um rund 1,3 Millionen Euro verringert.

Zum Jahresabschluss: Die Bilanzsumme der RLB hat sich, so Gottschalk, zum 30. Juni 2017 um rund 7,85 Millionen Euro auf knapp 81,48 Millionen Euro erhöht; das Eigenkapital beläuft sich auf knapp 43,47 Millionen Euro. In der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von exakt 2.793.250,88 Euro.

Nach einstimmigem Votum der Generalversammlung werden von diesem Jahresüberschuss rund 2,564 Millionen Euro diversen Rücklagen zugeführt, während der verbleibende Rest (228.993,97 Euro) als Dividende (sieben Prozent) an die Mitglieder der Genossenschaft ausgeschüttet werden.

Noch ein paar vom Vorstand präsentierte Zahlen: Ende des Geschäftsjahres 2016/2017 gehörten der RLB 2152 Mitglieder mit 3877 Geschäftsanteilen an, wobei ein Geschäftsanteil 1000 Euro beträgt.

Mit der Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres sei man „durchaus zufrieden“, so Gottschalk. Zudem sei man „weiterhin fest davon überzeugt“, mit den erfolgten Strukturveränderungen – sprich: Ausgliederung der Unternehmensbereiche Mischfutterherstellung und Viehhandel in Tochtergesellschaften – „die für uns notwendigen Anpassungen getroffen zu haben“, um die Wettbewerbsfähigkeit der RLB für die Zukunft sicherzustellen.

„Das vergangene Jahr hielt viele Herausforderungen bereit; wir haben sie alle gemeistert“, berichtete Andreas Rath, der andere hauptamtliche Vorstand der Genossenschaft. Dies in einer Zeit, in der die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirte „nach wie vor angespannt“ sei. Für die Milchviehhalter und Schweinemäster gebe es zwar einen „positiven Trend“, dieser dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Gewinn noch „nicht ausreichend“ sei. Vielmehr müsse sich der Aufwärtstrend fortsetzen, damit die Tierhalter „nach langer Zeit wieder die Möglichkeit haben, aufgeschobene Investitionen durchzuführen“.

Seitens des Deutschen Bauernverbandes werde 2018 als ein Jahr der Stabilisierung gesehen, wobei der Ackerbau diesbezüglich allerdings „noch skeptisch“ betrachtet werde, da die Märkte stark unter Druck geraten seien, ergänzte er.

„Das laufende Geschäftsjahr ist ähnlich herausfordernd wie das Vorjahr. Gerade ein schwaches Preisniveau und ein Markt mit nur geringer Preisentwicklung machen es für ein Handelshaus nicht leicht, Geld zu verdienen“, resümierte Rath.

Bei den Wählen votierte die Versammlung für die Wiederwahl von Hartmut Brunkhorst (Schöttlingen) und Friedrich Weber (Hahlen) als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder.

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