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Sanierung kostet 17 bis 18 Millionen Euro

Fürstenhof Sanierung kostet 17 bis 18 Millionen Euro

Die schon länger angekündigte Sanierung des im Eigentum der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover stehenden „Fürstenhofes“ hat begonnen.

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Gemeinsam mit dem Architekten Gunnar Nikolaus informiert der DRV-Projektleiter Matthias Röhl (rechts) Bürgermeisterin Christel Bergmann (Zweite von links) und Gemeindedirektorin Svenja Edler über die geplanten Sanierungsmaßnahmen in Sachen „Fürstenhof“.

Quelle: wk

BAD EILSEN. Als erste Maßnahme ist das an der Bückeburger Straße gelegene Gebäude mit einem Bauzaun umgeben worden, der unbefugte Personen von der Baustelle fernhalten soll. Zudem sind auf der rückwärtigen Seite des Objektes diverse Muldenbehälter für die Abfallentsorgung aufgestellt worden. Überdies beinhaltet die Baustelleneinrichtung das Aufstellen mehrerer Container auf dem Gelände, die als Büro- oder Aufenthaltsräume sowie als Materiallager dienen sollen.

Geplant ist nach Auskunft von Matthias Röhl, Projektleiter der DRV, sämtliche Versorgungsleitungen sowie die komplette Haustechnik zu erneuern. Zudem sollen die rund 90 Patientenzimmer eine einheitliche Größe und ein eigenes, neues Bad mit WC erhalten.

Altes soll erhalten bleiben

In dem Vortragssaal im Erdgeschoss, der bis zu hundert Personen Platz bietet, soll das vorhandene Drahtglasdach und die darunterliegende, geschlossene Decke durch eine mit einer LED-Beleuchtung versehene „Lichtdecke“ ersetzt werden. Eine Erneuerung des Glasdaches kommt laut Röhl deswegen nicht infrage, weil dies heutzutage allein schon aufgrund der erforderlichen Wärmeschutzverglasung massiver ausgeführt werden müsste als bisher, wofür die Tragfähigkeit der Wände aber nicht ausreicht. Gleichwohl soll der historische Eindruck des Vortragssaales, der früher eine Lobby war, hervorgehoben werden, weshalb auch das aus Gips gefertigte Deckengesims erhalten bleibt.

Sowohl in diesem Saal als auch in dem daran angrenzenden „Fürstenzimmer“ sollen zudem „alte Befunde sichtbar gemacht werden“, indem die Farbgebung der Wände den unter dem Innenputz entdeckten „marmorisierenden Wandanstrichen“ nachgeahmt wird. Hinsichtlich des ehemaligen Musik- oder Damenzimmers (zuletzt als Seminarraum genutzt) ist dagegen angedacht, dies zukünftig zu Therapiezwecken des Rehazentrums Bad Eilsen zu nutzen, wobei die Raumakustik unter anderem durch Vorhänge und einen dicken Teppichboden verbessert werden soll. Und im sogenannten Kamin- respektive Herrenzimmer werden die über einen Kettenzug zu bedienenden „Guillotinen-Fenster“ gegen sicherere Drehflügelfenster ausgetauscht. Bei der Gelegenheit soll auch die im Erdgeschoss des Gebäudes vielfach noch vorhandene Einfachverglasung der Fenster durch eine energiesparende Wärmeschutzverglasung ersetzt werden.

Ein tiefer Griff in den Geldbeutel

Weiter berichtet Röhl, dass die gesamte Außenfassade des „Fürstenhofes“ saniert und anschließend in einem „klassischen Farbton der Bäderarchitektur“ gestrichen wird, wobei auch die Balkongeländer und die ebenfalls historischen Markisen renoviert werden. Die im Laufe der Jahre an der Putzfassade entstandenen Schäden erklärt der Projektleiter mit einem vor einigen Jahrzehnten aufgebrachten, ungeeigneten Fassadenanstrich. Die damals verwendete Wandfarbe sei nicht diffusionsoffen, sodass die Feuchtigkeit nicht nach außen gelangen könne und diesen großflächig ablöse. An vielen Stellen werde der Putz daher letztlich nur noch durch die Wandfarbe an der Fassade gehalten.

Insgesamt kostet die Sanierung des „Fürstenhofes“ nach Auskunft der DRV zwischen 17 und 18 Millionen Euro. Angesichts dieser Investition ist Röhl zufolge auch geprüft worden, ob ein Neubau oder eine (Teil-)Schließung des Standortes Bad Eilsen möglicherweise wirtschaftlicher wäre. Im Ergebnis sei das jetzige Sanierungsvorhaben, das in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Schaumburg durchgeführt werde, jedoch die günstigere Lösung.

„Es sind Versichertenmittel, die aufgewendet werden“, betont der Projektleiter. Daher habe man verschiedene Alternativen prüfen müssen, um diese große Investition rechtfertigen zu können. Ergänzend merkt er an, dass die DRV als Träger öffentlicher Belange aber auch eine Verantwortung habe, solch ein historisches Gebäude zu erhalten. Voraussichtlich im April 2019 soll die Sanierung abgeschlossen sein. wk

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