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Bad Eilsen Steuergerechtigkeit durch Digitalisierung
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Steuergerechtigkeit durch Digitalisierung
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00:17 17.07.2017
Finanzminister Peter-Jürgen Schneider zeichnet die Finanzwirtinnen Anne Helmke (von links), Charline Kintscher und Lorraine Heumann als Lehrgangsbeste aus. Quelle: wk
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BAD EILSEN

D avon eine Absolventin mit der Gesamtnote „Sehr gut“ und 36 Kandidaten mit der Note „Gut“. 81 Prüflinge haben ihre Berufsausbildung mit „befriedigend“ und 62 Teilnehmer mit „ausreichend“ abgeschlossen. Das berichtete Bernadette Zeitler, die stellvertretende Leiterin der Steuerakademie, anlässlich der Verleihung der jeweiligen Ernennungsurkunden an die neuen Finanzwirte. Hintergrund dieses Booms ist, dass in den Finanzämtern bereits jetzt Personalknappheit herrscht und diesen zudem noch ein zusätzlicher, massiver Personalschwund bevorsteht.

In den Finanzämtern werden die nun ausgebildeten Finanzwirte „dringend gebraucht“, betonte der als Festredner eingeladene niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider. Innerhalb der Steuerverwaltung habe man eine „schiefe Altersstruktur“, deretwegen in den Jahren von 2017 bis 2027 knapp 40 Prozent der Mitarbeiter in den Altersruhestand verabschiedet werden.

Personalengpässe kompensieren

Um dieser Entwicklung zu begegnen, habe das Land Niedersachsen inzwischen eine Einstellungsoffensive gestartet, weshalb an der Steuerakademie in Bad Eilsen im nächsten Jahr noch mehr junge Leute in die Laufbahnprüfung für den mittleren Dienst gehen werden. Temporär werde man zudem auf zusätzliche Tarifangestellte zurückgreifen müssen, um Personalengpässe zu kompensieren. Zum Vergleich merkte der Minister an, dass es aber auch schon Zeiten mit so wenigen Steueranwärtern gegeben habe, in denen man die Prüflinge allesamt problemlos auf der Bühne des heutigen Palais im Park hätte versammeln können.

Mit Blick auf die Zukunft hob Schneider ferner die zunehmende Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Stichwort: mehr Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeit) hervor, der auch die Finanzbehörden mit einer entsprechenden „Veränderungsbereitschaft“ Rechnung tragen müssen.

„Vollständig digitale Prozesse“ sind das Ziel

Darüber hinaus werde das Berufsleben in immer stärkerem Maße durch die voranschreitende Digitalisierung geprägt, führte er weiter aus. So würden schon jetzt fast zwei Drittel aller Einkommensteuererklärungen in Niedersachsen mit dem Steuersoftwareprogramm „Elster“ abgegeben. Das Ziel seien letztlich aber „vollständig digitale Prozesse“ – von der Abgabe der Steuererklärung über die Prüfung derselben bis hin zur Erteilung der Steuerbescheide.

Dies wird laut Schneider jedoch nicht zu Personaleinsparungen bei den Finanzämtern führen, da sich die Finanzämter in personeller Hinsicht bereits an der unteren Grenze bewegen. Durch eine verstärkte Digitalisierung indes lasse sich beispielsweise der zusätzliche Arbeitsaufwand auffangen, der mit dem wachsenden internationalen Datenaustausch der Finanzbehörden untereinander entsteht, der wiederum der „Steuergerechtigkeit“ diene.

Einladung zum gemeinsamen Frühstück

Als die drei besten Absolventen der jetzigen Laufbahnprüfung zeichnete Schneider drei junge Frauen aus: Anne Helmke vom Finanzamt Rotenburg/Wümme (Prüfungsnote „Sehr gut“), Charline Kintscher vom Finanzamt Hannover-Nord („Gut“) und Lorraine Heumann vom Finanzamt Sulingen („Gut“). Damit verbunden war als Präsent eine Einladung zu einem gemeinsamen Frühstück bei ihm im Finanzministerium.

Grußworte gab es bei der Feierstunde von Bürgermeisterin Christel Bergmann, von Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann sowie von der Lehrgangssprecherin der Steueranwärter, Katharina Dorstewitz, zu hören. Letztere richtete einen Dank an die Dozenten der Steuerakademie und Ausbilder der jeweiligen Finanzämter, seitens derer man bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung viel fachliche Unterstützung erhalten habe. wk

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