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Süße Ernte

Imkerei Süße Ernte

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Honigernte? Was sind die optimalen Außentemperaturen? Wann sind die Honigräume im Bienenstock gefüllt, die Honigwaben verdeckelt und reif für die Ernte? Imkerin Beate Langermann war mächtig aufgeregt, als ihr persönlicher Tag X vor Kurzem anbrach.

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Beate Langermann öffnet den Unterboden der Bienenkiste, um anschließend die Honigwaben herausnehmen zu können. In den gefüllten Waben wartet der begehrte Honig.

Quelle: hil

Bad Eilsen. Es wurde die erste Honigernte eingebracht – und der Ertrag kann sich sehen lassen.

„Schon vor 7 Uhr war ich im Garten und legte alle Gerätschaften bereit“, berichtet die Hobby-Imkerin. Dann zog sie ihre stichsichere Hose und ihr Imkeroutfit an – und es ging los. Zunächst entzündete Langermann den mit Kleinholz und Tannenzapfen gefüllten „Smoker“, ein kannenartiges Metallbehältnis, durch das man mithilfe eines integrierten kleinen Blasebalgs Rauch gezielt verteilen kann. Der holzig-harzige Geruch des Rauches vereinfacht das Arbeiten in Bienennähe. Die Bienen riechen den Rauch und denken, es gibt einen Waldbrand. Instinktiv futtern sie sich deshalb noch einmal mit Honig voll, um für den Notfall gerüstet zu sein. Dadurch sind sie beschäftigt, werden träge und achten gar nicht so genau darauf, was vor sich geht. In diesem Zustand sind die Bienen eigentlich nicht „stichfreudig“. Allerdings setzt Langermann den „Smoker“ nur spärlich ein, damit der Honig nicht nach Rauch schmeckt.

Geht man vorsichtig vor, lassen sie es sich gefallen

Nachdem die Verschraubungen an der hochgestellten Bienenkiste gelöst waren, musste an manchen Stellen der Kiste noch etwas Wachs entfernt werden. Dann konnten die Trägerleisten mit den begehrten Honigwaben vorsichtig aus der Bienenkiste herausgehoben werden. Die noch an den Waben hängenden Bienen fegte Langermann vorsichtig mit einem Spezialhandfeger ab. Natürlich mögen die Bienen es gar nicht, wenn man sie „abfegt“. Geht man vorsichtig und zügig vor, lassen sie es sich gefallen.

Nachdem alle Leisten mit den Honigwaben in einer Transportkiste verstaut und die Bienenkisten wieder verschlossen waren, folgte der Transport der Ernte in die Küche des Wohnhauses.

Da die Kisten eine alternative Form der Bienenhaltung sind, das eher übliche „Ausschleudern“ der Waben also nicht möglich ist, wurden nun die Waben mit einem Messer von den Leisten gelöst, in große Stücke zerschnitten, zerstampft und zum Austropfen auf ein Honigsieb gegeben. Alternativ kann man das Austropfen unter Zuhilfenahme einer Saftpresse oder eines Netztuches beschleunigen. Diese Art der Honiggewinnung ist eine klebrige Angelegenheit, und das Ablaufen des Honigs dauert seine Zeit. Doch das Naschen verkürzte und versüßte das Warten.

Heimische Bienen leiden unter Varroa-Milbe

Die Arbeit mit den Bienen ist nach der Honigernte allerdings noch nicht vorbei, so Langermann. Seit die heimischen Bienen unter dem Befall der Varroa-Milbe leiden, ist die Behandlung gegen diesen für Bienen tödlichen Schädling unerlässlich. Dazu wird über einen Zeitraum von zehn bis 14 Tagen ein Verdunster in die Kisten gestellt, der 60-prozentige Ameisensäure verdunstet. Die Bienen mögen die Säure nicht, überstehen die Zeit aber recht gut. Durch eine Kontrollzählung wird nach der Behandlung festgestellt, wie viele Milben überlebt haben. Ist die Zahl zu hoch, wird der Verdunster erneut in die Kiste gestellt. Im Winter folgt eine weitere Behandlung mit Oxalsäure, bei der das Mittel direkt auf die Bienen geträufelt wird. Weiterhin muss jeder Imker dafür sorgen, dass für den geraubten Honig ausreichend Ersatz vorhanden ist, meist in Form von Zuckerwasser oder -sirup in einer flachen Schale, aus denen die Bienen ohne Probleme schlecken können. Denn ohne ausreichende Nahrung überstehen sie den Winter nicht.

Am Ende des Tages der ersten Honigernte stehen stattliche 30 bis oben gefüllte Gläser Honig bei Familie Langermann im Regal. „Bea-Bee 2016“, wie man auf den Gläsern lesen kann, ist nur für den eigenen Verzehr gedacht. Aber schon heute freut sich Beate Langermann auf die nächste Ernte. hil

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