Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Überprüfung schafft Platz für neue Grabstellen

Bad Eilsen / Friedhof Überprüfung schafft Platz für neue Grabstellen

„Das Ruherecht ist abgelaufen“ – Aushänge und Schilder auf dem Friedhof an der Bückeburger Straße machen deutlich darauf aufmerksam, dass es an vielen Grabstellen in den nächsten Monaten Veränderungen geben wird. Auch dem Besucher auf dem Friedhof ist nicht entgangen, dass in den vergangenen Monaten zahlreiche Gräber abgeräumt, eingeebnet und mit Rasen eingesät wurden. „Bis jetzt sind 100 Grabstätten aufgelöst worden, weitere werden folgen“, beschreibt Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann die momentane Entwicklung.

Voriger Artikel
Lkw-Brand auf der A 2 – Geduldsprobe auf der Umleitung
Nächster Artikel
Ein freudiges Wiedersehen

Auf dem Eilser Friedhof werden immer mehr Grabstätten aufgelöst und eingegrünt. Schilder weisen auf den Ablauf der Ruhezeit hin.

Quelle: tw

Bad Eilsen (kk). Seit einigen Jahren geht die Friedhofsverwaltung ihr Kataster systematisch durch und sucht nach „überfälligen“ Ruhestätten. Das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen handelt es sich häufig um Gräber, um die sich jahrelang niemand mehr gekümmert hat. Natürlich treiben auch nicht mehr bezahlte Grabstellen die Friedhofskosten in die Höhe – und damit die Belastung für alle Hinterbliebenen. Ein dritter Punkt ist aber fast noch wichtiger: Es gibt wieder Platz auf dem Friedhof, eine Erweiterung wird so auf absehbare Zeit überflüssig.
Stößt die Verwaltung bei ihren Recherchen auf Grabstätten, deren Nutzungsrechte (in der Regel 25 bis 30 Jahre) abgelaufen sind, werden zunächst erst einmal die Angehörigen der Verstorbenen angeschrieben. Diese können die Liegezeit verlängern.
Oft sind jedoch gar keine Angehörigen mehr ausfindig zu machen. In Eilsen werden nämlich auch viele ältere Menschen bestattet, die alleinstehend in den hiesigen Alten- oder Pflegeheimen gelebt haben und dort verstorben sind, vielleicht auch gar nicht aus der Region stammen. In diesem Fall weist zunächst ein Schild auf dem Grab auf das ausgelaufene Nutzungsrecht hin, anschließend gibt es einen Aushang im Schaukasten am Friedhofseingang. Sollte es keine Reaktionen darauf geben, wird die Grabstelle von Mitarbeitern der Beschäftigungsgesellschaft abgeräumt.
Ungefähr 100 Grabstellen wurden bisher aufgelöst. Für 19 weitere muss demnächst entschieden werden.
Bei ungefähr 50 Beisetzungen im Jahr werden die Grabstellen Schritt für Schritt wieder belegt. Dabei sind auch in Eilsen Trends abzulesen, die sich auf anderen Friedhöfen in der Region bereits bemerkbar machen. Das klassische Reihen- oder Wahlgrab wird nicht mehr so häufig nachgefragt, Rasen- oder Urnengräber werden immer beliebter.
Und das hat nicht nur Kostengründe. Oftmals möchten sich die Angehörigen Verstorbener, wenn es denn welche gibt, nicht über Jahrzehnte mit der Grabpflege belasten. Oder Verstorbene haben bereits zu Lebzeiten in diesem Sinn Vorsorge getroffen. Rasengräber werden nämlich, wie der Name schon sagt, mit Gras eingesät. Eine flache, 50 mal 50 Zentimeter große Platte erinnert an die Verstorbenen. Diese Gräber sind als Reihengrab mit 1000 Euro zwar deutlich teurer als „normale“ Reihengräber (360 Euro), dafür fallen aber auch in der Zukunft keine Pflegekosten mehr an. Von den Friedhofsmitarbeitern wird über die gesamte Laufzeit hinweg regelmäßig gemäht. Um die Pflege zu vereinfachen, darf zwar im Sommer auf den Gräbern kein Grabschmuck abgelegt werden, dafür steht aber ein gesonderter Platz auf dem Friedhof zur Verfügung.
Zurzeit gibt es bereits sechs Rasenreihengräber und 18 solcher Gräber für Urnen. Da sich auch Eheleute oder Familienangehörige bereits zu Lebzeiten Gedanken über die (gemeinsame) Bestattung machen, verzeichnet die Friedhofsverwaltung inzwischen auch Nachfragen nach Rasenwahlgräbern. Die gibt es zwar auf dem Eilser Friedhof zurzeit noch nicht, über die Einrichtung und eine entsprechende Satzungsänderung wird aber nachgedacht.
Die Bestattung in einer möglichst naturnahen Umgebung, zum Beispiel in einem Friedwald, wird immer beliebter. Daher bemühen sich Friedhofsträger wie die Samtgemeinde vermehrt darum, ihre Ruhestätten möglichst natürlich zu gestalten. Darum sollen auch auf dem Eilser Friedhof die schönen großen Bäume in jedem Fall erhalten, eventuell auch ergänzt, werden.
Aus Kostengründen muss aber auch immer der Pflegeaufwand im Auge behalten werden. Abgestorbene Hecken oder ausgedünnte Lebensbäume werden dagegen der Schere zum Opfer fallen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg