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Überzeugendes Bekenntnis zur Reformation

Bad Eilsen / Tschernobylhilfe Überzeugendes Bekenntnis zur Reformation

Was hat der Reformationstag mit dem Reaktorunglück von Tschernobyl zu tun? Bei dieser Frage wird wohl jeder eine Weile in sich gehen müssen, und die Ergebnisse werden nicht alle identisch sein.

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Friedrich Winkelhake (links) erläutert Superintendent Reiner Rinne die Aufnahmen, die bei den Besuchen im Patendorf Swonez gemacht worden sind.

Quelle: Picasa

Bad Eilsen. Superintendent Reiner Rinne und die beiden Sprecher der Eilser Tschernobylhilfe, Ingmar Everding und Friedrich Winkelhake, jedenfalls haben eine gemeinsame Antwort gefunden. Präsentiert wurde sie in der „Church-Night“, einer bundesweiten Aktion, mit der die Wiederentdeckung der biblischen Botschaft gefeiert werden soll. Sie soll deutlich machen, dass Martin Luthers Reformideen nicht verstaubt, sondern immer noch sehr lebendig sind.

 Auf der einen Seite möchte man gerade jungen Menschen zeigen, dass der evangelische Glaube selbst nach 500 Jahren noch immer Richtschnur für eine sinnvolle Lebensführung sein kann. Auf der anderen Seite will man eine neue Aufbruchstimmung erzeugen, die auch nicht vor denen haltmacht, die der Kirche sonst fernstehen.

 Deshalb trug die „Church-Night“ in der Christuskirche auch das Motto „Aufbruch“. Superintendent Reiner Rinne zog in seiner Predigt Parallelen zu Ereignissen der jüngeren Geschichte. Die Katastrophe von Tschernobyl habe den Menschen zum ersten Mal deutlich gemacht, welche unkalkulierbaren Gefahren von Atomreaktoren ausgehen. Und die Explosion von Fukushima habe endgültig die Energiewende ausgelöst. Die Kirche habe dazu schon früh Stellung bezogen.

 Seit 20 Jahren gibt es die Eilser Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“, die das Leid der von der Katastrophe betroffenen Menschen lindern will. Deshalb war es nur logisch, dass die „Church-Night“ dazu benutzt wurde, dieses Engagement in Wort und Bild vorzustellen.

 Es war beeindruckend, was die überwiegend jugendlichen Kirchenbesucher, darunter auch die Konfirmanden, zu sehen bekamen. Vom ehrenamtlichen Einsatz der Arbeitsgemeinschaft profitieren die Kinder des weißrussischen Patendorfes Swonez, von denen inzwischen fast alle mindestens einen Ferienaufenthalt im Raum Bad Eilsen-Bückeburg verbracht haben.

 Weil das Dorf nur Arbeitsplätze in der Kolchose bietet, unterstützt die AG finanziell die Ausbildungsförderung junger Menschen. Schule, Kindergarten, Krankenhaus und anderen sozialen Einrichtungen wurde bei Sanierungen und Neuanschaffungen geholfen. In der Vorweihnachtszeit sind jahrelang bis zu 150 Lebensmittelpakete gefüllt und nach Swonez gebracht worden. Inzwischen können die Waren vor Ort eingekauft werden. Transport und Zollprobleme entfallen.

 Für krebskranke Kinder konnten Paten gewonnen werden, 40 aus Eilsen, 80 aus Rinteln. Hier sucht man dringend nach weiteren Spendern. Und schließlich wurden auch ehemalige Häftlinge aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges nicht vergessen, die in unserer Region Folter, Gefangenschaft und Arbeitslager überlebt haben. Unter die Haut gehen die Dankesbriefe dieser Menschen, die heute über 80 Jahre alt sind. Das gilt auch für die Schreiben, die Kinder aus Swonez zu Weihnachten und zu anderen Anlässen an ihre Gasteltern oder Spender gesandt haben.

 Was die Eilser AG dank zahlreicher Förderer und Mitstreiter bis heute geleistet hat, ist beispielhaft. Eine große Vorbildfunktion besitzt hier Friedrich Winkelhake als „Mann der ersten Stunde“, der noch immer vollen Einsatz zeigt. Die „Kirchennacht“ wurde zu einer beeindruckenden Präsentation benutzt. Auch der Gottesdienst zum Reformationsfest durfte als Ermunterung gewertet werden, diese Werke der Nächstenliebe fortzusetzen.

 Die „Church-Night“ wurde musikalisch ausgestaltet vom Gospelchor. Anschließend gab es noch szenische Aufführungen der jugendlichen Theatergruppe und ein Quiz über Weißrussland. Die Konfirmanden sollten Sätze zum Begriff „Aufbruch“ formen und vortragen. Dieses Programm trug die Handschrift von Ingmar Everding.

 Mit leckeren Snacks und der russischen Soljanka-Suppe von Günther Bergmann sorgten die Aktiven der Tschernobylhilfe bis 22 Uhr für das leibliche Wohl.

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