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Bad Eilsen Verschiedene Sichtweisen
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Verschiedene Sichtweisen
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00:19 15.12.2017
Die Laudatorin Kerstin Henke (von links) mit den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern Michael Torneden, Stefan Saworra, Sue Sheehan und Christiane Meißner. Quelle: möh
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Bad Eilsen

„Während einer Vernissage sollte der Besucher nicht mit dem Künstler über seine Werke reden, denn der Künstler will nicht diskutieren, sondern seine Bilder verkaufen. Denn hiervon hängt es schließlich ab, ob er ‚in Geld schwimmt’ oder seine Eltern ihm weiterhin die Farbe bezahlen müssen.“ Über diese Erkenntnis und weitere Ratschläge, wie man sich bei einer Ausstellungseröffnung benehmen sollte, berichtete im Jahre 1999 die renommierte Zeitung „Die Welt“. Laudatorin Kerstin Henke zitierte während der Vernissage in der Wandelhalle des Rehazentrums in Bad Eilsen aus diesem Artikel und hatte die Lacher auf ihrer Seite. Sie freute sich zudem, „eine sehr facettenreiche Ausstellung“ von fünf Künstlern eröffnen zu dürfen. Christiane Meißner, Norbert Grell, Michael Torneden, Stefan Saworra und Sue Sheehan präsentieren bis zum 4. Februar Werke aus Malerei und Fotografie unter dem Motto „Blickpunkte und Sichtweisen“.

 Ihr persönlich, so Henke, die im Rehazentrum den Freizeitbereich koordiniert und somit auch für die Ausstellungen zuständig ist, gefalle der Kontrast zwischen den einzelnen Künstlern sehr gut. Auf der einen Seite präsentierten sich die zarten blumigen Bilder von Christiane Meißner, dann gebe es die witzigen farbenprächtigen Fotografien von Stefan Saworra, die skurrilen Bilder von Michael Torneden, bei deren Betrachtung jeden Tag eine neue Kleinigkeit entdeckt werden könne, und schließlich seien die ungewöhnlichen Ansichten von Norbert Grell zu finden.

Da sie zudem ein absoluter Fan von Schwarz-Weiß-Fotografien sei, gefielen ihr die Werke von Sue Sheehan besonders gut, ohne die anderen Kunstwerke „irgendwie abwerten zu wollen“. Henke weiter: „Ich kann mich insgesamt nur meinen Kolleginnen aus der Klinik anschließen, die von dieser wunderbaren Ausstellung, die die beteiligten Künstler arrangiert haben, ganz begeistert sind.“

Lust am kreativen Gestalten

Christiane Meißner kommt aus Berlin und hat durch Impulse aus Elternhaus und Schule Malerei und Kunst kennengelernt und Lust am kreativen Gestalten entwickelt. Häufig bestimmt ihre Liebe zur Pflanzenwelt die Motivwahl. Sehr wichtig ist es ihr, Stimmungen und Atmosphäre in den Vordergrund zu stellen.

 Norbert Grell (Hameln) kam ebenfalls schon im Elternhaus mit der Malerei in Berührung. 2010 war er Mitbegründer der Kunstgruppe „Artes Wesera“, der Interessengemeinschaft für Kunstschaffende im Weserbergland. In seiner Vita heißt es: „Die Welt ist voll mit interessanten Dingen. Man muss sie nur entdecken und von ihnen lernen, um kreativ zu werden“. Er arbeitet Skulpturen aus Metall und malt mit Öl, Acryl und Pastellkreide.

 „Artes Wesera“-Mitglied Michael Torneden malt seit frühester Kindheit in unterschiedlichsten Stilrichtungen. Seit seinem 16. Lebensjahr beschäftigt er sich mit der Ölmalerei mit surrealistischen Hintergründen und sagt von sich, dass er sehr detailliert male. Je feiner und realistischer er etwas darstelle, desto wirkungsvoller erscheine es ihm, sich in das Bild hineinzudenken.

Augenblicke festhalten 

„Kunst ist für mich, den kurzen Augenblick mit der Fotografie festzuhalten, um ihn dann auf eine andere und besondere Art und Weise neu darzustellen und ihn so einzigartig zu machen“, erklärt Stefan Saworra. Er begann seine Karriere im Jahre 2004 mit einer „normalen“ Digitalkamera, hat sich aber im Lauf der Jahre sehr verändert, was die Kameras angeht. 2010 gründete er die Gruppe „Hamelner Fotofreunde“, der mittlerweile 1500 Hobbyfotografen angehören.

 Sue Sheehan ist gebürtige Amerikanerin, lebt aber derzeit in Coppenbrügge. Ihre Fotos in schwarz-weiß seien noch echte Handwerkskunst, loben Experten, die kaum noch jemand beherrsche. Bereits 1994 gewann die Künstlerin, die auch als Musikerin sehr bekannt ist, mit ihrer Ausstellung „Woman in Movement“ einen ersten Preis.

 Bereits zum fünften Mal umrahmte der Chor „Acapella“, der zwar in Sülbeck probt, aber dessen Sängerinnen und Sänger aus dem gesamten Landkreis kommen, eine Ausstellungseröffnung in der Wandelhalle. Diese Formation, so Henke, habe sich vor Jahren aus einem Gospelchor heraus gebildet. möh

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