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Verstrahlung nimmt noch keine Ende

Tschernobyl-Hilfe Verstrahlung nimmt noch keine Ende

Tschernobyl ist ein Schock für viele Menschen gewesen. Der Super-GAU hatte schlimme Folgen für die Menschen, die in Weißrussland im Einzugsgebiet des Werkes lebten. Zu den ersten deutschen Kirchengemeinden, die Hilfe leisteten, gehörte die aus Bad Eilsen – und das setzt sich bis heute fort.

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Die Mitglieder der Tschernobyl-AG besuchen regelmäßig eine der betroffenen Regionen in Weißrussland.

Quelle: sig

LUHDEN/BAD EILSEN. Friedrich Winkelhake rief auf Initiative seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau die Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ ins Leben. Hauptziel war zunächst, Jungen und Mädchen im Schulalter aus dem betroffenen Gebiet einen mehrwöchigen Ferienaufenthalt zu bieten.

 Das geschieht noch heute nach mehr als 20 Jahren, nachdem viele Gemeinden die Verbindungen zu Weißrussland haben abreißen lassen. In diesem Sommer kommen wieder 15 Kinder aus dem Patendorf Swonez in den Kurort – und werden dort sowie in Nachbargemeinden untergebracht.

 Durch Spenden von privaten Förderern, Kommunen und anderen Gemeinschaften sowie durch Benefiz-Konzerte kommen immer wieder Finanzmittel zusammen, mit denen im Raum Swonez geholfen werden kann. Bedacht werden die örtliche Schule, der Kindergarten, eine Krankenstation, hilfsbedürftige Familien, krebskranke Kinder und Auszubildende.

 Von Zeit zu Zeit reist ein Team der Tschernobyl-AG nach Swonez, um sich vor Ort vom Fortgang der Projekte zu überzeugen und weitere Maßnahmen zu besprechen. Außerdem werden neue Hilfsgüter mitgebracht.

 Erst vor Kurzem war eine Reisegruppe wieder aus dem Patendorf zurückgekehrt. Ihr gehörten außer Ingmar Everding, dem Sprecher der AG, noch Bürgermeisterin Christel Bergmann, Günther Bergmann (als Fahrer), Bianca Meier, Evelyn Lucius, Roland und Margret Karnbach an. Das nagelneue Fahrzeug stellte das Volkswagenwerk kostenlos zur Verfügung.

 Christel Bergmann schilderte in einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft im Luhdener Kirchenzentrum die Erlebnisse dieser Reise. Aufgesucht wurden alle geförderten Einrichtungen, um sich ein Bild über die Fortschritte zu machen.

 Weil man in dieser Zone angeblich keine Verstrahlung mehr messen kann, wurden diesem Ort alle staatlichen Hilfen gestrichen. Diese Entscheidung teilte die Bürgermeisterin der Besuchergruppe mit.

 Dass die immer wieder neu auftretenden Krebserkrankungen der Kinder zu den Spätfolgen des Reaktorunglücks gehören, wird wissentlich unter den Tisch gekehrt. Die Gäste erfuhren auch, dass die Lebenshaltungskosten weiter gestiegen sind. Erfreulich ist dagegen, dass der von der AG und vom internationalen Kinderhilfswerk des Stadthäger Dieter Kindermann finanzierte Neubau der Schultoilette in Kürze beginnen soll.

 Es gab viele weitere Infos vor Ort und die Nachricht, dass Patenkinder, die monatlich mit 50 Euro unterstützt werden, gute Fortschritte in Schule oder Berufsausbildung machen. „Wir haben viel Dankbarkeit und Gastfreundlichkeit erlebt“, so die Bürgermeisterin.

 Im weiteren Verlauf der Sitzung in Luhden berichtete Diakon Everding, dass noch eine Gastfamilie für zwei Schwestern im Alter von elf und zwölf Jahren gesucht wird, weil eine andere Familie ausgefallen ist. Das Programm für die Ferienkinder ist in Vorbereitung. Sicher ist, es wird viele abwechslungsreiche Angebote für die jugendlichen Gäste geben, die von zwei Lehrerinnen mit Deutschkenntnissen begleitet werden. sig

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