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Vom Egerland bis zur „Berliner Luft“

Konzert der Schaumburger Trachtenkapelle im Palais Vom Egerland bis zur „Berliner Luft“

Eigentlich ist es ein Nachmittag zum Spaziergehen oder für eine Gartenparty gewesen. Offensichtlich gab es am Sonntag aber in Bad Eilsen noch ein verlockenderes Angebot.

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Dirigent Udo Seifert mischte sich auch unter die Zuhörer.

Quelle: sig

Bad Eilsen. Und das war das Jahreskonzert der Schaumburger Trachtenkapelle im Julianensaal des Palais im Park. Freie Plätze waren dort Fehlanzeige.

 Dieser Veranstaltung geht immer ein mehrtägiger Workshop voraus. Da wird hoch konzentriert und engagiert geübt. Jetzt zum dritten Mal mit dem Berufsmusiker Udo Seifert, der diesmal eigens aus Erfurt angereist kam. Es hat sich gelohnt. Die Musiker liefen am Sonntag zur Hochform auf.

 Der Dirigent hatte jedoch kein Kleidungsstück angelegt, das auch nur andeutungsweise etwas mit dem Schaumburger Land zu tun hatte. Mit seiner Krachledernen und den Wadenschonern sorgte er für einen zumindest nicht erwarteten optischen Gegensatz. Der Grund dafür wurde zu einem späteren Zeitpunkt klar.

 Seifert stürmte mit großen Schritten auf die Bühne. Nicht minder kraftvoll geriet der musikalische Auftakt. Kein Wunder, denn der Marsch hieß „Einzug der Gladiatoren“. Locker, aber zugleich auch etwas besinnlicher ging es weiter mit böhmisch-mährischen Klängen wie „Heute spielt die Blasmusik“ und „Mondschein an der Eger“ von dem legendären Ernst Mosch.

 Der aus der Wirtschaftswunderzeit bekannte Filmschlager „Arrivederci Roma“ kam in einem interessanten neuen Arrangement daher, rhythmisch stärker betont als in der träumerisch-einschmeichelnden Filmfassung. Immer wieder gern hört man im Schaumburger Land und sicherlich auch darüber hinaus jenes musikalische Vermächtnis, das Freek Mestrini der Trachtenkapelle hinterlassen hat. Der Holländer leitete nach vorhergehenden Workshops auch einige Jahreskonzerte im früheren Kursaal. Der erste Konzertteil klang mit dem Stimmungslied „Wenn der Wein blüht“, gesungen von Ernst Weiser und Seifert, und mit den Polkaklängen „Geile Mucke“ und „Egerland Heimatland“ aus.

 Nach der Pause zeigte das Ensemble dann, wie breit angelegt das Repertoire dieser gut besetzten heimischen Musiziergemeinschaft ist. Erst erinnerten die Musiker an den „Happy Sound“ von James Last, der einst in Bückeburg die Heeresmusikschule besuchte. Mit einem Medley von Glenn Miller setzte sich im Saal das Swingtime-Gefühl fort. Auch Udo Jürgens schrieb etliche Titel, die noch lange zu hören sein werden und von denen einige im Julianensaal erklangen. Lars Bögel, Chef der Trachtenkapelle, hatte schließlich noch einige andere aktuelle Hits zusammengestellt und arrangiert. Da durfte natürlich Helene Fischer mit dem Renner „Atemlos“ nicht fehlen.

 Für eine nicht erwartete Einlage sorgte Seifert mit seinem Alphorn, das er großartig meisterte. Jetzt war jedem der Grund seines Outfits klar. Nach der „Berliner Luft“ und einer Zugabe erklang die Nationalhymne „als ein Bekenntnis gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit“. So formulierte es Dirk Hasse, der sich wieder als ein exzellenter Moderator erwies. Das war der beeindruckende Abschluss eines Konzertes, das die Zuhörer im voll besetzten Saal nicht so schnell vergessen werden. sig

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