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Bad Eilsen Vorsicht, Lebensgefahr!
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Vorsicht, Lebensgefahr!
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00:17 03.07.2017
Anders als manche Leute meinen, muss zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Schienenverkehr auf der durch Bad Eilsen und Heeßen (unser Bild) führenden Bahnstrecke Rinteln-Stadthagen gerechnet werden. Quelle: wk
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EILSEN

Auf dieser Eisenbahnstrecke herrscht nicht nur ein gelegentlicher Wochenendverkehr mit dem historischen Schienenbus oder einer alten Dampfeisenbahn, erklärt Thomas Stübke, einer der beiden Geschäftsführer der diese Bahnstrecke betreibenden Bückebergbahn Rinteln-Stadthagen GmbH. Der Schienenweg werde unangekündigt zu jeder Tages- und Nachtzeit auch für den Güterverkehr genutzt. Und ist der Bremsweg des Schienenbusses oder der Dampfeisenbahn bei der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern schon „ausgesprochen lang“, gelte dies besonders für die schweren Güterzüge.

Keine Unfälle dank Notbremsungen

In den vergangenen Jahren kam es auf dieser Bahnstrecke laut Stübke bereits mehrfach zu brenzligen Situationen. So etwa, wenn Menschen auf den Bahngleisen gingen und dabei mitunter sogar Kopfhörer aufgesetzt hatten, um Musik zu hören. Dann nämlich nahmen sie das warnende Pfeifsignal des heranrollenden Schienenfahrzeuges nicht wahr. Dass es dennoch nicht zu Unfällen kam, sei letztlich nur den von den Zugführern sofort eingeleiteten Notbremsungen zu verdanken. Wobei die dafür zur Verfügung stehende Reaktionszeit vor allem in den Fällen schnell zu kurz sein kann, wenn sich so eine ungewollte Begegnung in einer unübersichtlichen Kurve ereignet.

Um die Gefahr zu verdeutlichen, verweist Stübke auf ein Ereignis von 2016. Damals war ein „desorientierter, älterer Herr“ trotz Vollbremsung des Zuges unter das Schienenfahrzeug geraten, nachdem er bei dem hektischen Versuch, noch von der Bahnstrecke zu kommen, gestolpert und zwischen die Gleise gefallen war. Nur mit viel Glück war der Mann damals unverletzt geblieben. Vor allem in den bebauten Bereichen in Bad Eilsen, Heeßen und Obernkirchen werden die Bahngleise vermutlich häufig als Abkürzung genutzt.

Hinweise werden nicht ernst genommen

Fußgänger, die den Schienenweg mutmaßlich als Abkürzung nutzen, sind allerdings nicht das einzige Problem auf der Bahnstrecke. Auch die an den Bahnübergängen installierten Verkehrszeichen wie etwa das Andreaskreuz, das rote Blinklicht oder die rot-weiße Fahne der Bahnübergangsposten werden bisweilen nicht ernst genommen, weiß Burkhard Rohrsen, der Pressesprecher des Fördervereins Eisenbahn Rinteln-Stadthagen. Im Klartext: „Auch wenn das Licht schon lange blinkt oder der Posten auf der Straße steht, wird noch schnell Gas gegeben.“ Dabei sei der Verkehrsunfall, der sich am 18. Juni in Obernkirchen ereignet hatte und bei dem ein Auto von dem vorfahrtberechtigten Schienenbus erfasst und mitgeschleift wurde (wir berichteten), „ein trauriger Höhepunkt“ gewesen. wk

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