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Was ist drin? Am Bahnhof ängstigen elf Kesselwagen die Bürger

Bad Eilsen / Förderverein Was ist drin? Am Bahnhof ängstigen elf Kesselwagen die Bürger

Sie gehören den Waggonvermiet- und Schienen-­Logistikunternehmen VTG mit Sitz in Hamburg, Ermewa mit Sitz in Berlin und Aretz GmbH mit Sitz in Krefeld – aber sie stehen am Bahnhof in Bad Eilsen.

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Mittlerweile elf am Bahnhof abgestellte Kesselwagen sind’s, die Bürger in Bad Eilsen ängstigen.

Quelle: tw

Bad Eilsen (tw). Und das mittlerweile seit Wochen. „Erst waren es nur drei Kesselwagen, dann kamen immer mehr dazu. Jetzt sind es bereits elf, die das Gleis oberhalb des Edeka-Neukaufs füllen“, hat Manfred Kühn beobachtet. Der Fraktionschef der Bad Eilser SPD hat bei ihrem Anblick angesichts der Nähe zum Markt, aber auch zu den Wohnhäusern, ein mulmiges Gefühl. Ganz zu schweigen davon, dass das Gebiet um die Waggons wegen seines Heilquellen-Status ohnehin besonders sensibel sei; denn wenn da ein Kessel lecke – „nicht auszudenken“, sorgt sich der Ratsherr. Der steht mit seiner Sorge nicht allein da: „In den vergangenen Tagen haben sich die Anfragen irritierter Anwohner gehäuft“, weiß Andreas Kunde, Leiter des Ordnungsamtes im Bad Eilser Rathaus.

 Fest stehe: „Die Kesselwagen sind beladen, das sehe ich an den Federpaketen“, sagt Kühn. Und ergänzt: „Die Frage ist nur, was drin ist …“ Aufschluss könnten die Angaben auf Tafeln geben, die an den Waggons (fünf Mal VTG, fünf Mal Ermewa, ein Mal Aretz) befestigt sind: Dort ist von tiefgekühltem, flüssigen Kohlendioxid sowie von Leim die Rede. Doch ob diese Angaben noch immer aktuell sind? Die Redaktion hat nachgefragt. Einer, der die Antwort kennt, ist Harald Bokeloh, SPD-Bürgermeister von Heeßen, Eisenbahnfreund und lange Jahre im Zusammenschluss „Dampfeisenbahn Weserbergland e.V.“ aktiv: „In den Kesselwagen ist rein gar nichts drin“, sagt Bokeloh. Ergo seien sie „total harmlos“.

 „Die Firma Kaminski mit Sitz in Hameln hat sie in Bad Eilsen abgestellt“, so der Eisenbahnfreund weiter. Derzeit warteten die Waggons darauf, dass sie in die Rattenfängerstadt gebracht und dort überholt würden. Das bestätigt Thomas Stübke, Chef des Förderverein Eisenbahn Rinteln Stadthagen: „Sämtliche Kesselwaggons sind sowohl leer als auch gereinigt – sonst dürften sie gar nicht dort stehen.“ Durch die Reinigung sei sicher gestellt, dass sich im Inneren keine giftigen Gase bilden können. Weil der Bahnhof in Hameln derzeit keine Kapazität mehr frei habe, habe der Förderverein das Angebot gemacht, die Waggons dann eben auf dem Bad Eilser Gleis abzustellen. „Mit dem Geld, das wir dafür erhalten, finanzieren wir den Erhalt und Ausbau unserer regionalen Eisenbahnstrecke“, betont Stübke. Zum Beispiel die Erneuerung der Andreas-Kreuze an den Bahnübergängen, die die Eisenbahnfreunde derzeit beschäftigt.

 Die Firma Kaminski besteht seit 1921. Das Familienunternehmen mit seinen 125 Mitarbeitern ist in einer rund 40000 Quadratmeter großen Werkanlage auf Instandhaltung, Reparatur, Reinigung, Um- und Neubau von Güterwaggons spezialisiert; Kaminski besitzt außerdem Werke in Polen und Ungarn.

 Der Service der Waggonbau GmbH umfasst Schweißen, Lackieren Beschichten und die – umweltgerechte – Reinigung des Kesselinneren von Mineralöl- und Chemieprodukten ebenso wie die Außenwäsche aller Güterwagen. Kaminski übernimmt außerdem die Revisionsuntersuchungen an Untergestellen und Radsätzen, Druck- und Kesselprüfungen, Radsatzarbeiten sowie die Lager- und Ventilaufarbeitung. Abgerundet wird die Palette der Dienstleistungen durch Reparaturarbeiten an Emailliebeschichtungen und das Vermessen von Drehgestellen.

 Wann die Kesselwagen den Kurort wieder verlassen werden, das weiß allerdings auch Bokeloh nicht: „Manche Waggons sind bereits nach einer Woche wieder weg, andere erst nach zwei Jahren.“ Derweil verdient der Eigentümer der Schiene Geld mit den Abstellgebühren.

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