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Was summt denn da?

Beate Langermann ist auf die Biene gekommen Was summt denn da?

Seit mehr als 20 Jahren ist Beate Langermann fasziniert von Bienen.

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Beate Langermann mit einer Bienenkiste – diese ist dem „Krainer Bauernstock“ nachempfunden.

Quelle: hil

BAD EILSEN. „Damals habe ich bei einem Freund in Lübeck bei der Honigernte geholfen, das war so toll!“, schwärmt die Bad Eilserin. „Wir haben vom frischen Honig genascht, und der war lecker. Es hat überall gut gerochen, die Arbeit war einfach so schön, das ganze Drumherum – ein für mich ganz wunderbares Erlebnis“, erzählt die zweifache Mutter begeistert.

Ob bereits an diesem Tag der Entschluss fiel, irgendwann selbst ein Bienenvolk zu besitzen, ist nicht ganz klar. Aber dass Bienen wirklich interessant sind und begeistern können, steht seitdem für die gebürtige Berlinerin fest. Die Begeisterung für die Honigproduzenten wurde jedoch für viele Jahre in den Hintergrund gedrängt. Erst kam der Beruf, dann Heirat, Hauskauf, Kinder – alles Dinge, die „Mutter“ davon abhalten, sich um ein solches Hobby zu kümmern. Das Interesse für die Bienen blieb allerdings. Im vergangenen Jahr war es endlich so weit: Der Familienrat sagte „Ja“ zum eigenen Bienenvolk. Die Planungen begannen.

Anstatt der verbreiteten „Magazinbeuten“, wie man die üblichen Bienenkörbe nennt, entschied sich Langermann für „Bienenkisten“. Der Unterschied ist folgender: Im Frühjahr bestückt der Imker eine „Magazinbeute“ im Innenraum mit kleinen Rahmen. An diesen mit Drähten bespannten Holzrahmen bauen die Bienen ihre Waben; entweder, um ihre Brut darin großzuziehen oder ihren Honig zu lagern. Wenn die Zeit der Honigernte naht, nimmt der Imker die Rahmen aus der Kiste, schleudert diese und erhält so den begehrten Bienenhonig – oft mehrmals im Jahr.

Die Bienen müssen alles komplett selbst bauen

Bei einer Bienenkiste handelt es sich um eine „Einraumbeute“. Das bedeutet, der Innenraum hat keine Mittelwände oder Rahmen. Die Bienen müssen alles komplett selbst bauen. Diese eher natürliche Bienenhaltung ist dem „Krainer Bauernstock“ nachempfunden – eine Art der Bienenhaltung, wie sie bereits vor mehr als 300 Jahren in Slowenien angewendet wurde. Der Honigertrag ist allerdings geringer als bei den üblicheren „Magazinbeuten“.

Da es Langermann aber nicht auf eine besonders ergiebige Honigernte ankam, entschied sie, dass diese Art der Bienenhaltung das Richtige für sie sei.

Mit Unterstützung der Familie wurde ein Platz für die beiden Kisten gefunden. Die flachen Behausungen haben die Maße von einem Meter Länge mal 50 Zentimeter Breite und 25 Zentimeter Höhe. Sie wurden gekauft und aufgebaut. Was fehlte, waren die Bienen.

Wie aber kommt man zu einem Bienenschwarm? Langermann erklärt dies so: „Wenn die Population in einer Bienenkiste stark ansteigt, es also zu eng wird, kommt es zum Schwarmtrieb.“ Zu dieser Zeit im Frühsommer muss der Imker wachsam sein. Denn noch bevor eine neue Königin schlüpft, scharrt die alte eine stattliche Horde Bienen um sich – und gemeinsam verlassen sie ihr altes Zuhause. Die Bienen erkennen ihre Königin am Geruch und bleiben beim Verlassen an ihrer Seite. Der Schwarm sucht sich zunächst einen Platz, meist an einem Baumast, wo sie als „Traube“ für eine kurze Verschnaufpause hängen bleiben. Dies ist der Moment, wo der Imker den „Naturschwarm“, wie man ihn auch nennt, einfangen kann. Klopft man mit einem Stock auf den Ast, wo der Bienenschwarm hängt, fällt er leicht herunter – im besten Fall in den Fangkarton des Imkers. „Mit einem Karton voll Bienen im Auto herumzufahren, ist schon spannend, aber Angst hatte ich keine.“

 Via Brett ab in die Kiste

Der noch aufregendere Moment sollte noch kommen – das Einlaufen der Bienen. Die Familie hatte vor den Eingang einer Bienenkiste ein schräges Brett gestellt. Direkt vor dem Brett schütteten sie den Transportkarton vorsichtig aus. Instinktiv krabbelten die summenden Gefährten sofort das Brett hinauf in die Kiste – und fühlten sich schnell wohl. „Das war für uns ein schönes Gefühl.“

Bienen machen aber auch Arbeit, doch der Aufwand für ihre Pflege hält sich in Grenzen. Deshalb gibt es im Garten der vierköpfigen Familie seit Kurzem schon die dritte Bienenkiste. Trotz einiger Stiche und anderer Abenteuer sind Bienen genau das, was Langermann wollte. Natürlich sind es keine Haustiere, die man streicheln und anfassen kann, aber sie sind genau das, was die jetzt 50-Jährige schon vor vielen Jahren wusste: faszinierend, spannend, schützenswert – und für unsere Natur unersetzlich. hil

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