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Weißer Fleck ist weg

Nabu-Gruppe Weißer Fleck ist weg

Sogar von einem „historischen ersten Abend“ hat mit Rüdiger Wohlers einer der Verantwortlichen gesprochen. Und der Mitarbeiter des Naturschutzbund-Landesverbandes hatte auch allen Grund zur Freude: Denn ohne viel Tamtam ist im Saal des Heeßer Kruges die Nabu-Gruppe Eilsen gegründet worden.

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Rüdiger Wohlers (von links), Nick Büscher, Lothar Wiegratz, Siegfried Kaboth, Heinz-Dieter Bruchmüller und Britta Raabe freuen sich über die Gründung der Nabu-Gruppe Eilsen.

Quelle: möh

Eilsen. Die Samtgemeinde war den Naturschützern schon lange „ein Dorn im Auge“, da dort zwar viele Mitglieder und noch mehr Aufgaben warten, aber keine eigene Ortsgruppe vorhanden war. Nun ist der „weiße Fleck weg“ – und die Arbeit kann beginnen. Als Sprecher stellten sich spontan Lothar Wiegratz, Siegfried Kaboth und Heinz-Dieter Bruchmüller zur Verfügung.

In der Anfangszeit soll die neue Gruppe von Obernkirchen aus begleitet werden, wenn es sich als nötig erweist. Zudem steht mit der Rintelnerin Britta Raabe, der Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Weserbergland, eine ausgewiesene Fachfrau bei allen Fragen und Problemen mit Rat und Tat bereit. Zudem kommt der stellvertretende Landesvorsitzende Nick Büscher ebenfalls aus der Weserstadt.

Nach zwei Informationsveranstaltungen direkt in Bad Eilsen sollten jetzt in Heeßen „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden, wie Wohlers den zu diesem Treffen Erschienenen erläuterte. „Und zwar ohne sogenannte Vereinsmeierei“, kündigte er an. Vorsitzende, Schatzmeister und Schriftführer benötige eine neue Gruppe nicht, denn das „e.V.“ habe der Dachverband. Wohlers erklärte den Teilnehmern, dass der Nabu vor sechs Jahren das derzeitige Modellprojekt erfolgreich ins Lebens gerufen habe. „Und alle Gruppen ohne Vorstände funktionieren phantastisch.“ Er freute sich, dass „der Ball, der in der Samtgemeinde eigentlich schon recht lange gespielt worden sei, endlich eingelocht“ werden könne.

Kein Selbstzweck, sondern Überlebensstrategie

Der Naturschutz, so der Landesverbandsmitarbeiter aus Oldenburg, sei aber kein Selbstzweck, sondern für Mensch und Tier eine Überlebensstrategie. Die derzeitige Entfremdung von der Natur, die allseits festgestellt worden sei, bezeichnete Wohlers als eine „tickende Zeitbombe“, denn es könne nur geschützt werden, was auch bekannt sei. Ein Kind, das nie einen Regenwurm in der Hand gehabt habe, habe zur Natur keinen Bezug, auch nicht im Erwachsenenalter. Daher warte auf die Mitglieder der neuen Gruppe nicht nur der Schutz der Natur, sondern sie müssten auf diesem Weg auch die Menschen mitnehmen.

In seinem Vortrag zum Thema „Stunde der Gartenvögel“ bezeichnete Wohlers den eigenen Garten als riesiges Potenzial für den Naturschutz, denn dort warteten mehr Flächen als in den ausgewiesenen Schutzzonen. Und er beklagte, dass für die Vögel, speziell für den Star, kein Grünland mehr vorhanden sei. Und die „Maiswüsten“ seien wie Beton, und betoniert würde in der Bundesrepublik „ganz hervorragend“. Zudem wies er darauf hin, dass der Nabu-Landesverband Niedersachsen um die 95.000 Mitglieder habe. Dieses sei eine Stimme, die auch in der Politik des Landes wahrgenommen werde.

Noch ohne Vorstand

Schließlich wurde „durchgestartet“, wie es Wohlers formulierte, und die Nabu-Gruppe Eilsen ohne Vorstand aus der Taufe gehoben. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass, wenn eine Gruppe erst einmal offiziell vorhanden sei, immer mehr Leute kämen, die aktiv mitmachen möchten. Da die Gruppe aber dennoch ein „Gesicht“ beziehungsweise einen Ansprechpartner benötigt, stellten sich Lothar Wiegratz, Siegfried Kaboth und Heinz-Dieter Bruchmöller zur Verfügung. Die Gruppe wird sich in Zukunft am ersten Donnerstag eines jeden Monats im Heeßer Krug treffen. Die nächste Versammlung findet am 7. Dezember ab 19 Uhr statt.

Übrigens: Wie erfolgreich die Arbeit des Nabu sein kann, erläuterte Wohlers anhand des Wanderfalken, dessen Bestand vor vielen Jahren gefährdet gewesen sei. Der Grund: Im Nahen Osten habe man für ein Ei des Vogels 25.000 Mark gezahlt. „Für einen Jungvogel sind sogar bis 100.000 Mark auf den Tisch geblättert worden.“ Der Nabu habe sich eingeschaltet, und mittlerweile sei der Bestand des Wanderfalken wieder groß. „Der Naturschutz zahlt sich eben aus“, so Wohlers. möh

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