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Bad Eilsen Wenn der Novizenmeister läutet
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen Wenn der Novizenmeister läutet
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18:05 15.09.2017
Wie die großen gehen auch die kleinen Nonnen und Mönche auf dem Weg in die Kirche schweigend ganz nah an der Wand. Quelle: hil
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EILSEN

Einigen Kindern war anzumerken, dass die dicken Mauern der Klosteranlage Respekt einflößend wirken können. Deshalb gab es zunächst im geräumigen Innenhof Begrüßungsspiele und anschließend eine Klostererkundung.

Selbst die strengen Novizenmeister, die anschließend die Zelleneinteilung übernahmen, wirkten auf die Teilnehmer natürlich. Danach stand die Einkleidung auf dem Programm. Natürlich musste niemand, wie im wahren Klosterleben, von seinen Haaren Abschied nehmen, aber ein Nonnengewand oder eine Mönchskutte anzulegen war spannend genug.

Bevor die vielen kleinen Schwestern und Brüder sich zum Abendgebet in die Kapelle begaben, gab es noch große Aufregung im Kloster. Das Licht fiel aus und die Feuerglocke läutete. Alle Kinder liefen in den Kreuzgang, um sich dort zu versammeln. An sechs Stationen konnten die Kinder dann eine Klosterbrandschutzübung erleben. Besonders spannend war der Nebelraum, in dem die Kinder den Weg finden mussten.

Im einem Kloster gibt es keine Langschläfer, denn das Morgengebet wird bei Sonnenaufgang gebetet. Zwar läutete der Novizenmeister nicht schon um 6 Uhr, aber doch kurz vor 7 Uhr die Kleinen aus ihrem Schlaf, damit sich alle pünktlich zur vollen Stunde in der Kapelle einfinden konnten.

Klosterleben ist durch einen strengen Tagesablauf geprägt, dessen Mittelpunkt die Tagesgebete im Drei-Stunden-Takt darstellen. Überraschenderweise war es für die Kinder nicht langweilig, sondern wirklich spannend, gemeinsam zu beten, zu knien, wieder aufzustehen und gemeinsam Lieder wie „Laudate Omnes Gentes“ zu singen.

Das Klosterwochenende war auch geprägt von vielen aufregenden Aktionen, die das Klosterleben widerspiegelten. Sticken und Weben, das Schreiben mit Feder und Tinte, Rosenkränze knoten, Freskenmalerei und die Kräuterkunde im Klostergarten waren nur einige der Workshops, die angeboten wurden.

Am Abend ging es nach einer Kerzenprozession durch den Kreuzgang in die große Kirche. Dort wurde zum Schrecken aller festgestellt, dass freche Diebe den Klosterschatz entwendet hatten. Aber dank der Mithilfe von Bettlern, die in Möllenbeck verstreut am Wegesrand saßen, fanden die jungen Nonnen und Mönche ihren Schatz im Möllenbecker Findlingsgarten wieder.

Was nun das Beste an der Freizeit war, da gehen die Meinungen auseinander. Doch der Initiator und Gruppenleiter des Wochenendes, Ingmar Everding und sein 20-köpfiges Team waren zufrieden. „Wir hatten eine tolle Zeit!“

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