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Bad Eilsen „Wenn die Lkw kommen, wackeln die Wände“
Schaumburg Eilsen Bad Eilsen „Wenn die Lkw kommen, wackeln die Wände“
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20:02 10.08.2011
Nicht immer so ruhig: die Feldstraße. © kk
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Bad Eilsen (kk). Zur Bauausschusssitzung der Gemeinde Bad Eilsen waren zahlreiche Anlieger der Feldstraße gekommen, um endlich einmal ihren Frust loszuwerden: Über ihre Wohnstraße, früher eine Sackgasse, fließt seit neun Jahren der Baustellenverkehr zum Luhdener Baugebiet „Am Goldplatz“. „Die Lkw brettern durch die Straße, dass die Wände nur so wackeln,“ beschreibt eine Anwohnerin den Zustand. Die Forderungen der Feldstraßenbewohner: Tempo 30 und Rückbau in eine Sackgasse.

Mit einem Antrag unterstützte die SPD-Fraktion die Anlieger: Am oberen Ende der Feldstraße soll ein Poller eingebaut werden, der die Durchfahrt für Baufahrzeuge versperrt, dazu soll die Ausschilderung als Sackgasse erfolgen.

Rolf Prasuhn (CDU) schob einen Antrag nach, die Verwaltung möge kurzfristig das Gespräch mit den Verkehrsbehörden suchen. Da er befürchtet, dass sich das Verfahren hinziehen wird, empfahl er für den Übergang eine pragmatische Lösung. Für Baustellenfahrzeuge sollten alternative Zufahrtswege zu den Baustellen ausgeschildert werden. Der Ausschuss nahm beide Anträge an.

Doch so weit, so gut: Man war sich einig, dass es keine optimale Alternative gibt. Eine Sperrung der Feldstraße würde den Verkehr nur verlagern, zum Beispiel in die Wilhelmstraße. Auch über die Straße Am Sonnenbrink kann das neue Baugebiet kaum erschlossen werden. Die wurde „geschickterweise“ von vornherein derart verkehrsberuhigt, dass schwere Fahrzeuge kaum durchkommen. Selbst langfristig zeichnet sich keine Lösung ab: Im Gebiet „Am Golfplatz“ sind noch über 50 Bauplätze frei – das kann dauern, bis die bebaut sind.

Manfred Kühn verwies auf die jetzt bereits bestehenden Durchfahrverbote für Lkw durch Bad Eilsen hin. Selbst die Route über die Feldstraße sei illegal, da ja kaum von Anliegerverkehr für Bad Eilsen gesprochen werden könne, wenn Baustellen in Luhden beliefert würden.

Eine Zuhörerin bringt es so auf den Punkt: „Luhden baut ein Satellitendorf und Bad Eilsen hat die Belastungen und muss es ausbaden“. Diese Aussage hatte im Ausschuss zumindest Stirnrunzeln zur Folge: Schließlich sollen die Ortschaften nicht gegeneinander ausgespielt werden. So kommt die Lösung des Problems einer Quadratur des Kreises nahe.

Das wissen auch die Feldstraßenanlieger. Die verließen die Sitzung mit dem Gefühl, dass ihr Problem nun zumindest „offiziell“ angegangen wird. Nach neun Jahren haben sie die Nase vom Verkehr voll – nun sollen einmal andere das Problem ausbaden.

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