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Wie der Kurort jetzt endlich ein Zentrum kriegt

Bad Eilsen / Gemeinderat Wie der Kurort jetzt endlich ein Zentrum kriegt

Die Bürgervertreter im Gemeinderat haben bei ihrer jüngsten Zusammenkunft im Haus des Gastes einmütig die wichtigste Grundsatzentscheidung der zurückliegenden Jahre getroffen: Sie wollen Bad Eilsen endlich ein Zentrum geben. Dafür haben sie das vom Rintelner Diplom-Ingenieur Matthias Reinold erarbeitete Entwicklungskonzept gebilligt, Reinold soll den aufgezeigten Weg weiter verfolgen.

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Die Bahnhofstraße gilt als Achse zwischen dem Dienstleistungszentrum Rathaus (links) und dem „Einkaufszentrum“ Neukauf (rechts). Sie soll in drei Bauabschnitten umgestaltet werden. Den Anfang macht Abschnitt eins mit der Remise und dem künftigen Caravanplatz. © Planungsbüro Reinold

Bad Eilsen (tw). Zusammen mit Gemeindedirektorin Svenja Edler wird der Planer nun auskundschaften, aus welchen Fördertöpfen sich Bad Eilsen bedienen kann. Alle drei Bausteine des Konzepts, nämlich die Maßnahmen im Bereich Bahnhofstraße, Caravanplatz und Kurpark, gelten als zuschussfähig. Zumindest was den Topf für Städtebaumittel betrifft, muss der Antrag für eine Förderung 2012 allerdings bis 1. Juni dieses Jahres gestellt sein.

Wichtig: Was Reinold vorträgt und der Rat beschließt, ist noch kein fix und fertiges Konzept; vielmehr sind es „erste Gedanken“, die sich aber nahtlos in den Masterplan einfügen. Den Sachbearbeitern im Amt für Landesentwicklung in Hannover reicht das einstweilen.

Demnach soll das neu zu gestaltende Zentrum des Kurortes künftig in etwa dort liegen, wo es der Besitzer einer Gaststätte, die sich „Zum Mittelpunkt“, nennt, vermutet – nämlich an der Bahnhofstraße, genauer: im Bereich der Auebrücke. Die Bahnhofstraße hat als Achse zwischen dem Dienstleistungszentrum Rathaus (Bückeburger Straße) und dem „Einkaufszentrum“ Neukauf (Arensburger Straße) entscheidende Bedeutung für den Badeort; auf halber Strecke liegt die restaurierte Remise, der Reinold ein „großes Entwicklungspotenzial“ bescheinigt; neben ihr wird der Caravanplatz entstehen.

Autos sollen die Bahnhofstraße auch in Zukunft befahren können; um sie – optisch – zu beruhigen, könnte sie aber ein anderes Pflaster erhalten. Entwickelt werden soll die Bahnhofstraße in drei Bauabschnitten, die aufeinander folgen. Der erste (Kern-)Abschnitt betrifft den Bereich zwischen dem Georgenbrunnen und dem im Bau begriffenen Gesundheitszentrum Cetinderes; der zweite Abschnitt liegt zwischen der Straße Im Langen Kamp und dem Georgenbrunnen, der Dritte und Letzte zwischen Cetinderes Gesundheitszentrum und der Kreuzung Bahnhofstraße/Arensburger Straße.

Allerdings: Kein Bad Eilser muss Angst haben, dass er den Kurort über kurz oder lang nicht mehr wiedererkennen wird. Denn der Planer plädiert für eine Politik der kleinen Schritte, sagt: „Bad Eilsen muss nicht neu erfunden werden. Wir müssen es lediglich – moderat – an die Ansprüche der Gegenwart anpassen.“ Was seine Gestaltung betrifft, könne sich der Kurort ohne Probleme mit Bad Pyrmont und Bad Nenndorf messen. Angesichts seiner mondänen historischen Bauten sei Bad Eilsen auch überregional bedeutend; ja, angesichts von historischen Sichtachsen wie sie die Harrl-Allee darstellt, habe das Bad gegenüber den Konkurrenten sogar ein Alleinstellungsmerkmal.

Die moderaten Anpassungen, von denen der Planer spricht und die die Bürgervertreter jetzt angestoßen haben, sollen wie folgt aussehen:
Erster Bauabschnitt: Der Festplatzcharakter des Areals vor der Remise soll architektonisch stärker betont werden. Was den benachbarten Caravanplatz betrifft, sagt Reinold: „Straßenbau im großen Stil ist dort kontraproduktiv. Er würde den Platz zerstören.“ Mit Blick auf die Querverbindung über den Caravanplatz zur Wiesenstraße plädiert der Planer für eine Art vergrößerten Rad- und Fußweg, der mit Fahrzeugen gerade noch befahren werden kann. Denn: „Die angrenzende Bückeberg-Klinik braucht Ruhe.“

Im zweiten und dritten Bauabschnitt wird der entlang der Bahnhofstraße entstehenden Ladenzeile ein breiterer Fußgängerbereich spendiert werden. Dieser Bereich soll das draußen Sitzen attraktiver machen und damit insbesondere Kunden von Gaststätten zugute kommen. Aber: „Mit Geschäften zugebaut werden“, schränkt Reinold ein, „darf die Bahnhofstraße nicht.“

Was die Fahrzeuge betrifft, sollen sie über Kreisel verteilt werden – etwa im Bereich Bückeburger Straße/Bahnhofstraße. Die „Geometrie“ vor Ort sei für die Anlage eines solchen Kreisels zwar nicht optimal, dennoch könne er funktionieren. Reinold zufolge sind solche Kreisel für täglich bis zu 15.000 Fahrzeuge ausgelegt – „eine Zahl, die wir im Kurort aber auf gar keinen Fall erreichen werden.“

Stichwort Kurpark: „Etwa acht von zehn Gartenanlagen, sind in die Jahre gekommen – auch die von Bad Eilsen“, so die Einschätzung des Planers. Auch hier würden moderate Eingriffe im nicht denkmalrelevanten Bereich hinter dem Tuffsteinbrunnen dazu führen, dass Bad Eilsen für junge Familien an Attraktivität gewinnt. Besagter Tuffsteinbrunnen soll künftig von einer umgeleiteten und dann zehn bis zwölf Meter breiten Aue halbkreisförmig umflossen werden; damit nähme der Flussverlauf die Figur des Säulenhalbrunds auf und verstärke seine Wirkung noch.

Im Bereich hinter dem Bad Eilser Wahrzeichen sollen außerdem ein Skulpturenpark und ein Klanggarten als saisonale Aktionsflächen für Künstler entstehen.

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