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„Wir müssen helfen!“

Bad Eilsen / Flüchtlinge „Wir müssen helfen!“

„Wir erleben ja alle mit Entsetzen, was im Mittleren Osten geschieht“, spricht Superintendent Reiner Rinne die Flüchtlingswelle direkt an.

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Reiner Rinne und seine Unterstützer wollen den Flüchtlingen praktische Hilfen im Alltag geben.

Quelle: thm

Bad Eilsen. Für den Bad Eilser Seelsorger ist glasklar: „Wir müssen da etwas tun, wir müssen helfen.“ Das werde seine Gemeinde mit Blick auf die Flüchtlings- und Asylbewerberunterkunft auch tun. Derzeit liefen Gespräche, um diverse Hilfsangebote zu koordinieren.

 „Im Augenblick sondieren wir noch die Lage“, beschreibt Rinne die Position der Kirchengemeinde. Und er kündigt an: „Was wir konkret tun können, werden wir in enger Fühlungnahme mit anderen Beteiligten entwickeln.“ Für heute sei ein Gesprächstermin mit der Arbeiterwohlfahrt vereinbart. Gespräche mit der Samtgemeinde über eine kirchliche Unterstützergruppe habe es bereits gegeben. Kontaktfäden, die bereits Ende 2013 geknüpft wurden, als sich abzeichnete, dass bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen auch die Samtgemeinde einen Teil der Menschen werde aufnehmen müssen.

 Aus Rinnes Sicht könnte die kirchliche Gruppe sich um mehrere Dinge kümmern:

 Kontakt halten zu den Bad Eilsen zugewiesenen Flüchtlingen;

 Hilfestellung geben, damit die Menschen ihre neue Umgebung kennenlernen und sich in der Fremde besser orientieren können;

 Hilfe bei Einkäufen und Geschäftsgängen;

 Falls benötigt, das Sammeln und Verteilen von Sachspenden an bedürftige Flüchtlinge;

 Klären der Frage, welche Aktivitäten im Blick auf die Verknüpfung mit dem Ort nötig sind;

 Gespräche mit Gruppen und Menschen.

 „Wie Erfahrungen aus früheren Jahren zeigen, nehmen die Probleme dann deutlich zu, wenn man die Menschen hierher holt, um sie dann sich selbst zu überlassen“, beschreibt Rinne Fehler, die in den achtziger und neunziger Jahren bisweilen gemacht worden sind. Das könne nicht funktionieren, viele Flüchtlinge kämen ja oft aus einem völlig anderen kulturellen Umfeld. „Man muss die Menschen auch bekannt machen mit den Gepflogenheiten unseres Landes.“

 „Was das konkret für unsere Unterstützergruppe bedeutet, das wird sich im Gespräch mit dem Sozialarbeiter, mit den betroffenen Menschen und mit der Samtgemeinde zeigen“, sagt Rinne, denn bislang sei völlig offen gewesen, „wann jemand kommt und wer da kommt“. Insofern habe sich die Planung dann auch nicht konkretisieren lassen. „Es ist ja – mit Blick auf die Betreuungsangebote – ein großer Unterschied, ob sie Flüchtling aus Afrika haben oder Asylbewerber aus den Balkanländern oder Flüchtlinge aus Syrien. Kulturell und sozial sind das so unterschiedliche Ausgangslagen, dass sich im Vorweg schwerlich eine konkrete Liste für Angebote unseres Handelns aufstellen lässt.“

 Etwa zehn Unterstützer stark ist die Gruppe der Helfer schon, die über die Kirchengemeinde den Menschen Hilfestellung geben kann, sagt Rinne. „Es geht gar nicht einmal um viele Helfer, auf die Qualität kommt es an“, erläutert er. Das bedeutet: Die Helfer müssen bereit sein, sich auf die konkrete, mitunter verzweifelte Situation der Menschen einzulassen. Sie müssen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen umgehen können und sie benötigen auch entsprechende sprachliche Fähigkeiten.

 „Das wird dann auch Teil unserer eigenen Fortbildung sein“, sagt Rinne. Man werde einige Punkte lernen müssen, nicht nur die Sprache und Kultur der nach Bad Eilsen gekommenen Personen betreffend. „Wir müssen uns natürlich auch fragen: Was sagt unser eigens Recht zu diesem speziellen Thema?“, erläutert Rinne weshalb enge Kontakte zum Landkreis und zur Samtgemeinde auch künftig nötig sein werden.

 In einem ersten Schritt wird es heute, wie oben erwähnt, das Gespräch zwischen Superintendent Rinne und dem von der Arbeiterwohlfahrt Schaumburg bereits jetzt in der Einrichtung eingesetzten Sozialarbeiter Mehmet Fatih Ruzgar geben. In einem weiteren Schritt wird dann ein Gespräch mit dem Superintendenten, dem Sozialarbeiter und den Mitgliedern der kirchlichen Unterstützergruppe stattfinden.

 Anschließend wird in der Gruppe selbst nach Gaben und Kapazitäten gefragt. „Einige sind groß darin, Sachen zu besorgen, anderen fällt es leicht, Kontakte zu knüpfen, wieder andere haben das Talent, Menschen bei bürokratischen Vorgängen helfen“, erläutert Rinne. thm

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